Lauben

Wer hat dort gewohnt? Neue Hausschilder in Lauben erinnern an frühere Bewohner

Alte Anwesen in Lauben wurden nun mit Haus- und Hofschildern ausgestattet. Unser Bild zeigt bei der Ausgabe (von rechts) den Vorsitzenden des Dorfplatzvereins Lauben, Werner Hersacher, Archivar Thomas Klein und (kniend) Bürgermeister Reiner Rößle.

Alte Anwesen in Lauben wurden nun mit Haus- und Hofschildern ausgestattet. Unser Bild zeigt bei der Ausgabe (von rechts) den Vorsitzenden des Dorfplatzvereins Lauben, Werner Hersacher, Archivar Thomas Klein und (kniend) Bürgermeister Reiner Rößle.

Bild: fk

Alte Anwesen in Lauben wurden nun mit Haus- und Hofschildern ausgestattet. Unser Bild zeigt bei der Ausgabe (von rechts) den Vorsitzenden des Dorfplatzvereins Lauben, Werner Hersacher, Archivar Thomas Klein und (kniend) Bürgermeister Reiner Rößle.

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Wer durch Lauben spaziert, kann künftig an Tafeln die alten Haus- und Hofnamen ablesen.
09.10.2020 | Stand: 15:00 Uhr

Schilder mit althergebrachten Haus- und Hofnamen finden sich in Frickenhausen schon seit über zehn Jahren an den Hauswänden. Wer nun durch Lauben spaziert, kann künftig auch an den dortigen Häusern ablesen, wer hier einst wohnte – etwa der „Engelbauer“, der „Gruber“ oder der „Sommerbauer“.

In dem Ort haben diese alten Hausnamen – insbesondere bei der älteren Generation – noch eine große Bedeutung. Doch viele der alten Hofnamen verschwanden im Laufe der Jahre. Werner Hersacher, Vorsitzender des Dorfplatzvereins Lauben, organisierte deshalb die Aktion zur Erstellung der Namens- und Hausschilder.

Angelehnt an die Dorfchronik wurden die alten Hausnamen zu neuem Leben erweckt. Nach einer öffentlichen Befragung bekundeten 35 Eigentümer – 33 aus Lauben und zwei aus Frickenhausen – ihr Interesse, ein Namenschild mit dem alten Hausnamen an ihrem Gebäude anzubringen. Die hochwertigen und pulverbeschichteten zweilagigen Aluminiumschilder, die ohne sichtbare Verschraubung auskommen, hat Michael Dauner aus Mitterskirchen angefertigt.

Jüngere Generation soll mehr über Geschichte Laubens lernen

Die Gemeinde Lauben und der Dorfplatzverein hatten die Aktion gemeinsam mit 23 Euro pro Schild gesponsert. Somit musste jeder Besitzer noch 60 Euro für sein Hausschild bezahlen. Bürgermeister Reiner Rößle betonte, dass es vor allem für die jüngere Generation toll sei, dass sie nun auch in Lauben etwas von der Geschichte der Höfe mitbekommt. Werner Hersacher freute sich, dass die Bürger so zahlreich an der Aktion teilgenommen haben. Jedes Haus habe nämlich nicht nur ein eigenes Gesicht, sondern auch eine eigene Geschichte. Der Dorfplatzverein wolle mit seiner diesjährigen Aktion dafür sorgen, dass diese Geschichte nicht in Vergessenheit gerät.

Archivar Thomas Klein erzählte bei der Ausgabe der Schilder, dass er als „Nicht-Ureinwohner“ so seine Probleme hatte, als er vor 40 Jahren nach Lauben zog. Es habe damals immer zwei Namen gegeben: den „Richtigen und den Haus- und Hofnamen“.

Vielfach seien die Leute aber nur unter ihrem Hausnamen bekannt gewesen. Da es im Ort viele mehrfach vorhandene Namen wie etwa „Sommer, Honold, Häring oder Güthler“ gibt, seien die Hausnamen auch heute noch sehr wichtig: Mit dem Hofnamen seien die Leute einfacher auseinanderzuhalten. Oftmals stammte der Hausname aus einem besonderen Titel oder einer Tätigkeit – etwa „Kupferer“, „Gäbele“ oder „Schmied“.

Den Jugendlichen des Orts seien die alten Hausnamen vielfach aber nicht mehr geläufig. Der agile Chronist Albert Buck, der 20 Jahre lange in Lauben wohnte, hatte für jeden der 100 Höfe eine kleine Chronik erstellt. In dieser ist etwa erfasst, wer in den Jahren 1700 bis 1980 auf den Anwesen gewohnt hatte und warum der Hof den jeweiligen Hausnamen getragen hat. Zusammen mit ihrem Schild durften die Hausbesitzer auch diese persönliche Chronik mit nach Hause nehmen.