Tischtennis

Tischtennis: So reagieren die TTF Günztal auf den Saisonabbruch

Die Saison im Tischtennis ist beendet. Die Teams der TTF Günztal trifft das aus sportlicher Sicht schwer.

Die Saison im Tischtennis ist beendet. Die Teams der TTF Günztal trifft das aus sportlicher Sicht schwer.

Bild: Bastian Lauer

Die Saison im Tischtennis ist beendet. Die Teams der TTF Günztal trifft das aus sportlicher Sicht schwer.

Bild: Bastian Lauer

Der endgültige Saisonabbruch trifft die Mannschaften des Vereins in sportlicher Hinsicht hart. Wieso sich der Vorsitzende trotzdem dafür ausgesprochen hat.
18.02.2021 | Stand: 15:05 Uhr

Der Bayerische Tischtennisverband (BTTV) hat jetzt die Saison abgebrochen. Der Unterschied zum Abbruch im vergangenen Jahr besteht darin, dass die Tabellen unterhalb der Oberligen komplett annulliert werden. Diese „Nicht-Wertung der Saison“ sei in der Wettspielordnung geregelt und komme zustande, da noch nicht einmal eine komplette Halbsaison absolviert werden konnte, erklären die Tischtennisfreunde Günztal (TTF) in einer Stellungnahme. Der Saisonabbruch trifft die Teams der TTF Günztal nach eigenen Angaben in sportlicher Hinsicht hart.

Rückblick auf die Saison-Wertung 2019/2020: Die Situation war in der Vorsaison mit komplett gespielter Vorrunde und vereinzelt gespielter Spiele der Rückrunde noch komplizierter. Es gab noch keine Regelung bezüglich der Tabellenwertung in der Wettspielordnung bei Saisonabbruch, was automatisch zu kontroversen Diskussionen in den Gremien führte. Letztlich sorgte dann eine Quotienten-Regelung für einen mehr oder weniger fairen Tabellenabschluss 2019/2020.

Der Zweiten Herrenmannschaft bleibt der Aufstieg verwehrt

Sportliche Auswirkungen der Abbrüche am Beispiel der TTF Günztal: Profitierten die Günztaler Tischtennisspieler vom letztjährigen Saisonabbruch im März 2020 noch durch den damit verbundenen Aufstieg der Ersten Herrenmannschaft, so bekommen sie jetzt die Kehrseite eines Abbruchs zu spüren. In der Bezirksoberliga überraschten die Herren 1 mit 3:1 Punkten gegen die stärker einzuschätzenden Gegner vom TSV 1863 Schwabmünchen II und TSV Seeg-Hopferau-Eisenberg. Den Herren II in der Bezirksklasse B wird wohl trotz 8:0 Punkten und nahezu hundertprozentiger Aussicht auf einen aufstiegsberechtigten Tabellenplatz der Aufstieg verwehrt.

Eine kleine Hoffnung auf einen Aufstieg ist für die TTF noch die Ligen-Einteilung im Juni 2021, in der heuer zahlreiche Verschiebungen von Mannschaften zu erwarten sind. Ebenfalls glänzend positioniert, so die TTF, waren die Günztaler Herren III (Tabellenplatz drei), die Herren IV (Tabellenplatz zwei) und die Herren V (Tabellenplatz drei). Die Herren VI rangieren auf Platz acht. Hier spielt der Abbruch sportlich keine Rolle, jedoch wird auch hier der Abbruch bedauert, da sich das junge Team gerne noch verbessert hätte.

Die Jungen-Teams lagen ebenfalls aussichtsreich im vorderen Tabellenbereich platziert: die Jungen I auf Platz zwei in der Bezirksoberliga und die Jungen II auf Platz drei in der Bezirksklasse B. Auch in den Pokalwettbewerben lief es für die Günztaler Teams nach eigenen Angaben hervorragend. Die ersten vier Herren-Teams und das erste Jungenteam waren hier noch vertreten. Zudem wäre man mit drei Mannschaften in den Schwabenpokal gestartet. Auch diese Pokalwettbewerbe wurden frühzeitig abgebrochen beziehungsweise der Schwabenpokal gar nicht erst gestartet.

Persönliche Meinung von TTF-Vorsitzendem Markus Simon zum Saisonabbruch: Trotz der durchgängig guten Platzierungen sprach sich TTF-Vorsitzender Markus Simon mehrmals beim BTTV und öffentlich für einen vorzeitigen Abbruch der Saison aus. Als Gründe gab Simon vor allem Fairnessgründe, aber auch nötige Planungssicherheiten in Hinblick auf Hallenauslastungen größerer Vereine an. Denn durch das coronabedingte Verändern des Spielsystems (ohne Doppel) und die „richtige Entscheidung des BTTV“, nur eine Einfachrunde zu spielen, entstand laut Simon eine gefühlte sportliche Ungerechtigkeit gegenüber des üblichen Spielbetriebes. Zudem hätte ein Wiederaufnehmen des Spielbetriebes nach mehr als vier Monaten Zwangspause einem „Kaltstart“ geglichen.

Hier wären insbesondere trainingseifrige Teams und jene Teams, welche später als andere in die Halle gedurft hätten, benachteiligt gewesen. Auch wären zahlreiche größere Vereine unter Zeitdruck gekommen, viele Spiele innerhalb wenigen Wochen trotz geringer Hallenzeiten unterzubringen.

Sobald es die Corona-Situation zulässt, soll die "Günztal Open" stattfinden

Ausblick der TTF Günztal: Die Tischtennisfreunde Günztal richten ihren Blick in Richtung Zukunft und stecken schon mitten in den Planungen für ein weiteres Turnier. Im vergangenen Jahr fand das Jubiläumsturnier anlässlich des 100-jährigen Bestehens des SSV Markt Rettenbach statt. Das nun geplante Turnier, die erste „Günztal Open“ soll laut TTF stattfinden, sobald es die Corona-Situation und nicht zuletzt die Politik und die Gemeinde möglich machten.

Der Bayerische Tischtennisverband schreibt in einer Stellungnahme zum Saisonabbruch:

  • Der Bayerische Tischtennis-Verband (BTTV) hat die aktuelle Saison in allen Spielklassen abgebrochen.
  • Das betrifft sowohl die ausstehenden Spiele im Erwachsenen- wie auch im Nachwuchsbereich.
  • Die Saison werde annulliert und für ungültig erklärt, teilt der BTTV mit. Es gibt also keine Auf- und Absteiger, keine Relegation und keine zurückgezogenen Mannschaften. „Es wird quasi so getan, als ob die Saison 2020/2021 nicht stattgefunden hätte“, verdeutlicht BTTV-Vizepräsident Sport, Gunther Czepera.
  • Neben dem abgebrochenen Mannschaftsspielbetrieb werden auch alle weiterführenden Veranstaltungen im Einzelspielbetrieb auf Bezirksebene, zum Beispiel Meisterschaften und Ranglisten, ersatzlos gestrichen.
  • Ob Turniere auf Verbandsebene, wie die Bayerischen Meisterschaften, ausgespielt werden, stehe derzeit noch nicht fest und hänge unter anderem vom Pandemiegeschehen und weiteren Termin-Entscheidungen auf Bundesebene ab, erklärt der Verband.
  • Der BTTV hatte zunächst Ende Oktober beschlossen, dass die Spielzeit nur aus einer Einfachrunde besteht, später dann den Spielbetrieb bis mindestens Ende Februar ausgesetzt.
  • „Die Gesundheit der Sportler und faire Rahmenbedingungen für alle Vereine stehen an erster Stelle. Wir haben keine andere Wahl gesehen, als jetzt einen Schlussstrich zu ziehen und uns auf die neue Saison zu konzentrieren“, erklärt BTTV-Präsident Konrad Grillmeyer.
  • Laut BTTV spielen mehr als 50.000 Menschen in Bayern in 1500 Vereinen Tischtennis. Die mehr als 6000 Mannschaften von der Bezirksklasse D bis zur Verbandsoberliga starten kommende Spielzeit in der Liga, in der sie bis zum Abbruch gelistet waren.
  • Der Verband hofft auf eine baldige Öffnung für den Trainingsbetrieb, sollten die Inzidenzzahlen weiter zurückgehen.