Bürgerversammlung

Sporthalle in Lachen stand schon im Rohbau unter Wasser

Im September soll die neue Sporthalle in Lachen eröffnet werden. Eine Spundwand soll verhindern, dass sie nochmals „überflutet“ wird.

Im September soll die neue Sporthalle in Lachen eröffnet werden. Eine Spundwand soll verhindern, dass sie nochmals „überflutet“ wird.

Bild: Franz Kustermann

Im September soll die neue Sporthalle in Lachen eröffnet werden. Eine Spundwand soll verhindern, dass sie nochmals „überflutet“ wird.

Bild: Franz Kustermann

Bürgermeister Josef Diebolder berichtet von Problemen beim Vier-Millionen-Bauprojekt. Was die Gemeinde Lachen sonst noch bauen will.
04.06.2022 | Stand: 12:00 Uhr

Die neue, noch nicht ganz fertig gebaute Sporthalle der Gemeinde Lachen musste bereits eine Bewährungsprobe überstehen: Nach einem Starkregen am 16. Mai standen in dem Gebäude an der Grundschule fünf bis sieben Zentimeter Wasser. Wie Bürgermeister Josef Diebolder bei der Bürgerversammlung in Herbishofen berichtete, ist die Ursache mittlerweile allerdings erkannt; eine Spundwand solle nun eine weitere Überflutung verhindern. Am 17./18. September wird die Sporthalle dann offiziell eröffnet.

Allein im Jahr 2021 hat die 1773 Einwohner zählende Gemeinde für das Bauprojekt 1,77 Millionen Euro ausgegeben. Den Hallenbau schultern der Sportverein und die Gemeinde Lachen gemeinsam: Rund vier Millionen Euro kostet das Projekt. Vom Bayerischen Landes-Sportverband (BLSV) kommen 600.000 Euro an Zuschüssen und 300.000 Euro als zinsgünstiges Darlehen.

Gemeindefinanzen sind solide

Auch wenn die Gewerbesteuer – im vergangenen Jahr 422.000 Euro – laut dem Gemeindechef „kein Fundament ist, auf das man bauen kann“, sind die Gemeindefinanzen sehr solide: Der gemeindliche Anteil an der Einkommensteuer (1,09 Millionen Euro) der sieben Ortsteile umfassenden Kommune „steigt auf der Treppe jedes Jahr um eine Stufe an“, berichtete der Bürgermeister.

Wegen der zunehmenden Aufgaben „weiter steigend“ ist aber auch das gemeindliche Defizit am Kindergarten Herbishofen, das im vergangenen Jahr rund 164.000 Euro betrug. Eine „nicht kalkulierbare Größe“ ist stets der Winterdienst: Die Ausgaben 2021 hatten sich mit über 57.000 Euro gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt. Als eine „heiße Sache“ bezeichnete der Gemeindechef (und Kreisrat) die Kreisumlage, für die Lachen rund 873.000 Euro bezahlen musste. An die VG Memmingerberg gingen 232.000 Euro, an den Schulverband Benningen-Lachen (für 49 Schüler) etwa 156.000 Euro und an den Schulverband Memmingerberg (26 Schüler) 196.000 Euro. Trotz der vielen Ausgaben hält sich der kommunale Schuldenstand noch in Grenzen: Inklusive der Schulden bei Bayerngrund (rund 336.000 Euro für die Zwischenfinanzierung von Baugebieten) betragen die Verbindlichkeiten etwa 784.000 Euro.

Neubaugebiet mit 42 Baugrundstücken

Die Kommune hat einige zukunftsweisende Projekte auf den Weg gebracht. Im Neubaugebiet „Hetzlinshofen Süd III“ etwa werden die 42 Baugrundstücke mit einer sogenannten „Kalten Nahwärmeversorgung“ ausgestattet: Gespeist über eine PV-Anlage, können die Häuser dort künftig mit einer Wärmepumpe aus einer zentralen Grundwasserentnahme sehr kostengünstig beheizt werden. Die dazu notwendige, etwa 130 Meter tiefe Bohrung ist bereits erfolgt. Diebolder betonte: „Günstiger kann man kein Haus heizen.“ Etwa 200 bis 250 Euro werden die Bauwerber hier pro Quadratmeter für den voll erschlossenen Baugrund bezahlen müssen.

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Ein neuer Naturkindergarten soll östlich der Tennisplätze an der ehemaligen Lehmgrube Gossmannshofen etabliert werden. Als Unterkunft wurde bereits ein alter Zirkuswagen samt Küche und Ofen erworben. Ab dem kommenden Kindergartenjahr (im September) soll hier – nach dem Vorbild von Trunkelsberg – eine neue Gruppe in Betrieb gehen. Wie der Bürgermeister bei der Diskussion auf die Frage von Helmut Stephan betonte, ist damit aber eine Erweiterung, ein Neu- oder Umbau des evangelischen Kindergartens in Herbishofen „nicht vom Tisch“.

Funkmast schlägt hohe Wellen

Der geplante Funkmast nördlich von Albishofen hat hohe Wellen geschlagen, sagte der Bürgermeister. Während die Verbesserung der Versorgungssicherheit die einen Bürger als „Segen“ sehen, sähen dies andere als „Fluch“.

Erfreuliches hatte Alfred Wöcherl zu berichten: Bis Ende 2025 sind alle Bürger Lachens mit Glasfaser, und somit mit einer schnellen Breitbandversorgung ausgestattet – sofern sie den dafür notwendigen Gestattungsvertrag unterzeichnen und der Gemeinderat dem neuen Förderantrag zustimmt. „Und das Ganze kostet den Bürger nichts“, sagte der Breitbandspezialist. Aufgrund der Konstellation seien im Gemeindegebiet künftig allerdings drei verschiedene Versorger zuständig: Die Telekom, Inexio-DSL und Allgäu-DSL.