Konzert

Wenn auf der Königin der Instrumente Karnevalhits erklingen

KU Orgel

Ralf Borghoff spielte in der Ottobeurer Erlöserkirche zum Faschingsauftakt Orgel mit Faschingshut.

Bild: Horst Hacker

Ralf Borghoff spielte in der Ottobeurer Erlöserkirche zum Faschingsauftakt Orgel mit Faschingshut.

Bild: Horst Hacker

Zum Faschingsauftakt gibt es am 11.11. in der Erlöserkirche in Ottobeuren Orgelmusik mit Comedybegleitung.
13.11.2021 | Stand: 12:00 Uhr

Nicht messerscharf exakt auf die Minute um 11.11 Uhr wie in Kölle und auch nicht 11 nach 11 Uhr nachts, sondern acht Stunden verspätet um 19.11 Uhr startete am 11.11. die fünfte Jahreszeit in der Erlöserkirche in Ottobeuren (Unterallgäu). In Zusammenarbeit mit der „Ottobeurer Herbstzeitlose“ präsentierte der Verein Pro Arte die ungewöhnliche Kombination von Orgelkonzert mit Stand-up-Comedy. Als „Reise in die Gastronomie“ lieferten die „Jecken“ Ralf Borghoff (Orgel, Erwitte) und Comedian René Reissig (Trier) Improvisationen aus der Schatztruhe legendärer rheinischer Karnevalhits.

Borghoff, Dekanatsmusiker des Erzbistums Paderborn, eröffnete das Konzert auf der Maier-Orgel mit dem rheinischen Karnevalsklassiker „Mer losse d’r Dom en Kölle“. Nach fanfarigem Auftakt flott und pfiffig rhythmisiert, verbreitete der Hit von 1973 die Proteststimmung gegen die damalige Stadtsanierungspolitik. Mit Improvisationen über den 1948 entstandenen, ironischen Trizonesien-Song („Wir sind die Eingeborenen von Trizonesien“) frischte er die damalige „heimliche Nationalhymne“ auf, als die „Bi-Zone“ (USA, Großbritannien) durch Beitritt der französischen Besatzungsmacht zur „Tri-Zone“ wurde.

Comedy im Altarraum

Vom Podium im Altarraum aus gab Stand-up-Comedian René Reissig, ein langjähriger Gastronom, DJ und Moderator, Schmankerln aus seinem Erlebnisschatz zum Besten. Und zwar multiperspektivisch aus Sicht eines Gastes beim „Griechen“, aus Sicht des Kellner-Azubis Tsatsiki, des Moskauer Kochs Igor oder aus Putzfrau Magdalenas Blickwinkel.

Als ihm eine Zuschauerin auf Nachfrage ihren Namen Heidi nennt, wiederholte er ihn so verzückt, dass viele der gut 30 maskierten Besucher in das darauf folgende kreischende Gelächter Heidis einstimmen. Als Höhe- und Schlusspunkt orgelte Borghoff das melodisch an „Jetzt kommen die lustigen Tage“ angelehnte Kinderlied „Wenn et Trömmelche jeht“. „Jo am 11.11. jeht dat Spillche los“ heißt es dort. Und dann: „Un mer trecke durch die Stadt und jeder hätt jesaat: Kölle alaaf, alaaf, Kölle alaaf!“