Kommentar

Warum die Memminger AfD Nebelkerzen wirft

Zu einer Kundgebung gegen Hass und Fremdenfeindlichkeit rief der Soziokulturelle Verein Memmingen, der auch das "Cafe Konnex" betreibt, im Februar nach dem Anschlag in Hanau mit elf Toten auf.

Zu einer Kundgebung gegen Hass und Fremdenfeindlichkeit rief der Soziokulturelle Verein Memmingen, der auch das "Cafe Konnex" betreibt, im Februar nach dem Anschlag in Hanau mit elf Toten auf.

Bild: Brigitte Hefele-Beitlich (Archiv)

Zu einer Kundgebung gegen Hass und Fremdenfeindlichkeit rief der Soziokulturelle Verein Memmingen, der auch das "Cafe Konnex" betreibt, im Februar nach dem Anschlag in Hanau mit elf Toten auf.

Bild: Brigitte Hefele-Beitlich (Archiv)

Im "Cafe Konnex" in Memmingen gehen Linksextremisten ein und aus - sagt die AfD. Ein Kommentar zu politischen Ablenkungsversuchen vom MZ-Redaktionsleiter.
14.11.2020 | Stand: 16:53 Uhr

Im "Cafe Konnex" am Memminger Marktplatz gehen Linksextremisten ein und aus - behauptet die AfD. Sie wirft immer wieder populistische Nebelkerzen, um von sich selbst abzulenken beziehungsweise extremes Gedankengut quasi zu rechtfertigen. Der Bayerische Verfassungsschutz geht beispielsweise davon aus, dass Personen, die dem „Flügel“ der AfD um Björn Höcke zugerechnet wurden, nach dessen offizieller Auflösung im Frühjahr sich nicht von dessen rechtsnationaler Ausrichtung abgewandt haben. Zu diesen Personen gehört wohl auch der Memminger Christoph Maier.

In Corona-Zeiten finden extreme Gruppen Zulauf

Die scharfzüngige Rhetorik der AfD ist jedoch einer Partei unwürdig, die von sich behauptet, demokratisch zu sein. Fakt ist aber, dass alle Extremisten für eine freiheitlich-demokratische Gesellschaft wie die unsrige gefährlich sind – egal, ob sie aus dem rechten, dem linken oder dem ausländerterroristisch-islamistischen Lager kommen. Derzeit gibt es allein in Bayern etwa 3600 Links- und 2570 Rechtsextremisten, teilte jüngst die Bayerische Informationsstelle gegen Extremismus bei einer Bürgermeisterversammlung im Unterallgäu mit.

In Corona-Zeiten finden gerade diese beiden Gruppen Zulauf – weil unsere Freiheiten momentan durch die Pandemie-Auflagen „von denen in Berlin und München“ eingeschränkt wurden, so die krude Argumentation. Das ist gefährlich. Eine breite Mehrheit hält diese Maßnahmen zum Glück für sinnvoll. Zumindest noch. Daher ist Politik gefordert, die Menschen mitzunehmen und ihre Entscheidungen immer wieder kritisch zu hinterfragen – und vor allem zu erklären. Alles andere ist Wasser auf die Mühlen von und Extremisten aller Couleur.