Projekt

Verein Notausgang Memmingen baut Kinder- und Jugendzentrum

Notausgang Memmingen

Bauleiter Gustav Süß (von links), Notausgang-Geschäftsführer Conrad Reinker und Projektleiter Joachim Krohn auf der Baustelle.

Bild: Andreas Berger

Bauleiter Gustav Süß (von links), Notausgang-Geschäftsführer Conrad Reinker und Projektleiter Joachim Krohn auf der Baustelle.

Bild: Andreas Berger

Für 2,1 Millionen Euro richtet der Memminger Verein Notausgang ein Haus am Hühnerberg her. Kindern, Jugendlichen und Menschen in Not soll dort geholfen werden.
12.06.2021 | Stand: 08:44 Uhr

Früher war hier die Metzgerei Fuchs. Dann stand das Gebäude Jahre leer. Und nun soll das Haus an der Kudlichstraße 10 im Stadtteil Hühnerberg ein Ort der Sicherheit und Geborgenheit werden. Für Kinder, Jugendliche und Familien. Der Verein Notausgang saniert das Haus derzeit und richtet dort ein Kinder- und Jugendzentrum ein, ein Café und eine Beratungsstelle für Menschen in Not. Um dafür genug Platz zu haben, wird das Gebäude ein Stockwerk mehr bekommen.

Haus am Hühnerberg soll 2023 fertig sein

Gekauft hat der Verein die Immobilie 2018. Komplett fertig sein soll sie 2023. Bis dahin wird Notausgang 2,1 Millionen Euro investiert haben, inklusive Kaufpreis.

Einer der ersten Bauabschnitte soll 2022 fertig sein: das Erdgeschoss mit Kinder- und Jugendzentrum und Café. In einer eigenen Küche wird für die jungen Menschen gekocht werden. „Hochwertige Biokost“, sagt Joachim Krohn, Projektleiter des Begegnungszentrums am Hühnerberg. Die Küche werde 60.000 bis 80.000 Euro kosten. Das Café bekommt hinter dem Haus auch einen Außenbereich. Weitere Angebote: Es soll eine Hausaufgabenhilfe geben, einen Fitnessraum und einen Kreativraum, in dem gemalt, gebastelt, gewerkelt werden kann. In einem Medienraum sollen Kinder und Jugendliche beispielsweise lernen, wie sie das Internet sinnvoll nutzen können.

Zu dem Bauabschnitt, der bis 2022 fertig sein soll, gehören auch die Toiletten im zweiten Stock. Und das Nebengebäude. Dort wohnt jetzt schon ein junges Paar, das auch das Café betreiben und das für die Kinder kochen wird. Die beiden sind als Mitarbeiter des neuen Zentrums angestellt.

4000 ehrenamtlich geleistete Arbeitsstunden

Derzeit wird das Gebäude kernsaniert. 4000 ehrenamtlich geleistete Arbeitsstunden stecken schon drin. Größere Arbeiten müssen aber von Bauunternehmen übernommen werden. Dazu gehört, dass eine Wand auf der hinteren Seite des Hauses um zwei Meter nach außen versetzt werden soll, damit die Räume größer werden. Außerdem erhält das Haus ein weiteres Stockwerk. Wenn es fertig ist, hat das Zentrum 625 Quadratmeter Fläche. Unter anderem ein Fahrstuhl macht das Gebäude barrierefrei.

In Sachen Energie wird das Haus weitgehend autark sein: Strom soll aus einer Photovoltaikanlage auf dem Dach kommen, die Wärme aus einer Eisheizung. Sie gilt als umweltfreundlichere Alternative zu Erdöl und Erdgas. In einem Eisspeicher wird Wasser immer wieder gefroren und aufgetaut. Dabei entsteht Energie, die in Wärme umgewandelt wird.

Menschliche Wärme wird im Mittelpunkt des Zentrums stehen: zum Beispiel für Menschen, die kaum noch Perspektive für sich sehen, für Kinder und Jugendliche, die von ihren Eltern vernachlässigt werden oder die sogar schon Gewalt erfahren haben. Doch um das Zentrum fertigstellen zu können, sucht der Verein Notausgang weitere Förderer, Sponsoren, Spender.

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