Heimertingen

Strom für 1300 Drei-Personen-Haushalte

Heimertingen

Nördlich des Umspannwerks soll am Heimertinger Ortsrand, direkt an der Bahntrasse Ulm-Kempten, ein großer Solarpark entstehen.

Bild: Armin Schmid

Nördlich des Umspannwerks soll am Heimertinger Ortsrand, direkt an der Bahntrasse Ulm-Kempten, ein großer Solarpark entstehen.

Bild: Armin Schmid

Am nördlichen Ortsrand von Heimertingen soll ein großer Solarpark entstehen.

10.07.2020 | Stand: 06:00 Uhr

Die Firma ABO Wind will in der Nähe des Umspannwerks am nördlichen Ortsrand von Heimertingen einen größeren Solarpark errichten. Auf dem Plangebiet „Am Rabenbaum“ soll auf 4,3 Hektar Grünfläche eine Photovoltaik-Anlage mit einem Leistungspotenzial im Bereich von vier MWp (Megawatt Peak, Bezeichnung für die elektrische Leistung von Solarkraftwerken) entstehen.

Projektleiter Konstantin Winter stellte bei der jüngsten Sitzung des Heimertinger Gemeinderates das Projekt und den aktuellen Planungsstand vor. Die Firma ABO Wind AG hat bereits im Jahr 2018 die erste Anfrage gestellt. Der Fokus habe in Heimertingen schnell auf dem 110 Meter breiten Randstreifen entlang der Bahntrasse Memmingen-Ulm gelegen. Die Potenzialfläche erstreckt sich auf den westlichen Bereich an der Bahnstrecke, auf einer Länge von 450 Meter.

Dort ist der Bau laut Projektleiter erlaubt, und die Bedingungen am nördlichen Heimertinger Ortsrand seien günstig. Letztlich liege das Umspannwerk der Lechwerke Netz AG als „guter und günstiger Netzeinspeisepunkt in unmittelbarer Nähe“. Möglich wäre sogar eine Einspeisung von rund zehn MWp gewesen.

Schutzgebiete nicht berührt

Allerdings habe man sich nicht mehr Flächen sichern können. Grundstücksbesitzer wollten demnach teilweise dem Kiesabbau den Vorrang geben oder hatten andere ablehnende Gründe. Die für die vier MWp benötigten Grünflächen habe man sich aber schon größtenteils gesichert. Die Planung berühre keine Schutzgebiete. Derzeit werden die beiden Flächenbereiche für intensive Ackernutzung benötigt.

Die Stromproduktion könnte bei rund 4,4 Millionen kWh (Kilowattstunde, Einheit für elektrische Arbeit) Strom pro Jahr liegen. Damit wäre laut Projektleiter die Versorgung von rund 1300 Drei-Personen-Haushalten möglich. Demnach wären dies doppelt so viele Haushalte wie in Heimertingen.

Die Gemeinde Heimertingen soll durch jährliche Pachteinnahmen von der Nutzung gemeindeeigener Wege profitieren. Die Kosten für die Bauleitplanung werden von der Firma ABO Wind übernommen.

Ein weiterer Pluspunkt sei, dass ABO Wind bereit sei, eine solare E-Bike-Ladestation zum kostenlosen Auftanken von Fahrrädern zu installieren. Den Standort könne der Gemeinderat festlegen. Letztlich soll es auch ein Bürger-Beteiligungsmodell „Nah & Grün Invest“ geben. Die Beteiligung soll bereits ab 500 Euro möglich sein. „Ab 100 000 Euro Gesamtinvestitionssumme macht das Ganze Sinn.“

Die Laufzeit der Bürgerbeteiligung soll fünf bis sieben Jahre betragen und eine feste Rendite von rund drei Prozent ermöglichen. Im Hinblick auf das weitere Vorgehen müsste der Heimertinger Gemeinderat einen Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan „Sondergebiet Photovoltaik“ fassen. Die Firma ABO Wind würde dann die Planung konkretisieren und Pachtverträge über 30 Jahre schließen. Baubeginn könnte demnach in rund einem Jahr sein. Nach Fertigstellung will ABO Wind den Solarpark an ein Energieversorgungsunternehmen übergeben.

Bürgermeister Josef Wechsel meinte, dass man hinsichtlich des Projekts und des Aufstellungsbeschlusses zeitnah entscheiden werde. Kritische Stimmen gab es dahingehend, dass nun „wertvolle landwirtschaftliche Flächen für die Stromerzeugung genutzt werden“ sollten. Dadurch entstehe noch mehr Druck auf die Fläche. Gemeinderatsmitglied Clemens Bernhard meinte, dass man vor allem ein generelles Energiekonzept für Heimertingen erstellen sollte. Der Bürgermeister fragte nach, ob man die relativ große Fläche nahe der Staatsstraße 2031 durch eine Begrünung kaschieren könnte. Laut Projektleiter ist dies nicht vorgesehen, aber möglich.