Naturschutz im Allgäu

Startschuss für Projekt „Agile Iller“ in Heimertingen rückt näher

HM Iller

Im Frühjahr 2022 sollen die Bauarbeiten zur Umsetzung des Projekts „Agile Iller“ auf Höhe der Gemeinden Heimertingen und Opfingen im Unterallgäu beginnen.

Bild: Armin Schmid

Im Frühjahr 2022 sollen die Bauarbeiten zur Umsetzung des Projekts „Agile Iller“ auf Höhe der Gemeinden Heimertingen und Opfingen im Unterallgäu beginnen.

Bild: Armin Schmid

Ab Oktober beginnen die vorbereitenden Maßnahmen. Der Fluß soll etwas von seiner Ursprünglichkeit zurück erhalten. Was ist mit der Baustellenzufahrt?
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Von Armin Schmid
15.08.2021 | Stand: 12:00 Uhr

Der Startschuss für ein Maßnahmenpaket, das im Zuge des Projekts „Agile Iller“ im Iller-Bereich auf Höhe der Gemeinde Heimertingen umgesetzt werden soll, könnte schon bald fallen. Darüber wurde in der jüngsten Gemeinderatssitzung in Heimertingen (Unterallgäu) informiert. Auch für den nicht unbeträchtlichen Lkw-Verkehr wurde eine Lösung gefunden.

Im Prinzip geht es bei den Maßnahmen darum, dass die Iller wieder ein ursprünglicher Fluss werden und mehr Fließgeschwindigkeit erhalten soll. Zudem sollen mehr Laichplätze für die verschiedenen Fischarten geschaffen werden und die Menschen sollen die Iller wieder mehr als Naherholungsraum erleben können.

Querbauwerke abbrechen, Auenbereisch schaffen

Deswegen soll die Iller im Bereich der Gemeinden Heimertingen und Opfingen modifiziert und zu einem ursprünglicheren Gewässer zurückgebaut werden. Geplant ist, dass dabei in der Iller stehende Querbauwerke abgebrochen und durch so genannte Raue Rampen ersetzt werden. Ein weiteres Anliegen des Projekts ist es, einen Auebereich zu schaffen und die Iller teilweise aufzuweiten. Jonas Meinzer vom Wasserwirtschaftsamt in Kempten erläuterte, dass insgesamt fünf Maßnahmen umgesetzt werden sollen. Dies wird in drei Ausbaustufen geschehen. Neben dem Rückbau von Querbauwerken geht es auch um die Anlage eines Auegewässers und Strukturmaßnahmen am Ufer. Uferbereiche sollen aufgeweitet und naturnah gestaltet werden, damit der Fluss mehr Raum hat.

Die Vorbereitung des Bauprojekts soll schon im Oktober beginnen. Im zeitigen Frühjahr soll es laut Meinzer dann mit den Bauarbeiten losgehen. Geklärt werden musste während der Gemeinderatssitzung noch die Baustellenzufahrt. „Das ist wichtig, denn da wird die nächsten zwei Jahre viel passieren“, sagte Bürgermeister Josef Wechsel. Es gehe darum, schweres Gerät beziehungsweise die Baumaschinen an die Iller zu bringen. (Lesen Sie auch: Geplante Argenbrücke bei Eglofstal sorgt für hitzige Diskussion)

3300 beladene Lastwagen rollen zur Iller

Der Bürgermeister erläuterte, dass rund 3300 beladene Lastwagen in Richtung Iller und wieder zurück fahren werden. Eine Verkehrsführung durch den ganzen Ort hindurch und am Kindergarten vorbei sei deshalb für diesen Lkw-Verkehr nicht tragbar. Meinzer ergänzte, dass die Zufahrt sogar für fünf Jahre Bestand haben wird und dass in dieser Zeit noch viel mehr Lastwagen in Richtung Iller unterwegs sein werden. Eine Verkehrsführung durch den Ort schloss der Bürgermeister jedenfalls kategorisch aus. Der Focus richtete sich schließlich auf den Pendlerparkplatz am Sennhof. Von dort aus könnte die Zufahrt zur Iller über einen parallel zur B300 verlaufenden Wirtschaftsweg und eine daran anschließende Rückegasse verlaufen.

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Der Bürgermeister erläuterte, dass der Weg staubfrei sein und daher asphaltiert werden müsse. Die Rückegasse müsse man entsprechend ausbauen. Bei einem Rückbau werde der Bereich der Rückegasse dann später wieder aufgeforstet. Für die Gemeinde Heimertingen bliebe nach den Baumaßnahmen ein asphaltierter Wirtschaftsweg zur Nutzung erhalten. Kosten fielen für die Gemeinde durch die Schaffung der Zufahrt nicht an, sagte Wechsel. Der Gemeinderat befürwortete die Zufahrtsregelung schließlich mehrheitlich.

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