Planung

Wärme könnte in Markt Rettenbach bald aus dem Boden kommen

Nahwärmeversorgung Baugebiete Markt Rettenbach

Eine zentrale Nahwärmeversorgung könnte es unter anderem im geplanten Baugebiet Am Sportplatz in Frechenrieden geben.

Bild: Armin Schmid

Eine zentrale Nahwärmeversorgung könnte es unter anderem im geplanten Baugebiet Am Sportplatz in Frechenrieden geben.

Bild: Armin Schmid

Für zwei neue Baugebiete strebt die Gemeinde eine klimaneutrale Energieversorgung an. Wo und wann es Probebohrungen geben könnte.
04.08.2021 | Stand: 11:45 Uhr

In neuen Baugebieten in Markt Rettenbach könnte es künftig sogenannte „kalte Nahwärmeversorgungen“ über Erdwärme geben. Mit entsprechenden Konzepten hat sich der Gemeinderat jetzt beschäftigt.

Bürgermeister Martin Hatzelmann erläuterte, dass neue Baugebiete angedacht oder bereits in Planung sind, für die eine zentrale Nahwärmeversorgung in Frage käme. Im Fokus steht dabei das geplante Baugebiet „Am Sportplatz“ im Ortsteil Frechenrieden, das rund 32 Baugrundstücke beinhalten soll. In Markt Rettenbach soll das Baugebiet Kalkofenacker II mit rund 19 Bauparzellen entstehen. Letztlich gehe es um eine klimaneutrale, nachhaltige und ökologische Energieversorgung, so Hatzelmann.

Erdsonden und Pumpentechnik

Vorgestellt wurde von Ulrich Haselbeck ein Quartierskonzept der Lechwerke AG. Die Schlüsseltechnologie ist dabei die Wärmepumpentechnik oder das Einbringen von Erdsonden. Während konventionelle Heizsysteme mit fossilen Brennstoffen mit sehr hohen Temperaturen arbeiten, werden laut Haselbeck bei der Wärmepumpentechnik die normalen Temperaturen des Grundwassers genutzt. Dem Grundwasser wird Wärme entzogen und abgekühltes Wasser wieder zurückgeleitet. Dies sei unbedenklich und für das Grundwasser sogar ein ökologischer Vorteil. Eine Abkühlung um drei bis vier Grad könne man auf diese Weise erreichen. Gut sei auch die Effizienz der Wärmepumpen-Technologie. Letztlich könne man mit einer Kilowattstunde Strom in etwa drei bis sechs Kilowattstunden Wärmeenergie gewinnen. Fördermöglichkeiten für eine Erdwärme-Siedlung gäbe es auch.

Funktionieren würde das Nahwärmenetz auch über Erdsonden. Dabei müsste auf jedem Grundstück eine Erdsonde installiert werden. Die Nutzung des Grundwassers beziehungsweise der Erdwärme liegt laut Haselbeck im Trend. Bereits jetzt würden rund 50 Prozent der Anschlüsse auf Wärmepumpen entfallen.

Ist das Wasser im Boden tauglich?

Um das Potenzial für die beiden örtlichen Baugebiete ausloten zu können, muss man laut Haselbeck zunächst eine Baugrunduntersuchung und eine Probebohrung veranlassen. Dabei werde auch die Qualität und Tauglichkeit des Wassers ermittelt. Danach müsste eine Entwurfsplanung und eine Kostenschätzung erstellt werden.

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Ratsmitglied Heinz Bader gab zu bedenken, dass Sontheim in der Nähe des geplanten Baugebiets Trinkwasser entnimmt. Diesbezüglich dürfe es keine Beeinträchtigung geben. Der Bürgermeister fügte an, dass man sich überlegen muss, ob man nur einen oder beide Standorte weiterverfolgt. Nach der Sommerpause will das Ratsgremium eine Entscheidung zur weiteren Vorgehensweise treffen.