Wolfertschwenden

Trinkwasser-Keime in Wolfertschwenden: Wie es jetzt weitergeht

In einer Quelle der Gemeinde Wolfertschwenden an der Wasserreserve Weißenbrunn wurde ein coliformer Keim gefunden. Deshalb gab die Gemeinde eine Abkochverordnung heraus.

In einer Quelle der Gemeinde Wolfertschwenden an der Wasserreserve Weißenbrunn wurde ein coliformer Keim gefunden. Deshalb gab die Gemeinde eine Abkochverordnung heraus.

Bild: Franz Kustermann

In einer Quelle der Gemeinde Wolfertschwenden an der Wasserreserve Weißenbrunn wurde ein coliformer Keim gefunden. Deshalb gab die Gemeinde eine Abkochverordnung heraus.

Bild: Franz Kustermann

In einer Quelle der Unterallgäuer Gemeinde wurde eine geringe Menge Keime entdeckt. Im Leitungsnetz waren aber alle Proben einwandfrei. Was jetzt passiert.

13.08.2020 | Stand: 05:18 Uhr

Die Gemeinde Wolfertschwenden hat für ihr Trinkwasser im Hauptort Wolfertschwenden vorsorglich eine Abkoch-Empfehlung herausgegeben. Die Ortsteile Niederdorf, Dietratried, Klessen und Bossarts sind von dieser laut Bürgermeisterin Beate Ullrich „nur vorbeugenden Maßnahme“ jedoch nicht betroffen, da sie mit Wasser aus dem Tiefbrunnen der „Woringer Gruppe“ versorgt werden. Der Hauptort Wolfertschwenden wird dagegen mit gemeindeeigenem Quellwasser aus den zwei Weißenbrunn-Quellen versorgt. Der Zustrom im Bereich der beiden am Steilhang liegenden Quellen und damit das Wasserschutzgebiet reicht bis auf Böhener Flur in Richtung des dortigen Sportplatzes.

>> Lesen Sie auch: Rücktritt vom Rücktritt sorgt für Verwunderung bei Bürgermeisterin <<

Die „gemeindliche Abkoch-Empfehlung“, die am vergangenen Dienstag eilends über Handzettel an alle Haushalte und die Gemeinde-Homepage veröffentlicht wurde, liest sich ein wenig dramatischer, als sich die Situation darstellt: „Wasser, welches zum menschlichen Verzehr gedacht ist, sollte abgekocht werden – in einem großen Topf auf dem Herd mindestens drei Minuten sprudelnd kochen“, steht da etwa. Für die Zubereitung von Baby- und Kindernahrung empfiehlt Bürgermeisterin Beate Ullrich in der einseitigen Mitteilung, „dringend, Mineralwasser zu verwenden“. Außerdem bittet die Gemeindechefin, zum Abwaschen von Obst und Gemüse, sowie zum Zähne putzen nur abgekochtes Wasser zu verwenden. Auch in landwirtschaftlichen Betrieben solle nur abgekochtes Wasser zur Reinigung von Milchgeschirr verwendet werden.

"Coliforme Keime sind überall"

Wolfertschwendens Wasserwart Franz Sinner erklärte nun bei einem Ortstermin mit mehreren Vertretern von Gemeinde und Gesundheitsamt, dass nur eine geringe Menge coliformer Keime in einer Quelle gefunden wurde: „Es gibt keine Ursache, coliforme Keime sind überall“, meinte dazu der Landwirtschaftsmeister.

>> Lesen sie hier: Aus für Verbrauchermarkt-Pläne in Wolfertschwenden <<

Laut der Bürgermeisterin habe eine Wasserprobe vor einigen Tagen „nicht gepasst“. Eine weitere Probe „war auch noch nicht so ganz einwandfrei“. Nun ziehe man eben noch eine weitere Probe „und dann schauen wir mal.“ Falls erneut Keime gefunden werden, überlege man, ob man noch andere Maßnahmen ergreifen müsse. „Irgendwann werden wir hier sowieso sanieren müssen“, sagte die Gemeindechefin an dem eingezäunten und von Fichten bewachsenen Hang.

Abkochgebot ist nur eine Vorsichtsmaßnahme

Jeden Monat werden in der Quelle Wasserproben gezogen, dazu kommen spezielle Zusatzproben. Ullrich sagte jetzt: „Wenn wir hier von einem Keim reden, dann glaube ich nicht, dass wir da schon an UV-Entkeimungsanlagen oder Ähnliches denken müssen.“ Laut Sinner wurde der Keim nur in einer Wasserprobe an der Quelle festgestellt, nicht aber im Netz. An sämtlichen Entnahmestellen im Trinkwassernetz seien die Proben einwandfrei gewesen. Laut der Bürgermeisterin ist das Abkochgebot „nur eine Empfehlung, eine reine Vorsichtsmaßnahme“.

>> Lesen Sie hier: Warum Memmingen gute Wasserreserven hat <<

Hygienekontrolleur Werner Straub vom Gesundheitsamt Unterallgäu beurteilte den Quellbereich nach einer Besichtigung für „in Ordnung“. Wasserwart Sinner sagte zum Fortgang: „Jetzt ziehen wir wieder eine Wasserprobe und dann sehen wir weiter.“