Heizen in Memmingen

Tschüss zu Gas und Öl: Neues Fernwärmenetz in Memmingen

Die E-Con AG wird zunächst die Firma Rohde & Schwarz (Vordergrund) und die Gemeinde Benningen (Hintergrund) durch ein Fernwärmenetz verbinden, das mit erneuerbaren Energieträgern betrieben wird. In weiteren Bauabschnitten soll das Netz im Memminger Süden stetig erweitert werden.

Die E-Con AG wird zunächst die Firma Rohde & Schwarz (Vordergrund) und die Gemeinde Benningen (Hintergrund) durch ein Fernwärmenetz verbinden, das mit erneuerbaren Energieträgern betrieben wird. In weiteren Bauabschnitten soll das Netz im Memminger Süden stetig erweitert werden.

Bild: e-con

Die E-Con AG wird zunächst die Firma Rohde & Schwarz (Vordergrund) und die Gemeinde Benningen (Hintergrund) durch ein Fernwärmenetz verbinden, das mit erneuerbaren Energieträgern betrieben wird. In weiteren Bauabschnitten soll das Netz im Memminger Süden stetig erweitert werden.

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Die E-Con AG baut ein neues Fernwärmenetz für den Memminger Süden und die Gemeinde Benningen. Hohe CO2-Einsparung durch erneuerbare Energieträger.
30.07.2022 | Stand: 18:00 Uhr

Die Memminger E-Con AG hat zusammen mit der Gemeinde Benningen und dem Unternehmen Rohde & Schwarz ein neues Projekt gestartet. Demnach baut E-Con eine Energiezentrale zur Wärmeerzeugung auf Basis von erneuerbaren Energieträgern und errichtet ein Fernwärmenetz für das Industrie- und Gewerbegebiet Memmingen Süd und die Gemeinde Benningen. Das Vorhaben stellte Andreas Müller jetzt bei einem Pressetermin vor. Laut dem Projektmitinitiator und Geschäftsführer der Alois Müller GmbH erhält das gesamte Gebiet somit eine nachhaltige, wirtschaftliche und versorgungssichere Wärmeversorgung.

Memminger Unternehmer appelliert an Politiker

Mit einem leidenschaftlichen Appell an alle Politiker des Landes, forderte Müller im Beisein von Memmingens Oberbürgermeister Manfred Schilder, Landrat Alex Eder und Benningens Rathauschef Martin Osterrieder, derartige Projekte zur Chefsache zu machen. Nur so könne es gelingen, die notwendigen Genehmigungsverfahren möglichst schnell über die Bühne zu bringen. Denn Zeit spiele angesichts der aktuellen Entwicklung auf dem Energiesektor und des fortschreitenden Klimawandels eine mehr als wichtige Rolle. „Wir können die Energiewende nur gemeinsam schaffen“, betonte Müller. Dazu müssten Wirtschaftsvertreter, Politiker und Bürger an einem Strang ziehen.

Gleichzeitig zählte er die Vorteile von Wärmenetzen auf Basis regenerativer Energieträger auf. So würden zum Beispiel regionale Wirtschaftskreisläufe gefördert. Das Geld für Energie bleibe in der Region und stärke die dortige Kaufkraft. Vor allem aber würden durch CO2-neutrales Heizen der Klimaschutz vorangebracht und Ressourcen geschont. Vorteile für die Anschlussnehmer seien beispielsweise die bequeme Lieferung der Wärme über eine Leitung und ein geringer Platzbedarf, da eine eigene Heizungsanlage wegfalle. Ferner gebe es nahezu keine Wartungskosten und der Staat fördere den Anschluss an die entsprechenden Netze.

Wärme soll im Herbst 2023 fließen

Zum geplanten Fernwärmenetz im Memminger Süden und Benningen nannte Müller folgende Eckdaten: Mit dem ersten Bauabschnitt soll Anfang nächsten Jahres begonnen werden. Er umfasst den Bau der Heizzentrale im Benninger Gewerbegebiet sowie die Anbindung von Rohde & Schwarz und der Gemeinde – die beide sogenannten Ankerkunden des Projekts sind. Die Wärmeversorgung soll im Herbst 2023 starten. Die Wärmegewinnung erfolgt mit einem Hackschnitzelkessel (Leistung 5000 Kilowatt) und Hochtemperatur-Wärmepumpen (1500 Kilowatt). Die Wärmeerzeugung beträgt 15.000 Megawattstunden im Jahr. Durch das neue Netz werden nach Müllers Worten jährlich 3750 Tonnen Kohlendioxid eingespart. Die Investitionskosten liegen bei rund acht Millionen Euro. Angesichts der Verwendung von Holzhackschnitzel strich der Geschäftsführer heraus, dass in der Heizzentrale modernste Filter eingebaut werden, um die höchsten Standards bei der Luftreinhaltung einzuhalten. Derart starke Filter seien gesetzlich zwar noch nicht vorgeschrieben, dennoch würden sie eingebaut, um die Umwelt bestmöglich zu schützen und um die Heizzentrale besser zu machen als jede dezentrale Anlage.

Neues Kombibad in Memmingen könnte Fernwärme bekommen

Mit Blick nach vorn skizzierte Müller die weiteren Schritte nach dem Anschluss der beiden Ankerkunden. Demnach soll das Netz in drei weiteren Bauabschnitten im Memminger Süden ausgebaut und weitere Kunden angeschlossen werden. Müller ist nach eigenen Worten bereits mit verschiedenen Firmen in Kontakt. Nicht zuletzt könnten aber auch private Haushalte und kommunale Einrichtungen angebunden werden. Als Beispiel nannte Müller das geplante Kombibad der Stadt.

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