Räumdienst

Sie befreien die Straßen in Memmingen von Eis und Schnee

Fahrer Martin Ender (links) und Bauhofleiter Markus Geikl vor einem sogenannten Kombistreugerät, das mit 6200 Litern Sole und vier Kubikmetern Trockensalz befüllt werden kann.

Fahrer Martin Ender (links) und Bauhofleiter Markus Geikl vor einem sogenannten Kombistreugerät, das mit 6200 Litern Sole und vier Kubikmetern Trockensalz befüllt werden kann.

Bild: V. Weyrauch/Stadt Memmingen

Fahrer Martin Ender (links) und Bauhofleiter Markus Geikl vor einem sogenannten Kombistreugerät, das mit 6200 Litern Sole und vier Kubikmetern Trockensalz befüllt werden kann.

Bild: V. Weyrauch/Stadt Memmingen

Memmingens Bauhofmitarbeiter sind auf die Wintersaison gut vorbereitet. 31 Fahrzeuge und 800 Tonnen Streusalz stehen bereit. Auch die Bürger sind gefordert.
Fahrer Martin Ender (links) und Bauhofleiter Markus Geikl vor einem sogenannten Kombistreugerät, das mit 6200 Litern Sole und vier Kubikmetern Trockensalz befüllt werden kann.
Von Redakton Memminger Zeitung
27.12.2020 | Stand: 06:00 Uhr

Der Memminger Bauhof hat sich wieder gut vorbereitet, um die Straßen und Wege in Memmingen und den Stadtteilen von Eis und Schnee befreien zu können. „Für ihren unermüdlichen Einsatz im Winter danke ich dem Team des Räumdienstes. Wenn viele noch schlafen, sind sie bereits unterwegs, um die Straßen und Wege sicherer zu machen“, betont Markus Geikl, Leiter des Bauhofs.

Mit etwa 800 Tonnen Streusalz, davon 150 Kubikmeter im Silo, 31 Räumfahrzeugen und bis zu 49 Handräumern stehen laut Geikl genügend Streumittel, Maschinen und Personal bereit, um die Verkehrs-, Rad- und Fußwege zu räumen. Insgesamt ist der Bauhof für etwa 280 Kilometer Straßen und rund 100 Kilometer Rad- und Fußwege zuständig. Deswegen wirbt der Bauhofleiter um Nachsicht: „An schneereichen Tagen können wir trotz des hohen Aufgebots an Personal nicht überall zugleich räumen und bitten dafür die Bürgerinnen und Bürger um Verständnis.“

Damit bis 6.30 Uhr alle wichtigen Straßen und Wege befahr- und begehbar sind, muss früh gehandelt werden. Bereits um drei Uhr machen sich die Mitarbeiter der Streckenkontrolle deswegen an die Arbeit. Je nach Wetterlage informieren sie ihre Kollegen, die dann um etwa vier Uhr mit den Fahrzeugen anfangen, die Straßen zu räumen und zu streuen. Ab fünf Uhr werden sie von den Handräumern unterstützt.

Die Gebiete sind in Dringlichkeitsstufen eingeteilt. So werden zuerst Hauptverkehrsstraßen und Knotenpunkte, wie etwa die Bismarckstraße als Zugang zum Klinikum oder der Tiroler Ring, sowie gefährliche Straßenabschnitte und Steigungen geräumt. Erst wenn diese vom Schnee befreit sind, kommen Nebenstraßen und Wohngebieten an die Reihe.

Winterdienst arbeitet umweltschonend

„Um die Umwelt zu schonen, wenden wir die sogenannte Feuchtsalz-Methode an“, sagt Geikl. Seit vier Jahren kann der Memminger Bauhof 8000 Liter mit einer speziellen Anlage innerhalb weniger Stunden herstellen. Einige Schneepflüge können zusätzlich zum Streusalz auch die sogenannte Sole laden. Diese Kombistreugeräte haben neben einem Behälter für Trockensalz auch einen großen Tank für die Sole. „Je nach Straßenlage wird entschieden, ob Salz oder Sole gestreut wird. Hat es viel geschneit, ist normales Streusalz effektiver. Ansonsten bringt Sole den Vorteil mit, dass sie sparsamer anzuwenden ist, besser haftet und dadurch oftmals schneller wirkt“, erklärt Martin Ender, Kombistreugerätefahrer beim Memminger Bauhof.

Aber nicht nur das Team des Bauhofs ist gefragt, wenn Schnee fällt. Auch die Bürger sind dazu angehalten, die an ihr Grundstück angrenzenden Gehwege zu räumen. Ab 7 Uhr an Werktagen und ab 8 Uhr an Sonn- und gesetzlichen Feiertagen gilt die sogenannte Räum- und Streupflicht. Bis 20 Uhr muss so oft geräumt werden, dass niemand durch Glätte oder Schnee gefährdet wird. Denn sollte jemand auf einem ungeräumten Weg stürzen und sich verletzten, stehen ihm Schmerzensgeld und Schadensersatz zu.

Wer seiner Räumpflicht nicht nachkommen kann, weil er bei der Arbeit, krank, verreist oder körperlich dazu nicht in der Lage ist, hat für eine Vertretung zu sorgen. Wenn dies nicht der nette Nachbar übernimmt, kann man einen Hausmeisterdienst beauftragen. Außer dem Gehweg müssen Anlieger auch den Weg zum Haupteingang und bei Wohngemeinschaften den Weg zu den Mülltonnen, Stellplätzen und Garagen räumen.

Schnee darf nicht auf die Straße geschaufelt werden

Lagern sollte man den Schnee auf dem eigenen Grundstück. Er gehört keinesfalls auf die Straße, um den Verkehr nicht zu beeinträchtigen. Schnee darf auch nicht in Gewässer geschoben werden, da er mit Salz verunreinigt sein könnte oder zu große Brocken zu Aufstauungen führen könnten.

Ferner ist zu beachten, dass das Ausbringen von Streusalz nur in absoluten Ausnahmezuständen – wie bei besonderer Glättegefahr oder bei außergewöhnlichen Witterungsverhältnissen wie Blitzeis – in so geringen Mengen wie nötig zulässig ist. Ansonsten ist es verboten. Ätzende oder umweltschädliche Stoffe dürfen nicht genutzt werden. Als Streugut empfiehlt Geikl den Bürgern, Sand oder Splitt zu verwenden, aber auch das in Maßen und nur, wenn unbedingt nötig.

Die Bauhofmitarbeiter haben bereits Schneezäune von insgesamt 5600 Metern Länge und etwa 90 Kisten mit Streusalz an verschiedenen Stellen im gesamten Memminger Stadtgebiet aufgestellt.