Memmingen

Stadträte lehnen neues Geschäft ab

Innenstadtschutz Tedi-Markt darf nicht in der Bodenseestraße einziehen
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Von vog/arz
30.05.2019 | Stand: 15:16 Uhr

Zum Schutz des innerstädtischen Handels hat der Memminger Bausenat jetzt die Ansiedlung einer Tedi-Filiale im Nahversorgungszentrum an der Ecke Bodenseestraße/Hindenburgring abgelehnt.

Laut Stadtbaureferatsleiter Fabian Damm bietet Tedi in seinen über 2000 Filialen sehr günstige Waren aller Art an. Dabei liege der Anteil der sogenannten innenstadtrelevanten Sortimente (siehe Infokasten) bei über 90 Prozent. Solche Waren dürfen laut dem Memminger Einzelhandelskonzept von 2007 aber nur noch in der Innenstadt neu angeboten werden. Damm empfahl den Stadträten daher, den gut 500 Quadratmeter großen Tedi-Markt abzulehnen. Dazu müsse allerdings der bestehende Bebauungsplan aus dem Jahr 1975 entsprechend geändert werden. Denn laut diesem sind in dem Mischgebiet alle Arten von Einzelhandel zulässig.

In der anschließenden Diskussion merkte Thomas Mirtsch (CRB) an, dass die „Memminger Liste“ von 2007 veraltet und nicht mehr haltbar sei. „Diese Käseglocke über der Altstadt ist angesichts des Internethandels nutzlos.“ Zudem würde die Einhaltung der Liste dazu führen, dass sich in Memmingen abgelehnte Geschäfte kurzerhand in benachbarten Orten ansiedeln. Somit würde der Memminger Einzelhandel allgemein geschwächt.

Dem pflichtete Herbert Müller (SPD) bei. Er sprach sich für eine Überarbeitung der „Memminger Liste“ aus. Der Sozialdemokrat sieht die Chancen der Altstadt im „hochqualitativen Bereich“ und nicht im Verkauf von Ein-Euro-Artikeln, wie sie die Tedi-Märkte anbieten.

Laut Oberbürgermeister Manfred Schilder (CSU) wird das Memminger Einzelhandelskonzept gerade überarbeitet, so dass die Stadträte bis Sommer 2020 darüber beraten und abstimmen könnten. Die Überarbeitung kostet 50000 Euro – 30000 Euro davon fördert die Regierung von Schwaben.

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Nach den Worten von Michael Haider, Wirtschaftsförderer der Stadt, gibt es eine bayernweite Liste mit zentrenrelevanten Sortimenten. Und die sehe nicht viel anders aus als die Memminger Liste von 2007. „Wenn wir die Geschäfte in der Altstadt schützen wollen, werden wir an dieser Stelle nicht viel ändern können.“ Zugleich zeigte er sich zuversichtlich, dass man in der Altstadt neue Geschäfte ansiedeln kann.

Letztlich stimmten bis auf Mirtsch alle Senatsmitglieder für die Bebauungsplanänderung und somit gegen einen Tedi-Markt in der Bodenseestraße. Endgültig über die Sache entscheiden muss nun der Gesamtstadtrat in seiner öffentlichen Sitzung am Montag (3.Juni) ab 16 Uhr im Rathaus.