Turnhalle

Ein Notquartier für ukrainische Flüchtlinge in Memmingen abgebaut

Eines der Notquartiere in Memmingen für Geflüchtete aus der Ukraine ist abgebaut worden. Die Turnhalle ist wieder nutzbar für Vereins- und Schulsport.
11.05.2022 | Stand: 16:45 Uhr

Hier sollten Menschen auf der Flucht vor dem Ukraine-Krieg kurzfristig unterkommen: Die beiden benachbarten Turnhallen des Berufsbildungszentrums (BBZ) und der Johann-Bierwirth-Schule (JBS) in Memmingen waren im März von der Stadt zu Notunterkünften umgebaut worden.

In einer davon sind die Feldbetten nun wieder abgebaut worden. Weil damit gerechnet worden war, dass in kurzer Zeit viele Menschen aus der Ukraine untergebracht werden müssen, hatte die Regierung von Schwaben alle Kommunen aufgefordert, jeweils mindestens 300 Notunterkunft-Plätze bereitzuhalten. Doch der Ansturm blieb aus. So wurde die Turnhalle des BBZ wieder für den Schul- und Vereinssport freigegeben, sagt Alexandra Wehr, Pressesprecherin der Stadt, auf Anfrage unserer Redaktion.

Ein Notquartier steht noch bereit

Die Turnhalle der JBS sei jedoch weiterhin als Notunterkunft eingerichtet. Dort stehen noch 150 Plätze zur Verfügung. So ein Notquartier sei dann wichtig, „wenn eine große Zahl Geflüchteter schnell versorgt werden muss und sie beispielsweise nach zwei Tagen in andere Kreisverwaltungsbehörden oder Bundesländer weitervermittelt werden“. Länger als 48 Stunden soll dort niemand leben müssen. Doch im Notquartier in Memmingen sind schon länger keine Geflüchteten mehr angekommen, sagt Alexandra Wehr.

Die Notunterkunft bleibe bis mindestens 30. Juni erhalten. Aktuell gelte der Katastrophenfall in Bayern, die Kommunen seien daher verpflichtet, Notquartiere zur Verfügung zu stellen. Wann auch die JBS-Halle wieder für den Sport genutzt werden kann, werde also nicht in Memmingen, sondern durch das Innenministerium entschieden.

Jede Woche werden der Stadt laut Wehr weitere Geflüchtete zugewiesen. „Sie bleiben voraussichtlich längerfristig in Memmingen und werden in dezentralen Unterkünften der Stadt untergebracht.“ Eine dieser dezentralen Unterkünfte ist das Seniorenheim an der Badgasse.

Bilderstrecke

Notunterkunft in Memminger Turnhalle für Flüchtende aus der Ukraine

583 Menschen aus der Ukraine in Memmingen

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Aus Memminger Seniorenheim wird nun eine Flüchtlingsunterkunft

Derzeit sind 583 Menschen aus der Ukraine in Memmingen gemeldet, davon 228 Kinder und Jugendliche. Etwa 350 leben in privaten Unterkünften. Das Büro für Städtepartnerschaften hat nach Angaben der Stadt bisher 48 Vermittlungen organisiert. 230 Menschen sind in dezentralen Unterkünften aufgenommen worden, zu denen jetzt auch die Einrichtung an der Badgasse gehört (siehe Artikel links). Nicht nur Menschen, die vor dem Krieg in der Ukraine geflohen sind, haben Schutz in Memmingen gefunden. Es leben auch 150 Geflüchtete aus anderen Teilen der Welt in dezentralen Unterkünften der Stadt.

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