Dieses Jahr schon als 30 Fälle in Bayern

Unbekannte sprengen Geldautomat in Heimertingen - jetzt ermittelt das LKA

Die Polizei sicherte Spuren und hat die Ermittlungen aufgenommen.

Die Polizei sicherte Spuren und hat die Ermittlungen aufgenommen.

Bild: Uwe Hirt

Die Polizei sicherte Spuren und hat die Ermittlungen aufgenommen.

Bild: Uwe Hirt

Eine Fahndung mit Hubschrauber verläuft zunächst erfolglos. Nun ermittelt das Landeskriminalamt. Es ist nicht der erste Vorfall dieser Art in der Region.
05.11.2021 | Stand: 19:09 Uhr

Einen Geldautomaten in der Heimertinger Sparkassenfiliale haben Unbekannte in der Nacht auf Freitag gegen 2.30 Uhr gesprengt. Das teilte die Polizei mit. Inzwischen ist klar: Die Täter haben Beute gemacht.

Mit derartigen Fällen haben die Ermittler in diesem Jahr häufiger zu tun. Allein bis Mitte Oktober verzeichnete das Bayerische Landeskriminalamt 33 gesprengte Geldautomaten. Diese Zahl nannten die Kriminalpolizisten in einem Gespräch mit dem Bayerischen Rundfunk.

Das ist über den Heimertinger Fall bisher bekannt: Mehrere Zeugen meldeten sich bei der Polizei und teilten einen starken Knall mit. Erste Überprüfungen von mehreren eingesetzten Streifenbesatzungen der Polizeiinspektion Memmingen ergaben, dass das Gebäude einer Bankfiliale sowie der darin aufgestellte Bankautomat an der Memminger Straße starke Beschädigungen aufwiesen.

Fahndung mit Polizeihubschrauber in Heimertingen bisher ohne Ergebnis

Eine daraufhin eingeleitete Fahndung mit den Polizeistreifen, weiteren Unterstützungskräften benachbarter Dienststellen und einem Polizeihubschrauber verlief bislang ohne Ergebnis.

Einen Ermittlungserfolg gegen Geldautomaten-Sprenger verzeichneten Beamte aus Deutschland und den Niederlanden allerdings Ende September. Sie ermittelten 23 Täter, die für 15 Sprengungen einen Millionenschaden verursacht haben sollen. Aufmerksam wurden die Ermittler auf die Gruppe, als ein 29 Jahre alter mutmaßlicher Täter unter dem Vorwand der künstlerischen Nutzung Geldautomaten in die Niederlande bestellter.

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Diese soll der Mann mit einem Komplizen genutzt haben, um die Sprengung zu trainieren. Deutsche und niederländische Behörden ermittelten daraufhin gemeinsam. Die Polizei in Osnabrück ermittelt unter anderem schwerpunktmäßig gegen besondere Diebstahl- und Betrugsdelikte. Den Angaben zufolge wurden im vergangenen Jahr 414 Geldautomatensprengungen in Deutschland begangen - 19 Prozent mehr als noch 2019. Ein Großteil der Tatverdächtigen stamme aus den Niederlanden.

Kriminalpolizei übernimmt die Ermittlungen

In Heimertingen übernahm die Kriminalpolizei Memmingen die ersten Ermittlungen und die Spurensicherung am Tatort. Die Beamten hatten bereits früher mit Automatensprengungen zu tun. So wurde etwa 2019 ein Geldautomat in der Memminger Innenstadt gesprengt.

Die Sparkassenfiliale in Heimertingen weist erhebliche Beschädigungen auf, die derzeit noch nicht näher beziffert werden können. Auch der Bankautomat in der Filiale wurde zerstört. Inzwischen bestätigte das Landeskriminalamt (LKA), das die Ermittlungen übernommen hat, das auf jeden Fall Geld aus dem Automaten entwendet wurde. Zur Höhe machte das LKA keine Angaben.

Die Kripo geht von mehreren derzeit noch unbekannten Tätern aus. Details zu den Personen liegen aber auch hier noch nicht vor.

Polizei sucht nach Zeugen

Wer verdächtige Wahrnehmungen im entsprechenden Zeitraum gemacht hat, wird gebeten, sich mit der Kriminalpolizei Memmingen unter der Telefonnummer 08331/100-0 in Verbindung zu setzen.

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