Memmingen

„Seid neugierig und mutig“

Realschule/OB

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Bild: Alexandra Wehr/Pressestelle MM

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Dialog OB Schilder diskutiert mit Realschülern im Rathaus
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Von mz
26.05.2021 | Stand: 09:55 Uhr

„Macht Ihnen die Arbeit als Oberbürgermeister Spaß? Wird es ein Jugendparlament in Memmingen geben? Wie sieht es mit einem speziellen Treffpunkt für Jugendliche aus? Viele Fragen hatten etwa 80 Schüler der zehnten Klassen der Sebastian-Lotzer-Realschule zu einem Gespräch mit Oberbürgermeister Manfred Schilder ins Rathaus mitgebracht.

„Ja, die Arbeit als Oberbürgermeister macht mir viel Freude“, sagte der Rathauschef. Es sei eine sehr verantwortungsvolle Tätigkeit, ungeheuer vielseitig und von interessanten Begegnungen mit Bürgern geprägt. Und Unangenehmes gehöre zu jeder Arbeit dazu, das lasse sich in keinem Beruf vermeiden. Der OB ist Dienstherr von rund 3000 Beschäftigten in Stadtverwaltung, Klinikum und Stadtwerken. Zudem hat er den Vorsitz im Stadtrat, dem entscheidenden Gremium, das in einer demokratischen Auseinandersetzung die Entwicklung Memmingens steuert. „Die Arbeit im Stadtrat ist sehr spannend, oft auch sehr anstrengend, aber insgesamt sehr erfüllend“, beschrieb Schilder und motivierte die Jugendlichen: „Hinterfragt, was ihr im Internet lest, setzt euch mit politischen Fragen auseinander, plappert nicht nach, informiert euch, seid neugierig und mutig.“ Neugierde und Interesse stellten die jungen Leute im Rathaus unter Beweis. Beim Gespräch im Plenarsaal herrschte über zwei Stunden hinweg konzentrierte Aufmerksamkeit.

„Kommt ein Jugendparlament?“, lautete eine weitere Frage. „Ja, das ist geplant“, antwortete der OB. „Mir ist wichtig, dass Schüler unterschiedlicher Schularten vertreten sein werden und genauso auch Auszubildende.“

„Stört es Sie manchmal, in der Öffentlichkeit zu stehen?“ Nein, das sei eine Frage, die man vor einer Kandidatur für dieses Amt bedenken müsse. „Oberbürgermeister ist man an sieben Tagen rund um die Uhr. Das muss man wollen und sich dann auch auf die öffentliche Wahrnehmung einlassen.“ Sehr kritisch sieht Schilder jedoch die Öffentlichkeit im Internet, auch durch die Anonymität der Schreibenden. „Was mir in sozialen Netzwerken an Kommentaren begegnet, ist haarsträubend. Die Verrohung der Sprache befremdet mich in hohem Maße.“

Ein Zehntklässler schilderte die Probleme von Jugendlichen, einen Treffpunkt im öffentlichen Raum zu finden, ohne andere zu stören. „Wir wollen niemand belästigen, sondern uns nur treffen. Ohne etwas Unrechtes zu tun, bekommen wir manchmal einen Platzverweis. Könnte nicht ein Jugendplatz eingerichtet werden?“ OB Schilder erzählte in der Runde, dass kürzlich in der Bürgersprechstunde eine Beschwerde wegen „herumlungernder Jugendlicher“ vorgebracht worden sei. Er habe im Gespräch versucht, pauschale Vorurteile gegenüber Jugendlichen auszuräumen. „Es gibt sichtlich eine Unsicherheit gegenüber Jugendlichen. Wir sollten neu lernen, aufeinander zuzugehen und miteinander zu sprechen, dann verflüchtigt sich vieles.“ Und er ergänzte: „Ein Jugendplatz ist eine gute Idee, den Vorschlag nehme ich mit.“

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