Freiheit

Stadt will mehr Touristen anlocken

Pedelec-Touren um 13.30 ab Marktplatz

Pedelec-Touren um 13.30 ab Marktplatz

Bild: Siegfried Rebhan

Pedelec-Touren um 13.30 ab Marktplatz

Bild: Siegfried Rebhan

Plenum Experte stellt neues Vermarktungskonzept vor. Altstadt und Radfahren im Fokus
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Von Volker Geyer
18.09.2019 | Stand: 15:29 Uhr

Wie kann Memmingen für Touristen attraktiver gemacht werden? Mit dieser Frage hat sich seit September 2017 der damals neu gegründete Arbeitskreis „Vermarktung“ befasst. Ihm gehören Stadträte aller Fraktionen sowie Verwaltungsmitarbeiter an. Externer Kooperationspartner ist das Unternehmen „Tourismusplan b“ in Berlin. Dessen Geschäftsführer Andreas Lorenz hat jetzt in der jüngsten Stadtratssitzung das erarbeitete Vermarktungskonzept mit vielen Projekten vorgestellt. Dabei stehen zwei Themen im Mittelpunkt: Die Altstadt als Erlebniswelt und Memmingen als Radfahrzentrum.

Wie Lorenz den Stadträten erläuterte, beinhaltet das Konzept bereits eine Prioritätenliste der einzelnen Projekte, die am Ende ein großes Ganzes ergeben sollen. Zu den vordringlichsten Maßnahmen zählen unter anderem folgende Punkte:

Es soll eine eigene touristische Website geschaffen werden, beziehungsweise das Thema „Tourismus“ attraktiver auf der neuen städtischen Website platziert werden. Wichtig: Umsetzung als eine Plattform. Zudem sollen die gängigen Social-Media-Kanäle wie etwa Facebook, Twitter und Instagram bespielt werden.

Man möchte das Angebot an Gästebetten erweitern und innovative Hotelkonzepte entwickeln – zum Beispiel Radfahrhotel und Hostel für Durchreisende.

Die Innenstadt soll auf vielfältige Weise erlebbarer werden. So könnten etwa die Wehrgänge der Stadtmauer sowie die Türme zugänglich gemacht und der Grüngürtel attraktiver gestaltet werden.

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Die Beschilderung verbessern und attraktive Abstellmöglichkeiten schaffen. Dazu gehören etwa Fahrradboxen, Schließfächer, Umkleiden und funktionale Radbügel in der Innenstadt.

Das Thema „Freiheit“ soll in Memmingen eine besondere Rolle spielen. Schließlich wurden 1525 in der Kramerzunft die Bauernartikel verfasst, die als erste Niederschrift von Menschen- und Freiheitsrechten in Europa gelten. Als Einzelmaßnahmen sind zum Beispiel denkbar: Aufstellung von Autobahnschildern („Memmingen – Stadt der Freiheitsrechte“), spezielle Stadtführungen und Ausstellungen sowie ein jährliches Freiheitsfest und ein „Memminger Freiheitsjahr“ zum Jubiläum im Jahr 2025.

Mit Blick auf die Bauernartikel betonten sowohl Oberbürgermeister Manfred Schilder (CSU) als auch Klaus Holetschek (CSU) und Herbert Müller (SPD), dass man mit diesem Alleinstellungsmerkmal „wuchern“ könne. Holetschek sprach sich erneut für eine Landesausstellung über den Bauernkrieg im Jubiläumsjahr 2025 aus und Müller für die touristische Nutzung der Kramerzunft: „Die Leute wollen doch sehen, wo die Artikel abgefasst wurden.“

Was das Gesamtkonzept anbelangt, machte Schilder deutlich: „Das erfordert Zeit, Geld und Personal. Das schütteln wir nicht einfach so aus dem Ärmel.“ Das Ganze werde jetzt Stück für Stück weiter vorangetrieben, wobei mache Dinge rascher und andere eben langsamer in die Tat umgesetzt werden könnten. In diesem Zusammenhang merkte Professor Dr. Dieter Buchberger (Grüne) an, dass man rechtzeitig bis zu den Haushaltsberatungen im kommenden Jahr festlegen müsse, was als erstes angepackt werden soll. Schließlich müsse entsprechend Geld im Etat der Stadt bereitgestellt werden.

Indes wies Wolfgang Zettler darauf hin, dass es bereits Befürchtungen gebe, es könnten einmal zu viele Touristen die Stadt bevölkern. „Wir sollten die Bürger daher in die Entwicklung einbeziehen“, schlug der CSU-Stadtrat vor. Das sah auch OB Schilder so: „Wir brauchen die Akzeptanz der Bevölkerung.“ Und Tourismusexperte Lorenz ergänzte: „Wir wollen keinen Massentourismus.“ So ziele das Konzept auch bewusst nicht darauf ab, speziell den Fischertag und die Wallensteinspiele noch mehr zu vermarkten: „Das sind vor allem Feste für die Bürger, die vom Charme der Kleinteiligkeit leben.“