Wolfertschwenden/Trunkelsberg

Wegen Bakterien: Trinkwasser bleibt weiterhin ein Sorgenkind

Probleme mit dem Trinkwasser haben derzeit zwei Unterallgäuer Gemeinden: In Trunkelsberg wird in der kommenden Woche das dritte Probeergebnis erwartet. Wolfertschwenden (Bild) will im Oktober über eine Sanierung seiner Weißenbrunnen-Quellen entscheiden.

Probleme mit dem Trinkwasser haben derzeit zwei Unterallgäuer Gemeinden: In Trunkelsberg wird in der kommenden Woche das dritte Probeergebnis erwartet. Wolfertschwenden (Bild) will im Oktober über eine Sanierung seiner Weißenbrunnen-Quellen entscheiden.

Bild: Franz Kustermann

Probleme mit dem Trinkwasser haben derzeit zwei Unterallgäuer Gemeinden: In Trunkelsberg wird in der kommenden Woche das dritte Probeergebnis erwartet. Wolfertschwenden (Bild) will im Oktober über eine Sanierung seiner Weißenbrunnen-Quellen entscheiden.

Bild: Franz Kustermann

Nach dem Fund von Bakterien muss das Wasser in Wolfertschwenden weiterhin abgekocht werden. In Trunkelsberg ist die örtliche Quelle noch immer nicht wieder in Betrieb.
27.08.2020 | Stand: 20:05 Uhr

Das Trinkwasser bereitet den Gemeinden Wolfertschwenden und Trunkelsberg weiterhin Sorge: Wie berichtet, musste das Wasser in Trunkelsberg vor ein paar Wochen wegen dort festgestellter Keime abgekocht werden. Nach der Umstellung auf „Stadtwasser“ aus Memmingen, wurde die Anordnung wieder aufgehoben. Doch die Gemeinde kann ihre eigene Quelle aus Sicherheitsgründen noch immer nicht in Betrieb nehmen. Und Wolfertschwenden hat kürzlich nach dem Fund coliformer Bakterien in einer ihrer zwei Weißenbrunnen-Quellen eine „Abkoch-Empfehlung“ ausgesprochen.

Dort waren auch die zuletzt gezogenen Proben nicht alle einwandfrei. Laut Bürgermeisterin Beate Ullrich hat das Unterallgäuer Gesundheitsamt am Montag vor Ort in Absprache mit der Gemeinde erneut einige Wasserproben entnommen, weil nicht alle Proben vom 19. August einwandfrei waren. Das Ergebnis der neuesten Untersuchung: „Es sind aktuell nur noch in einer Wasserprobe geringe Mengen coliforme Bakterien vorhanden. Die anderen Proben waren einwandfrei“, teilt Bürgermeisterin Ullrich mit. Nun müsse man zusammen mit dem Gesundheitsamt überlegen, was veranlasst werden kann: Infrage komme entweder eine Chlorierung des Trinkwassers oder eine UV-Wasserentkeimung mittels ultravioletten Lichts. Die UV-Wasserentkeimung hat laut der Bürgermeisterin den Vorteil, dass das Wasser hier weder chemisch noch geschmacklich verändert wird.

Die Abkochempfehlung kann laut der Rathauschefin frühestens zurückgenommen werden, sobald alle entnommenen Wasserproben einwandfrei sind und das Gesundheitsamt dazu sein Einverständnis erteilt hat. „Sollte dies der Fall sein, werden wir alle Bürger umgehend per Handzettel an alle Haushalte und über die Presse informieren.“

Voraussichtlich in einer Sitzung im Oktober werde der Gemeinderat darüber beraten und beschließen, ob Sanierungsmaßnahmen an den gemeindlichen Quellen durchgeführt werden. Zudem müsse ein Plan erstellt werden, in welchen zeitlichen Abständen welche Maßnahmen realisierbar sind.

Weitere Probe

In Trunkelsberg will Hygienekontrolleur Werner Straub auf „Nummer sicher“ gehen. Er verlangt von der Gemeinde nach zwei vorangegangenen einwandfreien Wasserproben nun eine weitere Untersuchung. Bürgermeister Roman Albrecht will diese im Laufe der nächsten Woche ziehen lassen. Sollten auch diese Proben unbedenklich sein, könnten die gemeindlichen Quellen wieder ins Netz gespeist werden. Wie berichtet, war man bei einem Vor-Ort-Termin im Juli zu der Erkenntnis gelangt, dass sich durch Starkregen verdichtete Fahrspuren in einer Rückegasse – etwa 700 Meter vom Quellgebiet entfernt – mit Oberflächenwasser gefüllt hatten. Durch organische Umsetzungen war es dort vermutlich zu einer Verkeimung gekommen, bevor das Wasser langsam in den Untergrund des Wasserschutzgebietes versickern konnte.

Die mutmaßlich ursächlichen Fahrspuren will Bürgermeister Albrecht grundlegend sanieren lassen. Unabhängig davon habe sich die Quelle von selbst wieder gereinigt. Albrecht freut sich: „Was drin war, hat sich von selbst wieder ausgespült, und es nichts Neues mehr nachgekommen.“ Das Gesundheitsamt hänge die Latte des Verbraucherschutzes verständlicherweise ziemlich hoch und verlange nun noch eine dritte Untersuchung, „damit sie auch hundertprozentig auf der sicheren Seite sind“. Den Sanierungsvorschlag für den vermutlich ursächlichen Waldweg will Rathauschef Albrecht dem Gemeinderat in einer der nächsten Sitzungen vorlegen.

Derweil investiert Trunkelsberg viel Geld in sein Versorgungsnetz: Die Bauarbeiten in der Alpenstraße sind fast abgeschlossen; aktuell wird die Weiherstraße (Kanal und Wasser) saniert und nächste Woche folgt die Waldstraße. Noch dieses Jahr sollen neue Wasserleitungen in der Wiesenstraße und Danneckerstraße verlegt werden. Zudem sind umfangreiche Maßnahmen in Kanal und Wasser (in vier Abschnitten) im Südring vorgesehen. Fast vier Millionen Euro wird die Gemeinde bis zum Herbst nächsten Jahres in ihr Versorgungsnetz investieren. Die Kosten für neue Revisionsschächte und Leitungen auf privatem Grund müssen von den Eigentümern selbst getragen werden.