Grausiger Fund

Tote Tiere in Güllegrube: Bislang gibt es keinen Tatverdächtigen

Polizei Feature

Noch liegen der Polizei keine Hinweise vor, wer die toten Tiere in Sontheim in die Güllegrube geworfen hat.

Bild: Benedikt Siegert (Symbolfoto)

Noch liegen der Polizei keine Hinweise vor, wer die toten Tiere in Sontheim in die Güllegrube geworfen hat.

Bild: Benedikt Siegert (Symbolfoto)

Die Kadaver von zwei Hunden und einer Katze, die Anfang Juni in Sontheim entdeckt wurden, werden derzeit noch untersucht. Einen ähnlichen Fall gab es auch in Egg
01.07.2021 | Stand: 16:00 Uhr

Der Fall hatte Anfang Juni wohl nicht nur in Sontheim und Umgebung für Gesprächsstoff gesorgt. Ein Landwirt hatte in einer Güllegrube eine grausige Entdeckung gemacht. Er fand darin zwei tote Hunde und eine tote Katze. Wie die Polizei damals berichtete, könnte einer der Hunde sogar erschossen worden sein, denn er hatte ein entsprechendes Loch im Schädel. Bislang konnte allerdings noch kein Tatverdächtiger ermittelt werden, erklärt Dominic Geißler, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Schwaben-Süd/West auf Anfrage.

Die Tierkadaver werden ihm zufolge derzeit noch vom Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit untersucht. „Nachdem der Zustand der Kadaver wegen der Lagerung in der Güllegrube sehr schlecht gewesen war, konnte bei der ersten Begutachtung durch den Amtstierarzt weder eine Rasse, noch eine augenscheinlich erkennbare Todesursache festgestellt werden“, sagt Geißler.

Keine Hinweise zu Sontheimer Fall aus der Bevölkerung

Bishers seien bei der zuständigen Polizeiinspektion Mindelheim keine Hinweise aus der Bevölkerung eingegangen, die auf einen Tatverdacht schließen lassen könnten. Eine einzelne Anfrage eines Bürgers wegen einer fehlenden Hauskatze konnte demnach nicht in Zusammenhang mit den drei aufgefundenen Kadavern gebracht werden, teilt der Polizeisprecher mit. Nach derzeitigem Kenntnisstand sei auch in Egg an der Günz ein Tierkadaver in einer Güllegrube aufgefunden worden. Auch hier bestehe derzeit kein Tatverdacht.

Da bisher nicht bekannt sei, unter welchen Umständen die Tiere in die Güllegrube gelangt sind, stehe auch das entsprechende Delikt noch in Frage. Das alleinige „Entsorgen“ eines toten Tieres in einer Güllegrube steht nach Angaben von Geißler in einem anderen Strafmaß wie das Töten ohne vernünftigen Grund mit einer anschließenden „Entsorgung“ des Tieres. Im konkreten Fall sei derzeit noch nicht bekannt, wie die Hunde beziehungsweise die Katze zu Tode kamen.

Lesen Sie auch
##alternative##
Luchs in Bayern

Todesursache von Luchs im Bayerischen Wald geklärt

Für die Ahndung von Ordnungswidrigkeiten im Zusammenhang mit der illegalen Entsorgung von toten Tieren im Landkreis ist das Unterallgäuer Veterinäramt zuständig. Auf Nachfrage erklärt das Amt: „Grundsätzlich müssen tote Heimtiere wie Hunde oder Katzen über die Tierkörperbeseitigungsanstalt entsorgt werden. Eine erlaubte Alternative ist zum Beispiel das Vergraben auf dem eigenen Grundstück, wenn es sich nicht um ein Wasserschutzgebiet handelt.“

Bis zu 50000 Euro Strafe

Wer dagegen tote Heimtiere vorsätzlich illegal entsorge, also etwa in eine Güllegrube werfe, begehe eine Ordnungswidrigkeit. „Ist das Tier auf natürliche Weise gestorben und es gibt keinen tierschutzrelevanten Hintergrund, bleibt es bei der Ordnungswidrigkeit wegen der nicht gesetzeskonformen Entsorgung der Tierkörper.“ Hier droht dem Täter nach Angaben des Veterinäramts eine Geldstrafe zwischen 50 und 50 000 Euro. Die Höhe sei abhängig von der Anzahl beziehungsweise Art und Größe der Tiere. Zu einer Straftat werde der Fall aus Sicht des Tierschutzes dann, wenn die Tiere vorher ohne vernünftigen Grund getötet oder gar absichtlich noch lebend in eine Güllegrube geworfen worden sind. Wenn es sich nach Einschätzung der Polizei oder des Landratsamtes um eine potenzielle Straftat handelt, werde dieser Verdacht bei der Staatsanwaltschaft angezeigt.

Pro Jahr gehen beim Landratsamt etwa zwei bis drei Anzeigen wegen illegaler Entsorgung von Tieren oder Tierkörpern ein – etwa in der freien Natur. „Meist handelt es sich dabei um die Entsorgung von Schlachtabfällen“, erklärt das Veterinäramt.