Planspiel Börse

Schüler machen große Gewinne in stürmischen Zeiten

Planspiel Börse

Beim Planspiel Börse handeln Schüler mit einem virtuellen Depot an der Börse. Das Startguthaben liegt bei 50.000 Euro.

Bild: Yay Images - stock.adobe.com

Beim Planspiel Börse handeln Schüler mit einem virtuellen Depot an der Börse. Das Startguthaben liegt bei 50.000 Euro.

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Beim Planspiel Börse der Sparkasse machten die Schüler trotz Corona, US-Wahl und Brexit große Gewinne – und hatten manchmal auch ein glückliches Händchen.
27.03.2021 | Stand: 06:00 Uhr

Nicht nur das Coronavirus hat 2020 zu einem außergewöhnlichen Jahr gemacht. Auch der Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union und auf der anderen Seite des Atlantiks der heftig geführte Wahlkampf in den USA haben ihre Spuren an den Aktienmärkten dieser Welt hinterlassen. Komplettiert wurden diese „stürmischen Zeiten an der Börse“ von den Dauerthemen Inflation und Deflation, sagte Dirk Peter, Abteilungsdirektor Vertriebsmanagement bei der Sparkasse Memmingen-Lindau-Mindelheim.

Inmitten dieser steigenden und fallenden Kurse versuchten im vergangenen Jahr auch Hunderte Schüler aus der Region, möglichst große Gewinne mit Aktienhandel zu erzielen. Das freilich nicht mit echtem Geld, sondern an mit einem virtuellen Depot beim Planspiel Börse. Die Preise und Kurse orientieren sich dabei jedoch an denen der realen Börse.

Schüler investieren in Unternehmen, die sie persönlich kennen

Die Siegerehrung der aktuellen Spielrunde fand nun coronabedingt digital statt. Dort zeigte sich, dass die Jugendlichen vor allem auf Firmen gesetzt hatten, die sie aus den Medien und ihrem Alltag kennen. Auf alle Teilnehmer gesehen waren die meist gehandelten Aktien die der US-Firmen Amazon, Tesla und Apple. Mit Wertpapieren dieser Unternehmen machten einige Gruppen aus der Region hohe Gewinne. Die größten Wertsteigerungen gab es jedoch bei anderen Unternehmen. Dort standen die Snap Inc., die etwa den Nachrichtendienst Snapchat besitzt, der Windkraftanlagenhersteller Nordex und die spanische Banco Bilbao auf den ersten drei Plätzen. „Es ist nicht immer rational, welche Kurse am stärksten steigen. Aber wir hatten Gruppen dabei, die genau diese Aktien hatten“, sagte Peters.

So investierte etwa die Gruppe „The snowgirls“ von der Wirtschaftsschule Memmingen in Aktien der Banco Bilbao. Den Tipp habe sie von ihrem Vater bekommen, der sich privat viel mit der Börse beschäftigt, erzählt Gruppenmitglied Elaay Helaka. Unterstützung von den Eltern habe auch er bei seinem ersten Planspiel Börse gehabt, gibt Peters zu. „Aber so soll es ja auch sein: Ohne Risiko den Aktienhandel einfach mal ausprobieren.“ Über das Planspiel sei er als Schüler auch überhaupt erst zur Sparkasse gekommen.

Manchmal hilft auch der Zufall

Auch der Gruppe ELA der Wirtschaftsschule Bad Wörishofen bescherten Aktien der Banco Bilbao große Gewinne. Eine ausgefeilte Strategie steckte jedoch nicht dahinter, wie Schülerin Anna-Sophia Sowinski während der Siegerehrung erzählte: „Wir haben diese Firma durch Zufall ausgewählt.“ Verantwortlich für den Kursanstieg des spanischen Unternehmens waren übrigens Fusionsgespräche mit der zweitgrößten Bank des Landes.

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„Man kann die Entwicklung der Kurse schon manchmal absehen. Aber es ist auch eine Menge Glück im Spiel“, lautete das Fazit von Schüler Christian Haas. Seine Gruppe AKZS von der Mittelschule Lindenberg machte in der Planspiel-Zeit mehr als 6700 Euro Gewinn mit nachhaltigen Unternehmen. „“Chapeau. Da kann man nur den Hut ziehen“, lobte Joel-Alessandro Huber von der Sparkasse. Dirk Peters ergänzte: „Es ist nicht nur Glück. Manchmal braucht man auch den richtigen Riecher.“

Dass sie den haben, bewiesen die Jugendlichen in den drei Monaten des Planspiels. Die drei Teams mit dem höchsten Depotwert sowie die drei Teams, die die höchsten Gewinne mit nachhaltigen Unternehmen erzielten, erhalten dafür nun Geldpreise in Höhe von 200, 150 und 100 Euro.

Die höchsten Depotwert im Bereich Memmingen erzielten:

  • The snowgirls: Jenny Waiz, Elaay Helaka und Mirtela Ljutviji von der Wirtschaftsschule Memmingen mit 63.811 Euro.
  • ELA: Anna-Sophia Sowinski, Emilia Lang und Leonie Schroeferl von der Wirtschaftsschule Bad Wörishofen mit 59.916 Euro.
  • Sons: Georgö Lázló Toth und Florian Steber von der Ludiwg-Auerbacher-Mittelschule Türkheim mit 59.567 Euro.
  • Die größten Gewinne mit nachhaltigen Unternehmen erzielten ebenfalls diese drei Gruppen, aber in der Reihenfolge Sons (11.612 Euro), ELA (10.017 Euro) und The snowgirls (9966 Euro).