Corona-Impfungen

Das ging schnell: Memminger Impfzentrum setzt Stiko-Empfehlung sofort um

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Hier warten Impfwillige vor dem Memminger Impfzentrum auf ihre Boosterspritze. Weil es nun vier statt zwei Impfstraßen gibt, sind die Wartezeiten längst nicht mehr so lang wie noch vor einem Monat.

Bild: Fotos: Andreas Berger

Hier warten Impfwillige vor dem Memminger Impfzentrum auf ihre Boosterspritze. Weil es nun vier statt zwei Impfstraßen gibt, sind die Wartezeiten längst nicht mehr so lang wie noch vor einem Monat.

Bild: Fotos: Andreas Berger

Das ging schnell: Das Memminger Impfzentrum hat am Dienstag in kurzer Zeit auf die Stiko-Empfehlung reagiert, die Wartezeit für Booster-Impfungen zu verkürzen.
23.12.2021 | Stand: 08:34 Uhr

Es war kurz nach 14 Uhr am Dienstag, als allgäuer-zeitung.de und weitere Medien bundesweit die Nachricht veröffentlichten: „Stiko empfiehlt Auffrischimpfungen bereits nach drei Monaten.“ Stiko ist die Ständige Impfkommission, die beim Robert-Koch-Institut angesiedelt ist. Im Impfzentrum Memmingen ging es dann schnell: Bruno Ollech vom Malteser Hilfsdienst, der das Impfzentrum betreibt, spricht sich mit Dr. Hardy Götzfried ab, dem Ärztlichen Leiter des Impfzentrums Memmingen. Sie beschließen: Die Stiko-Empfehlung wird sofort umgesetzt.

Seit Dienstagnachmittag ist es also im Impfzentrum Memmingen möglich, schon drei Monate nach der zweiten Impfung geboostert zu werden. Bisher galt in Bayern eine Wartezeit von fünf Monaten.

Impfzentrum Memmingen: wechselnder Andrang

Am Vormittag des Dienstags sei nicht viel losgewesen, sagen Mitarbeiterinnen des Impfzentrums. Und auch als wir um 14 Uhr die Räume an der Buxacher Straße 8 besuchen, kommt nur ab und zu jemand herein, der sich die erste, zweite oder dritte Spritze gegen Corona geben lassen will. Um 16.15 Uhr, als wir ein zweites Mal an diesem Tag vorbeischauen, sieht es anders aus: Die Schlange vor den beiden Impfstraßen, in denen derzeit geboostert wird, ist lang. Ob es an der Stiko-Empfehlung liegt, schon drei Monate nach der zweiten die dritte Impfung zu verabreichen, ist nicht klar. Zeitlich würde es zumindest passen.

Franziska und Paul Schlegel stehen in der Schlange, wollen sich boostern lassen. Seine zweite Impfung ist keine fünf Monate her. Aber er habe vorhin von der Stiko-Empfehlung gehört. Vielleicht hätte er aber auch ohne diese Änderung sein Glück versucht, sagt er. Nun ist jedenfalls sicher, dass er heute seine Spritze bekommt. Lange müssen die beiden nicht warten, bis sie an der Reihe sind und in die warmen Räume dürfen. Hätten sie zwei oder drei Stunden anstehen müssen, wie es teils im November der Fall war, hätten sie sich vermutlich nicht angestellt, sondern versucht, über ihren Hausarzt einen Termin zu erhalten.

Hier warten Impfwillige vor dem Memminger Impfzentrum auf ihre Boosterspritze. Weil es nun vier statt zwei Impfstraßen gibt, sind die Wartezeiten längst nicht mehr so lang wie noch vor einem Monat.
Hier warten Impfwillige vor dem Memminger Impfzentrum auf ihre Boosterspritze. Weil es nun vier statt zwei Impfstraßen gibt, sind die Wartezeiten längst nicht mehr so lang wie noch vor einem Monat.
Bild: Andreas Berger

Dass die Wartezeiten vor dem Memminger Impfzentrum nicht mehr so lang sind wie etwa vor einem Monat, liege nicht daran, dass der Ansturm an Impfwilligen nachgelassen habe, sagt Monika Barth, Verwaltungsleiterin des Impfzentrums. Sondern daran, dass der Betrieb nun anders organisiert sei: Es gebe vier statt zwei Impfstraßen. Durch den Haupteingang der alten Realschule gehen diejenigen, die eine Erst- oder Zweitimpfung haben wollen. Für sie stehen die Impfstraßen eins und zwei bereit. Über den Hof Richtung Turnhalle gehen nur diejenigen, die eine Booster-Impfung bekommen – in Impfstraße drei und vier. Außerdem wurden die Öffnungszeiten ab dem 1. Dezember erweitert (siehe unten), was den Ansturm ebenfalls entschärfe.

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Pro Schicht können 100 bis 120 Menschen geimpft werden. Dann sei die maximale Auslastung erreicht. In den Impfstraßen bedeutet das: vier Stunden höchste Konzentration. Dr. Altin Rushiti weiß das. Es ist mittlerweile 17.50 Uhr. Er hat sich gerade in eine der Impfkabinen gesetzt, wird in wenigen Minuten seine Schicht beginnen und einen Impfling nach dem nächsten über den Impfstoff aufklären. „Es ist schon anstrengend.“ Und die letzte Stunde einer Schicht sei hart.

Impfen im Akkord im Impfzentrum Memmingen

Auch außerhalb der Impfkabinen wird im Akkord gearbeitet. Draußen warten etwa 25 Menschen, immer wieder kommen neue hinzu. Angelina Retigs und Alina Prinz sitzen am Empfang der Booster-Straßen. Ununterbrochen nehmen sie Kontaktdaten der Impfwilligen auf, lassen sich Impf- und Personalausweise zeigen und drucken Fragebögen aus. Wie viele Leute draußen warten, wie lang die Schlange ist, davon bekommen sie drinnen nichts mit. Keine Zeit, nachzuschauen. Und für die Toilette? Das nähmen sie sich schon raus, sagt Angelina Retigs – auch wenn einige wenige Wartende komisch schauten, wenn sie kurz den Platz verlasse. Dann bekämen sie schon mal zu hören: „Warum muss ausgerechnet ich jetzt warten?“ Aber die meisten seien nett und hätten Verständnis.

Geöffnet, geschlossen: Weihnachten, Silvester, Heilige Drei Könige

Geschlossen: Das Impfzentrum in der alten Realschule in Memmingen ist an den Wochenenden vom 24., 25. und 26. Dezember sowie 31. Dezember, 1. und 2. Januar 2022 geschlossen.

Geöffnet: Zwischen den Jahren ist das Impfzentrum vom 27. bis 30. Dezember geöffnet. Ebenso ab 3. Januar von Montag bis Samstag und auch am Feiertag: Donnerstag, 6. Januar. Die Öffnungszeiten an diesen Tagen sind:

8 bis 12 Uhr (letzter Einlass um 11.45 Uhr)

13 bis 17 Uhr (letzter Einlass um 16.45 Uhr)

18 bis 22 Uhr (letzter Einlass um 21.45 Uhr)

Wegen Lüftungs- und Desinfektionspausen muss zwischen den Schichten je eine Stunde geschlossen bleiben.

Kein Termin, aber Registrierung: Im Memminger Impfzentrum werden keine Termine vergeben. Aber eine Registrierung im Bayerischen Impfportal unter impfzentren.bayern ist hilfreich, um die Wartezeiten vor dem Impfzentrum zu verkürzen.

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