Diamantene Hochzeit

Mit „Händchenhalten“ fing alles an

EH Diamantene

Der einstige Bürgermeister Erkheims, Ignaz Heinle, und seine Frau Anni konnten bei guter Gesundheit ihre diamantene Hochzeit feiern: Vor 60 Jahren gaben sie sich in der Erkheimer Kirche das Jawort.

Bild: Foto: Franz Kustermann

Der einstige Bürgermeister Erkheims, Ignaz Heinle, und seine Frau Anni konnten bei guter Gesundheit ihre diamantene Hochzeit feiern: Vor 60 Jahren gaben sie sich in der Erkheimer Kirche das Jawort.

Bild: Foto: Franz Kustermann

Erkheims früherer Bürgermeister Ignaz Heinle und seine Anni feiern diamantene Hochzeit. Wie 60 gemeinsame Jahre die beiden zusammengeschweißt haben.
06.09.2021 | Stand: 12:00 Uhr

„Den anderen nicht umpolen wollen. Ihn mit seinen Vorzügen und Schwächen nehmen, wie er ist – immer wieder miteinander reden und nie im Zorn ins Bett gehen!“ Dies ist das Rezept der 60-jährigen Ehe von Anni und Ignaz Heinle. Der ehemalige Bürgermeister von Erkheim feierte am Sonntag mit seiner Frau die diamantene Hochzeit: „Beginnend mit einem Dankgottesdienst, so wie es sich für einen guten Christen gehört“, sagt der Jubilar.

Beide trafen sich auf dem Fußballplatz

Kennengelernt hat sich das Paar auf dem Fußballplatz in Westerheim. Sie war 15 Jahre jung, er gerade 20 geworden. Anfangs spazierten beide „ganz brav“ und händchenhaltend, erzählt der Jubilar. Irgendwann gingen er und seine Anni dann „fest miteinander“. Das Paar baute auf der grünen Wiese an der Arlesrieder Straße gemeinsam ein Häuschen und heiratete am 27. August 1961. 60 Jahre ist das her.

Am 27. August 1961 gaben sich Anni und Ignaz Heinle das Ja-Wort.
Am 27. August 1961 gaben sich Anni und Ignaz Heinle das Ja-Wort.
Bild: Franz Kustermann (Repro)

Ignaz Heinle war auf einem Hof aufgewachsen, besuchte zuerst die landwirtschaftliche Berufsschule und absolvierte anschließend eine Zimmererlehre. Wegen Schulterproblemen schlug Heinle später einen anderen Weg ein, war von 1969 bis 1976 bei der Autobahndirektion tätig. Er sattelte zum Techniker um und wechselte schließlich zum Straßenbauamt Neu-Ulm: Hier war er hauptverantwortlich für große Baumaßnahmen wie die Buxachtalbrücke bei Memmingen und die Autobahn zwischen Senden und Neu-Ulm.

Nach der Vertreibung kam Anni nach Westerheim

Seine Frau Anni hatte 1941 im Sudetenland das Licht der Welt erblickt und war durch Vertreibung als fünfjähriges Mädchen über Augsburg und Memmingen nach Westerheim gekommen. Bei „Hauser-Modelle“ absolvierte sie eine Damenschneiderlehre und arbeitete ab 1969 bei der Firma Hackenmüller als Näherin.

Ein wichtiges Ereignis im Leben des Paares brachte das Jahr 1990 mit sich: Ignaz Heinle wurde mit über 90 Prozent zum Bürgermeister der Marktgemeinde Erkheim gewählt. Zuvor hatte er bereits zwei Amtsperioden lang dem Gemeinderat angehört. „Da kein anderer das machen wollte“, übernahm Heinle dann den Posten des Gemeindechefs: zwölf Jahre, in denen wiederum große Aufgaben auf ihn warteten. Soweit es möglich war, begleitete Anni Heinle ihren Mann zu Terminen.

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Ein eigenes Auto, das Heinle ihr bereits während seiner Zeit beim Straßenbauamt gekauft hatte, sorgte dafür, dass Anni – inzwischen Mutter zweier kleiner Kinder – auch mobil war. Denn oft musste sie auf ihren Mann verzichten, der von 1990 bis 2002 als Vorsitzender der Verwaltungsgemeinschaft (VG) bei allen wichtigen Veranstaltungen präsent sein musste. Den Vorsitz hatte er in der VG, ebenso beim Schulverband und beim Abwasserverband: Für die Gemeinde hatte er seine geregelten Arbeitszeiten beim Straßenbauamt aufgegeben, kümmerte sich um den Bau des Abwassernetzes und die Kläranlage in Frickenhausen. Die größte Herausforderung in seiner Zeit als Gemeindechef war, dass er von den Bürgerinnen und Bürgern die hohen Herstellungsbeiträge einfordern musste. Einen Ausgleich verschaffte Heinle der katholische Kirchenchor, dem er 48 Jahre lang angehörte. Auch beim Männerchor sang Heinle 25 Jahre lang mit.

Gemeinsame Urlaube im Süden

Früher verbrachte das Ehepaar jedes Jahr eine Woche auf Mallorca, Sizilien oder in Andalusien: Er widmete sich dort dem Sport, etwa dem Rennrad-Fahren, Anni Heinle begeisterte sich für Kultur-Angebote. Langweilig wird es beiden auch jetzt nicht: Ignaz Heinle wirkt beim Sozialverband VdK-Erkheim als Kassier und an der Wassertretanlage kümmert er sich ums Rasenmähen. Außerdem ist er noch immer gerne mit dem Rad – inzwischen mit E-Motor – unterwegs: etwa zum Oggenrieder Weiher oder nach Obergünzburg. Anni Heinle kümmert sich gerne um den Garten, näht und genießt die Gesellschaft ihrer zwei Söhne, fünf Enkel und zwei Urenkel.