Tradition

Trotz Corona: In diesem Jahr gibt es im Unterallgäu wieder Osterbrunnen

Trotz Pandemie gibt es in diesem Jahr im Unterallgäu wieder einige schmuckvolle Osterbrunnen zu sehen. In Legau etwa hat der örtliche Gartenbauverein den Marienbrunnen am Rathaus farbenfroh verziert.

Trotz Pandemie gibt es in diesem Jahr im Unterallgäu wieder einige schmuckvolle Osterbrunnen zu sehen. In Legau etwa hat der örtliche Gartenbauverein den Marienbrunnen am Rathaus farbenfroh verziert.

Bild: Franz Kustermann

Trotz Pandemie gibt es in diesem Jahr im Unterallgäu wieder einige schmuckvolle Osterbrunnen zu sehen. In Legau etwa hat der örtliche Gartenbauverein den Marienbrunnen am Rathaus farbenfroh verziert.

Bild: Franz Kustermann

In einigen Orten im Unterallgäu lebt der alte Brauch wieder auf, in anderen Dörfern bleiben die Brunnen wegen der Pandemie erneut ungeschmückt. Woran das liegt.
31.03.2021 | Stand: 12:00 Uhr

An Ostern endet die 40-tägige Fastenzeit; nach der Grabesruhe am Karsamstag wird in allen christlich geprägten Ländern mit der Auferstehung des Herrn das höchste Fest im Jahreslauf gefeiert. Zuvor werden auch hierzulande normalerweise viele Osterbrunnen farbenfroh geschmückt. Im vergangenen Jahr fiel diese Tradition jedoch weitgehend der Corona-Pandemie zum Opfer. In diesem Jahr wollten einige Vereine auf diesen lieb gewordenen Brauch aber nicht verzichten.

In Legau etwa wurde der im Jahr 1900 errichtete Marienbrunnen am Rathaus wieder herrlich geschmückt: Hunderte farbenfrohe Kunststoff-Ostereier und Perlen wurden von den Mitgliedern des örtlichen Gartenbauvereins zusammen mit Buchs- und Thuja-Grün um ein mehrteiliges, eisernes Gestell gebunden, das einst Josef Sauter und Georg Mendler vor elf Jahren angefertigt hatten. Laut Erika Heinle hatten mehrere Frauen alles im „Homeoffice“ vorbereitet; am Brunnen mussten die Einzelteile nur noch eingehängt werden. Heuer haben fleißige Mitglieder zudem auch wieder Palmsträußchen gebunden. Sie wurden bereits am vergangenen Sonntag am Kreuzgang der Pfarrkirche zur Abholung bereitgestellt.

70 kunstvolle Osterkerzen gebastelt

Auch die Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins Niederdorf/Dietratried, Hanni Schweighart, wollte trotz Corona heuer den Brauch wieder aufleben lassen: Eifrige Frauen fertigten – mit Masken und dem gebotenen Abstand – das Kunstwerk, das für die nächsten Wochen den Trinkwasser spendenden Brunnen am Radweg bei der Weggabelung am Stadtweg ziert. Wie schon seit über 25 Jahren bastelten Vereinsmitglieder auch heuer 70 kunstvolle Osterkerzen: Sie werden normalerweise immer beim Palmsonntags-Gottesdienst verteilt. In diesem Jahr fanden in Niederdorf die meisten Kunstwerke schon vorher über Mundpropaganda den Weg in die Wohnzimmer. In Dietratried wurden die Kerzen neben der Zeitungsbox am Bushäuschen deponiert, wo man sie abholen kann. Und da der Verein schon lange keine Versammlung mehr abhalten konnte, bekam in diesem Jahr erstmals jedes Mitglied als Ostergruß ein liebevoll verziertes Töpfchen mit Stiefmütterchen sogar bis an die Haustür geliefert.

Mit Abstand, ohne Fest

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Erste Osterbrunnen wegen Pandemie abgesagt

Der Wolfertschwendener Gartenbauverein mit seinem Chef Karl Wölfle verzichtet wegen der hohen Auflagen auf einen Osterbrunnen. Die anderen Vereine wollen aber zum 1. Mai am Kirchplatz wieder einen Maibaum aufstellen. Allerdings: mit gebührendem Abstand und leider ganz ohne Fest. In Bad Grönenbach sitzt Sebastian Kneipp am gleichnamigen Brunnen heuer erneut einsam und völlig ungeschmückt auf seinem Stein: Kein bisschen Wasser plätschert über seine metallenen Füße. In Böhen wären sieben Frauen zum Binden der fest zusammenschweißten Krone erforderlich gewesen: Laut Claudia Sterzer vom örtlichen Gartenbauverein hat man sich „wegen der ganzen Corona-Geschichte entschieden, heuer nichts zu machen“. Auch in Ottobeuren gibt es nun schon zum zweiten Mal in Folge keinen Schmuck auf dem großen Brunnen nahe dem Marktplatz. „Weil wir nicht miteinander binden können“, erklärt Elisabeth Dillinger vom örtlichen Frauenbund. Zudem wären mindestes vier Männer zum Aufstellen der mehrere Meter hohen, eindrucksvollen Krone erforderlich gewesen. Und dies sei ja derzeit nicht erlaubt, so Dillinger.

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