Gebühren in Memmingen

Wasser und Gas in Memmingen werden nicht teurer

Die Stadtwerke Memmingen wollen die CO2-Steuer, die ab 2021 etwa für Gas fällig wird, noch nicht auf ihre Kunden umlegen.

Die Stadtwerke Memmingen wollen die CO2-Steuer, die ab 2021 etwa für Gas fällig wird, noch nicht auf ihre Kunden umlegen.

Bild: Heiko Wolfraum/dpa

Die Stadtwerke Memmingen wollen die CO2-Steuer, die ab 2021 etwa für Gas fällig wird, noch nicht auf ihre Kunden umlegen.

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Die Stadtwerke Memmingen schließen das Jahr mit einem Millionengewinn ab. Das liegt etwa an niedrigen Preisen an der Börse. Wie Kunden davon profitieren.
18.12.2020 | Stand: 06:00 Uhr

Die Memminger Stadtwerke werden nächstes Jahr die CO2-Steuer nicht an ihre Kunden weitergeben. Das gab Werkleiter Peter Domaschke auf der Plenumssitzung des Memminger Stadtrats bekannt. Diese neue Steuer gilt ab Januar in Deutschland. Die Bundesregierung will damit die Verbrennung fossiler Energieträger wie Gas, Öl oder Kohle unattraktiver machen und so Kohlenstoffdioxid einsparen. Die Memminger Stadtwerke müssen die Steuer also beispielsweise für Gas zahlen, das sie an die Haushalte liefern.

Da die Stadtwerke das Jahr 2019 jedoch mit einem Gewinn von 3,9 Millionen Euro beenden, werde man die Steuer im nächsten Jahr noch aus eigener Tasche bezahlen und nicht an die Kunden weitergeben. „Wie es übernächstes Jahr aussieht, kann ich noch nicht sagen“, betonte Domaschke jedoch.

Stadtwerke Memmingen profitierten von niedrigen Preisen an der Börse

Dass die Stadtwerke das Jahr überhaupt mit einem so großen Gewinn abschließen, liegt vor allem an der Sparte Gas. Die Stadtwerke profitierten von niedrigen Einkaufspreisen an der Börse. Da 2019 außerdem ein verhältnismäßig kaltes Jahr in Memmingen war, verkauften die Stadtwerke auch mehr Erdgas als im Jahr zuvor. Der Jahresgewinn allein in dieser Sparte betrug 3,1 Millionen Euro.

Weitere Sparten der Stadtwerke sind Wasser, Parkhäuser und alternative Energien. Zwar verzeichneten die Stadtwerke auch beim Betrieb der Parkhäuser einen überdurchschnittlichen Gewinn (475. 000 Euro) – das werde in dieser Höhe jedoch die Ausnahme bleiben, betonte Domaschke.

Wegen Corona nutzten weniger Menschen die Parkhäuser in Memmingen

„Bei den Parkhäusern hatten wir 2020 wesentlich weniger Kundenfrequenz wegen Corona“, sagte Domaschke. Das werde sich in der nächsten Jahresrechnung niederschlagen. Dann starte auch die Abschreibung des Umbaus des Parkhauses Krautstraße, das in diesem Jahr neu eröffnet wurde. „Da wird das Jahresergebnis deutlich niedriger ausfallen“, prognostizierte Domaschke. Positiv sei jedoch, dass sich die Auslastung des Parkhauses in der Bahnhofsstraße 2019 erneut verbessert habe.

Die Sparte Wasserversorgung liegt mit einem Jahresgewinn von 211 000 Euro im Bereich des Jahres 2018. „Die Hochbehältersanierung ist nun aber abgeschlossen“, ergänzte Domaschke. Auch in diesem Bereich hatte der Werkleiter gute Nachrichten für die Kunden der Stadtwerke: „Die Preise für Wasser bleiben stabil.“

Die finanziell kleinste Sparte der Stadtwerke besteht aus Photovoltaikanlagen und Blockheizkraftwerken. Der Jahresgewinn in diesem Bereich beträgt 16.000 Euro. Der Jahresgewinn von insgesamt 3,9 Millionen Euro wird je zur Hälfte dem städtischen Haushalt und den Rücklagen zugeführt. Die Mitglieder des Memminger Stadtrats nahmen den Jahresbericht zu Kenntnis und stimmten der Zuführung zum Haushalt ohne Gegenstimme zu. Eine Prüfung des Jahresergebnisses der Stadtwerke durch das Rechnungsprüfungsamt der Stadt steht allerdings noch aus.