Ukraine-Krieg

Lager aus Feldbetten: Vorbereitung auf Flüchtende in Memmingen und Unterallgäu

150 Feldbetten wurden am Freitag in der Turnhalle des BBZ in Memmingen aufgestellt.

150 Feldbetten wurden am Freitag in der Turnhalle des BBZ in Memmingen aufgestellt.

Bild: Andreas Berger

150 Feldbetten wurden am Freitag in der Turnhalle des BBZ in Memmingen aufgestellt.

Bild: Andreas Berger

Memmingen und das Unterallgäu richten Notunterkünfte ein. In der Stadt stehen zwei Turnhallen bereit, im Kreis wird das Impfzentrum in Bad Wörishofen genutzt.
11.03.2022 | Stand: 17:43 Uhr

Innerhalb weniger Stunden war am Freitag die Turnhalle am Berufsbildungszentrum (BBZ) in Memmingen zu einer Notunterkunft umfunktioniert worden. Denn über das Wochenende wird in Schwaben mit der Ankunft vieler weiterer Menschen auf der Flucht vor dem Ukraine-Krieg gerechnet. Memmingen und das Unterallgäu sollten entsprechend einer Vorgabe der Regierung von Schwaben zur Unterbringung und Versorgung von Flüchtenden kurzfristig jeweils 300 Betten in Notunterkünften einrichten.

Extra-Bereich für Flüchtende mit Haustieren

In Memmingen wurde am Freitag das bereits einsatzbereite Notquartier in der Turnhalle der Johann-Bierwirth-Schule von 100 auf 150 Plätze aufgestockt. Die benachbarte BBZ-Turnhalle wurde für weitere 150 Personen eingerichtet. Davor stehen WC- und Duschcontainer. In einem weiteren Container sollen die Menschen aus der Ukraine registriert und auf Corona getestet werden. Wessen Test positiv ist, wird zunächst im Quarantänebereich innerhalb der Turnhalle untergebracht. Ein Bereich für Menschen, die ihre Haustiere mit auf die Flucht genommen haben, ist oberhalb der Tribüne eingerichtet worden.

Die Regierung von Schwaben hatte der Stadt Memmingen für Freitag eine Zuweisung von 38 ukrainischen Geflüchteten angekündigt, die jedoch in regulären dezentralen Einrichtungen untergebracht werden. Wann und wie viele Geflüchtete in Memmingen ankommen werden, die vorübergehend in den hergerichteten Notunterkünften untergebracht werden, war am Freitag aber noch nicht bekannt.

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Impfzentrum Unterallgäu teilweise umfunktioniert

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Im Unterallgäu ist aus einem Teil des Impfzentrums in Bad Wörishofen eine Notunterkunft geworden. Das Landratsamt hat eine der beiden Impfstraßen zur Herberge für Menschen aus der Ukraine umfunktioniert. Auf der anderen Impflinie wird weiterhin gegen Covid-19 geimpft. Anders als zunächst geplant, bleibt das Impfzentrum geöffnet. Vorgesehen ist, dass die Flüchtlinge vom Malteser Hilfsdienst betreut werden. Zudem besteht die Möglichkeit, dass sich die Geflüchteten vor Ort gegen Corona impfen lassen können. In dem ehemaligen Möbelhaus im Gewerbegebiet können 150 Menschen untergebracht werden. Kleinere Einheiten wurden abgeteilt, um Privatsphäre zu schaffen. Geplant ist zudem ein sogenanntes Ankunftszentrum, in dem Vertreter von Sozialamt, Ausländeramt und Einwohnermeldeamt arbeiten. Das heißt, finanzielle Leistungen und eine Aufenthaltserlaubnis sollen künftig direkt in der Notunterkunft beantragt werden können. Wo der Kreis die weiteren 150 Plätze schafft, stand noch nicht fest.

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Bilderstrecke

Notunterkunft in Memminger Turnhalle für Flüchtende aus der Ukraine

Wer kann privat noch Flüchtende aufnehmen?

Neben der Sammelunterkunft in Bad Wörishofen bemüht sich das Landratsamt um weitere Notunterkünfte sowie um Unterbringungsmöglichkeiten, die für einen längeren Aufenthalt geeignet sind – zum Beispiel um ehemalige Gasthäuser mit Fremdenzimmern und um Privatwohnungen. Von Gemeinden und Bevölkerung sind mittlerweile rund 300 Angebote eingegangen. Wer Wohnraum an Flüchtlinge vermieten möchte, kann sich per E-Mail beim Landratsamt melden an ukraine-unterbringung@lra.unterallgaeu.de. Wer bereit ist, unbegleitete minderjährige Flüchtlinge aufzunehmen, meldet sich per E-Mail an pflegekinder-adoption@lra.unterallgaeu.de

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