Leser-Aktion

Was Leser von den Memminger Plänen für ein Kombibad halten

Die Pläne für den Neubau eines Ganzjahresbads am Standort des bisherigen Freibads in Memmingen, rufen gegensätzliche Reaktionen hervor: Manche wünschen sich eine baldige Verwirklichung des Projekts. Andere hoffen ganz im Gegenteil darauf, dass es nochmals überdacht wird und so das Freibad erhalten bleibt.    

Die Pläne für den Neubau eines Ganzjahresbads am Standort des bisherigen Freibads in Memmingen, rufen gegensätzliche Reaktionen hervor: Manche wünschen sich eine baldige Verwirklichung des Projekts. Andere hoffen ganz im Gegenteil darauf, dass es nochmals überdacht wird und so das Freibad erhalten bleibt.    

Bild: Julian Leitenstorfer (Symbolfoto)

Die Pläne für den Neubau eines Ganzjahresbads am Standort des bisherigen Freibads in Memmingen, rufen gegensätzliche Reaktionen hervor: Manche wünschen sich eine baldige Verwirklichung des Projekts. Andere hoffen ganz im Gegenteil darauf, dass es nochmals überdacht wird und so das Freibad erhalten bleibt.    

Bild: Julian Leitenstorfer (Symbolfoto)

Während einige Leser auf den baldigen Bau des Kombibads hoffen, wollen andere das Freibad erhalten. Warum auch von einem "Schildbürgerstreich" die Rede ist.
18.02.2021 | Stand: 18:00 Uhr

Konträr fallen die Leser-Reaktionen aus, die uns zu den Plänen für das neue Ganzjahresbad erreicht haben. Zusätzlich zu unserer Online-Umfrage (hier geht's zu den Ergebnissen) hatten wir Sie aufgerufen, uns iIre Meinung zu den Plänen mitzuteilen: Während die Verfasser einiger Beiträge eine möglichst rasche Umsetzung herbeisehnen, wünschen sich andere, dass das Vorhaben nochmals überdacht wird. So gibt es mehr als ein Plädoyer für den Erhalt des Freibads, an dessen Standort das Kombibad entstehen soll.

Dr. Eva Nielsen,ehemalige Memmingerin, verfolgt aus Flensburg das Geschehen in der früheren Heimat. Sie schreibt: „Zur herausragenden Qualität des Memminger Freibades gehört die einzigartige Verbindung von Natur und innerstädtischer Lage. Der alte Baumbestand und die große Liegewiese sind beeindruckend und bieten großen Erholungswert.“ Erstaunt zeigt sich Nielsen darüber, dass dieser Aspekt während der langjährigen Diskussionen um die Neukonzeptionierung des Hallen- und Freibades niemals einbezogen worden sei. Nielsen befürchtet – insbesondere angesichts der Dimension des Bauprojekts – dass es mit dem Verlust der naturnahen Gestaltung und damit „wertvoller ökologischer Schätze“ einhergehen würde. Sie wirft die Frage auf, ob dies stillschweigend hingenommen werden soll. „Eine adäquate Sanierung des Freibades wäre wohl sinnvoller und zudem kostengünstiger gewesen.“

Memmingens sommerliches Herz muss erhalten bleiben“, lautet der emotionale Appell der Zeilen von Gudrun Laufer-Vetter aus Ungerhausen:Sie schätzt „die herrlichen alten Bäume, die große Liegewiese, das ruhige 50-Meter-Schwimmerbecken“ sowie die „Ruhe und Entspannung“, die sie dort findet. Als einen Nachteil des Kombibad-Konzepts führt Laufer-Vetter die Verringerung von acht auf sechs Bahnen im Freien an: „Hier ist eine Beckenlänge von 50 Metern unbedingt notwendig, acht Bahnen sind mindestens Pflicht. Eine Bahn ist für Vereine reserviert, in Stoßzeiten wird es eh sehr eng.“ Ein größeres Schwimmerbecken im Außenbereich hatten auch bei unserer Online-Umfrage viele Teilnehmende angemahnt. Überdies sprachen sie sich – wie Laufer-Vetter und Nielsen – dafür aus, die großzügige Liegewiese unangetastet zu lassen. Die alten Bäume zu fällen, wäre obendrein nicht im Sinne des Modellvorhabens „Klimagerechter Städtebau“, so Laufer-Vetter. Ein Ortswechsel des Freibads sei undenkbar: „Dazu liegt es für Radler, Schüler und Familien zu zentral.“ So schlägt sie eine Renovierung vor: „Dringend notwendige Umbaumaßnahme wäre, die Sanitäranlagen für Damen aus dem ersten Stock ins Erdgeschoss zu legen. Platz wäre durch ungenutzte Umkleiden im Erdgeschoss genug.“

„Mehr Familienfreundlichkeit“

Für Alexander Schraut aus Memmingen gibt es dagegen „aufgrund der maroden Situation von Hallenbad und Freibad keine Alternative zum Kombibad“. Schrauts Ansicht nach sollte das Projekt „nun nach einer über zwanzigjährigen Entscheidungsfindung zum Abschluss gebracht werden“. Die Ausstattung in der Version, wie sie der Stadtrat im Januar festgelegt hat, hält er jedoch nicht für gelungen: „Als Vater von vier Kindern und Opa von sieben Enkeln hätte ich mir gewünscht, dass dieses zukünftige Kombibad in der Ausstattung mehr Familienfreundlichkeit beinhaltet hätte.“ Als „Schildbürgerstreich“ bezeichnet er den seitens der Stadtverwaltung angedachten Zeitraum für die Verwirklichung – denn nach Entscheidungen des Stadtrates bereits im Dezember 2019 und im Januar 2020 ziehe sich die Fertigstellung bis zum Frühjahr 2027 hin. Unmissverständlich fällt der Kommentar von Hans Wachter aus Memmingen aus: „Halleluja, dass man das noch erleben darf – danke.“ Trotz der derzeit schwierigen Umstände hält er es für richtig, das Projekt anzupacken. Wenig Begeisterung wecken aber auch in ihm die bisher festgelegten Eckpunkte, was er mit den Worten „Bitte klotzen und nicht kleckern!“ auf den Punkt bringt. Denn auszahlen werde sich das Objekt nur, wenn auch ausreichend hineingesteckt werde. Umfassen sollte das Bad demnach unter anderem eine „überdachte 50-Meter-Bahn (für entsprechende Wettbewerbe, die auch international zählen...)“ und eine Sauna: „Das sind nur zwei Punkte, aber für das ,gemeine Volk’ meines Erachtens nach ziemlich wichtige, damit das Bad auch angenommen und genutzt wird.“ Kurz und knackig schreibt Dieter Pflomm aus Memmingen: „Das Kombibad mit Sauna und Wasserrutschen gehört kombiniert mit einer neuen SV-Amendingen-Sportanlage nach Amendingen-Grünenfurt. Die jetzige Sportanlage und das alte Freibad werden Bauland. Das ist aus meiner Sicht die vernünftigste Stadtplanung.“ Keinesfalls wieder auf Eis gelegt werden sollte das Projekt laut Helmut Weiss aus Memmingen. Er verweist auf Vorzüge, die nicht nur Freizeitangebot und Sportmöglichkeiten betreffen: „Ein interessantes Freibad ist für Wirtschaft und Handel der Stadt doch von Vorteil.“

Klaus und Inge Scherrer halten es für bedeutsam, „dass vor allem an die Jugend gedacht wird“. Zur Begründung schreiben beide: „Wenn man hört, dass nur noch ein geringer Anteil der Bevölkerung schwimmen lernt, ist es wichtig, dass vor allem ganzjährig Schwimmunterricht im öffentlichen Bereich zu sehr günstigen Bedingungen angeboten wird.“ Lob erntet darum das vorgesehene Becken mit verstellbarem Hubboden – könne so doch Schwimmunterricht für alle Altersstufen angeboten werden. Beide wünschen sich ein Bad, das die Bedürfnisse von Vereinen und Leistungsschwimmern ebenso abdeckt wie die von jungen Besuchern sowie Senioren. Profitieren würde die Aufenthaltsqualität aus Sicht der Scherrers von „einer kleinen Gastronomie oder Cafeteria“, die Kleinigkeiten und Sitzmöglichkeiten für ihre Besucher bietet. „Ergänzend möchten wir noch anmerken: Wir würden uns sehr freuen, wenn wir selbst noch die Eröffnung erleben könnten und auch dort schwimmen könnten.“

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