Landestheater Schwaben

Theaterfest macht Appetit auf neuen Spielplan "Reset Now"

Theaterfest LTS

Beim Theaterfest zum Start in die neue Spielzeit des Landestheaters Schwaben prangte das Motto „Reset Now“ aus Müll gebaut über der Bühne im Großen Haus. Das komplette, 13-köpfige Ensemble trat mit geballter Bühnenpräsenz auf.

Bild: Dunja Schütterle

Beim Theaterfest zum Start in die neue Spielzeit des Landestheaters Schwaben prangte das Motto „Reset Now“ aus Müll gebaut über der Bühne im Großen Haus. Das komplette, 13-köpfige Ensemble trat mit geballter Bühnenpräsenz auf.

Bild: Dunja Schütterle

Die Spielzeit 2021/22 am Landestheater Schwaben setzt sich mit aktuellen Themen wie dem Klimawandel auseinander. Was das Ensemble dabei zu bieten hat.
20.09.2021 | Stand: 14:00 Uhr

Alles auf Anfang – Reset Now: Wie weit können wir die Zeit zurückdrehen – um neu anzufangen und kommende Krisen abzuwenden? Und hilft uns dabei ein Zeitmesser, der bereits kurz vor Zwölf steht, um die Bedrohung der Menschheit abzuwenden? Existenzielle Fragen, die auch zum künstlerischen Diskurs anregen und mit denen sich das Team des Landestheaters Schwaben (LTS) in dieser Spielzeit beschäftigen wird. Einige Auszüge der dafür ausgewählten Stücke bot das Ensemble bei seinem etwas anderem Theaterauftakt nach der Sommerpause – einem mehrstündigen Fest mit Musik und Bewirtung vor und im Stadttheater.

Bereits vor zwei Jahren, also noch vor der weltweiten Pandemie, hatte das Team des Landestheaters rund um diese existenziellen Fragen einen Spielplan entwickelt – der dann pandemiebedingt wieder auf Eis gelegt und kurzfristig durch den noch aktuelleren „Zwischen den Zeiten“ ersetzt wurde. Jetzt steht das Programm mit dem Titel „Reset Now“ in den Startlöchern der Spielzeit 2021/22, getragen von der Hoffnung, sich gemeinsam mit dem Publikum über gesellschaftlich-relevante Themen im künstlerischen Kontext auszutauschen. Erste Schlaglichter darauf setzte das Theaterfest.

Aus dem Schriftzug aus Müll rieselt Kunstschnee

Mit geballter Energie und Bühnenpräsenz zogen die Künstler und Künstlerinnen des Ensembles wie das Gefolge von „Johanna von Orleans“ (Premiere am 15. Oktober) auf die Bretter, die nicht nur die Welt für sie bedeuten, sondern auch ganz banal deren Existenzen sichert. Die Outfits des 13-köpfigen Ensembles sind farbenfroh, ihre Freude über den gemeinsamen Auftritt ist deutlich spürbar. Über ihren Köpfen prangt groß der aus Müll kreierte Schriftzug „Reset Now“. Es schneit Kunstschnee. In den Vordergrund drängt sich die Aktualität der angespielten Stücke, die gehört und gesehen, beklatscht, besprochen und bedacht werden wollen.

Stimmt, das liegt in der Natur der Sache eines zeitgenössischen Theaters, das mit einer „grünen“ Komödie im Januar 2022 Premiere feiern wird. Dabei ist die Zukunft noch ein „Wunsch und Wunder“, wie es das Schauspiel von Felicia Zeller verheißt, das schon in der Preview beim Corona-konformen Theaterfestpublikum für Lacher sorgt. Zwischen den Szenen der einzelnen Stücke gibt es Musikbeiträge der Ensemblemitglieder – mal mit zart melancholischen Texten, mal entschlossen vertont und zum Ausdruck gebracht.

"Lampedusa" sorgt für Gänsehautmoment

Fast so, als hätte einem das Leben Zitronen gegeben, um daraus dann Limonade zu machen. Doch was wäre, wenn nun der Staat ein Gesetz erließe, das jedem Bürger nur noch 140 Wörter am Tag gewährt? Mit Grenzen setzt sich das Stück „Zitronen Zitronen Zitronen“ auseinander, das am 1. Oktober Premiere im Studio feiern wird. Was Menschen ein- und ausschließt macht „Lampedusa“ deutlich, dass bereits in der Kürze der vorgestellten Sequenz der Kostprobe für einen Gänsehautmoment sorgt.

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Gefühle sind die Grundessenz von uns Menschen, ohne unsere Sinnesempfindungen wären wir nur künstliche Kreaturen wie jene, die Mary Shelly in ihrem Roman „Frankenstein“ zum Leben erweckte. Aus dem LTS-Labor wird „Frankenstein“ am 10. Dezember auf die Bühne gebracht. Das Stück „Wackersdorf“ setzt sich mit der von Menschenhand geschaffenen Bedrohung auseinander, das am Landestheater erstmals als Bühnenadaption zum Spielzeitauftakt am 30. September im Großen Haus zu sehen ist.

Mit der Bergbau-Hymne „Glück auf, der Steiger kommt“ endete das Theaterfest, das mit Musik auf dem Theaterplatz begann – und das die Besucher und Besucherinnen sichtlich genossen, trotz der aktuell geltenden Hygiene-Regeln.

Das Programm der neuen Spielzeit steht auf der LTS-Homepage unter www.landestheater-schwaben.de