Eröffnung

Spielplatz Haienbach: Hier können Kinder "nach Herzenslust matschen"

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Die Wasserpumpe lädt am künstlichen Bachlauf zum Rumprobieren und kreativ werden ein.

Bild: Theresa Osterried

Die Wasserpumpe lädt am künstlichen Bachlauf zum Rumprobieren und kreativ werden ein.

Bild: Theresa Osterried

Nach langer Bauzeit ist der Spielplatz Haienbach nun eingeweiht. Oberbürgermeister Manfred Schilder freut sich über die neuen Spielgeräte und betont den Beitrag zur Inklusion
30.09.2021 | Stand: 17:36 Uhr

Michael und Fabian erklettern sich gerade ihren Weg in das Storchennest. Eigentlich sind sie viel zu beschäftigt für ein Interview. Was ihnen am neuen Spielplatz Haienbach besonders gut gefällt, verraten sie dann doch, bevor sie im Schlund der Rutsche verschwinden. „Ich finde die Rutschbahn am besten“, sagt Fabian. Auch die Kletterfelsen gefallen ihm. „Ich mag alles“, ruft Michael von oben.

Nach einer langen Bauzeit ist der Spielplatz Haienbach im Memminger Osten jetzt eröffnet worden. „Ein höchst innovatives Projekt“, nennt es Oberbürgermeister Manfred Schilder in einer kurzen Ansprache. Bereits 2018 begann die Stadt mit den Planungen dieses neuen Spielplatzes. Er war Teil des Projekts „Soziale Stadt Ost“.

Bereits 2019 wurde mit dem Bau des Spielplatzes begonnen

Im November 2019 war dann der Spatenstich. Warum die Bauzeit so lange dauerte? „Bei der Ausschreibung haben sich einige Dinge verzögert“, sagt Schilder. Das Vergabeverfahren musste mehrmals wiederholt werden. Und der Bau verzögerte sich laut Stadtplanungsamt Memmingen, weil es Lieferschwierigkeiten bei manchen Materialien gab.

Die Planung erfolgte von der Architektin Lucia Schnug vom Landschaftsarchitekturbüro Schnug. Den Bau übernahm die Firma Edelmann aus Isny. Rund 685 000 Euro hat die neue Spielwiese nach aktuellen Schätzungen vom Stadtplanungsamt gekostet – circa 370 000 Euro davon werden voraussichtlich bezuschusst.

Für die Jüngsten gibt es einen großen Wasser-Matsch-Bereich

Das fertige Projekt mit knapp 20 Spielgeräten kann sich sehen lassen: „Das übergeordnete Thema ist Wasser, Fisch und Bach“, sagt Architektin Lucia Schnug. Der Spielplatz teilt sich in mehrere Bereiche auf: Für die Jüngsten gibt es zum Beispiel einen Wasser-Matsch-Bereich. Dort können sie sich an einem künstlichen Wasserlauf mit Pumpen und Mini-Staustufen kreativ ausleben. Auch im Sand können die Kinder sich austoben. In einem großen Sandareal gibt es Wippgeräte, wie ein großes Fischerboot. „Hier kann man nach Herzenslust matschen“, fasst Schilder die Quintessenz der beiden Spielbereiche zusammen. Damit das inklusive Spielen erleichtert wird, gibt es einen Matschtisch, den man gut mit dem Rollstuhl erreicht.

Inklusion sei ein wichtiges Thema und wurde bei den Planungen berücksichtigt

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„Auf das Thema Inklusion wurde bei der Planung großen Wert gelegt“, sagt der Oberbürgermeister. Gemeinsam mit Verena Gotzes vom Behindertenbeirat Memmingen wurde überlegt, wie man Kinder mit Beeinträchtigung berücksichtigen könne. Im gesamten, 6 000 Quadratmeter großen Areal, sind die Wege laut Schilder so gebaut, dass man mit dem Rollstuhl überall hin kann. „Es gibt ein Rollstuhlkarussell, eine Netzschaukel und eine Rutsche. Sie ist auch für Kinder mit Beeinträchtigung machbar.“

Kletterelemente und Boccia-Bahn für die Älteren

Für die etwas älteren Kinder, ab einem Alter von sechs Jahren, sind die Kletterfelsen gedacht. Sie laden mit „Fischernetzen“ und Balancierelementen zum Herumturnen ein. Ein großer hölzerner Turm, der Storchenturm, verbindet Rutschvergnügen mit Kraxelei.

Für Kletterfreudige gibt es künstliche Felsen und ein Fischernetz.
Für Kletterfreudige gibt es künstliche Felsen und ein Fischernetz.
Bild: Osterried

Alle, die sich zu alt fühlen, um die Spielgeräte zu nutzen, können entweder Boccia oder Tischtennis spielen oder die Füße im Haienbach erfrischen.

„Das alles macht den Spielplatz zu etwas ganz besonderen“, schließt der Oberbürgermeister. In den Baumkronen rundum hängen bunte Vogelhäuschen und Futterstellen für die Piepmätze. Sie wurden von Schülerinnen und Schülern der Edith-Stein-Schule gestaltet. Ein außergewöhnlicher Hingucker sind zudem drei Holzskulpturen, die am Rande des Spielplatzes stehen. Sie wurden von Kunstschaffenden mit einer Motorsäge gestaltet und nehmen ebenfalls das Thema Wasser und Bach auf.

Michael und Fabian sind währenddessen weitergezogen. Sie testen jetzt die Wasserpumpen und versuchen durch fleißiges Pumpen die kleine Staustufe zu fluten.

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