Corona in Memmingen

Gibt es in Memminger Apotheken genug Corona-Selbsttests für die Testpflicht in Kindergärten?

Corona-Selbsttests für Kitakinder

Mädchen und Jungen, die in Krippe und Kindergarten gehen, müssen ab Montag, 10. Januar, drei Mal pro Woche zuhause auf Corona getestet werden.

Bild: Friso Gentsch, dpa (Symbolbild)

Mädchen und Jungen, die in Krippe und Kindergarten gehen, müssen ab Montag, 10. Januar, drei Mal pro Woche zuhause auf Corona getestet werden.

Bild: Friso Gentsch, dpa (Symbolbild)

In Memmingen und Unterallgäu werden ab 10. Januar wöchentlich tausende Corona-Selbsttests zusätzlich benötigt: Ab dann gilt die Testpflicht in Kita und Krippen.
07.01.2022 | Stand: 18:20 Uhr

Tausende Corona-Selbsttests müssen ab Montag, 10. Januar, zusätzlich in Memmingen und im Unterallgäu gemacht werden. Jede Woche. Denn ab dann müssen alle Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr, die in Krippe oder Kindergarten betreut werden, drei Mal pro Woche auf das Virus getestet werden. Das dürfen die Eltern zuhause erledigen.

Doch gibt es überhaupt genügend Selbsttests in den Apotheken? Allein in den städtischen Betreuungseinrichtungen Memmingens sind rund 1500 Kinder untergebracht. Macht also 4500 Selbsttests pro Woche. Hinzu kommen die Memminger Mädchen und Jungen, die in Einrichtungen anderer Träger betreut werden. Und im Unterallgäu gibt es in fast 100 Kindertageseinrichtungen mehr als 6600 Betreuungsplätze – das ist Stand vom Sommer 2020.

Der Bedarf an Corona-Selbsttests allein in unserer Region wird also sprunghaft in die Höhe schnellen. Bernhard Hölzle, Leiter des Memminger Kindergartenamts, sagte Ende Dezember gegenüber unserer Redaktion, dass die Apotheken aktuell genügend Tests zur Verfügung stellen könnten.

Apotheker aus Heimertingen: Tausende Testkits bestellt

Das bestätigt Christian Lazar, Inhaber der Sternapotheken in Heimertingen und an der Bodenseestraße in Memmingen. Allerdings habe er nur einen guten Vorrat, weil er rechtzeitig solche Tests bestellt und mehrere Lieferanten habe. Zuletzt habe er einige Tausend Tests geordert, die auch geliefert wurden. Wer kurzfristig versuche, sein Lager aufzufüllen, könne aber schon Probleme bekommen. „Wir sind gut vorbereitet und können sowohl Lollitests, Spucktests und auch Nasentests anbieten, da haben wir eine gute Auswahl.“ So könnten Apotheken ihren Beitrag dazu leisten, das Risiko der Pandemie zu verringern. Vor Bestellungen aus dem Internet warnt Christian Lazar. Es gebe viele unseriöse Anbieter, deren Produkte von zweifelhafter Qualität sein könnten. Aber für Eltern, die Coronatests für ihre Kinder benötigen, kommt das sowieso eher weniger in Frage. Sie erhalten die Tests nämlich über Berechtigungsscheine der jeweiligen Betreuungseinrichtung kostenlos in den Apotheken. Pro Schein gibt es zehn Sets.

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Auch Alexander Bohn aus der Memminger Elefanten-Apotheke und Dörte Bock von der Mohren-Apotheke haben ihre Lager gefüllt. Zuletzt habe er Tausende Coronatests bestellt und bekommen – ohne Probleme, sagt Alexander Bohn. Dabei habe es in den vergangenen Wochen schon immer wieder mal Lieferengpässe gegeben. Und die Preise seien wegen der hohen Nachfrage recht hoch gewesen. Doch aktuell normalisiere sich das Preisniveau.

Weil die Hersteller auf die Nachfrage reagierten, glaubt Alexander Bohn nicht, dass es demnächst Lieferschwierigkeiten geben wird. Schon im Dezember sei die Nachfrage gestiegen, sagt Dörte Bock. Aber einen Engpass habe es bisher bei ihrem Lieferanten nicht gegeben.

Zwei Varianten des Nachweises

Es gibt zwei Möglichkeiten für Eltern, die Tests ihrer Kinder in den Krippen und Kita nachzuweisen. Variante 1: Sie bringen die Test-Kassette, auf der das Ergebnis gezeigt wird, mit in die Einrichtung. Variante 2: Sie bestätigen per Unterschrift auf einem Formular, dass der Corona-Selbsttest zuhause negativ war. Jeder Einrichtungsträger muss selbst entscheiden, welche Variante er bevorzugt.

Die Stadt Memmingen etwa hat sich für seine städtischen Betreuungseinrichtungen für Variante 1 entschieden.