Saisonstart

Wie geht es am Landestheater Schwaben nach der Sommerpause weiter?

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Intendantin Kathrin Mädler startet mit ihrer Truppe am Landestheater Schwaben in die neue Spielzeit. Hinter sich hat sie ihre neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter versammelt. Von links nach rechts: Stephan Brömme, Rebecca Zechiel, Franziska Lemke, Marlene Miensopust (verdeckt), Larissa Irle, Nadja Bruder, Elias Baumann, Julia Hammerstiel und Christa Baumbach.

Bild: Theresa Osterried

Intendantin Kathrin Mädler startet mit ihrer Truppe am Landestheater Schwaben in die neue Spielzeit. Hinter sich hat sie ihre neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter versammelt. Von links nach rechts: Stephan Brömme, Rebecca Zechiel, Franziska Lemke, Marlene Miensopust (verdeckt), Larissa Irle, Nadja Bruder, Elias Baumann, Julia Hammerstiel und Christa Baumbach.

Bild: Theresa Osterried

Am Landestheater Schwaben läutet Intendantin Kathrin Mädler die neue Spielzeit „Reset Now“ ein. Mit von der Partie sind einige neue Gesichter.
28.08.2021 | Stand: 06:00 Uhr

Im Großen Haus trudeln die ersten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Landestheaters (LTS) Schwaben ein. „Schöne Spielzeit“ grüßen sie sich untereinander. Nach der Sommerpause beginnt am LTS die neue Theatersaison. Traditionell findet die Begrüßung und die Vorstellung des neuen Personals durch Intendantin Dr. Kathrin Mädler am ersten Tag statt, heuer ist es bereits der zweite Arbeitstag.

Mädler greift ihre Rede vom vergangenen Jahr auf: "Ich war erschrocken von der Ahnungslosigkeit"

Mädler reflektiert zunächst ihre Rede, die sie zu Beginn der vergangenen Spielzeit gehalten hat. Damals sei sie noch optimistischer gewesen und habe gedacht, es werde die „ungewöhnlichste Spielzeit“. Im vergangenen Jahr musste das Landestheater aufgrund der Corona-Pandemie sieben Monate schließen. „Als ich meine Notizen von damals durchgelesen habe, war ich erschrocken von der Ahnungslosigkeit, die wir hatten“, sagt sie nun.

Corona macht die Fragilität der Kunst greifbar

Ungeschönt spricht sie von einem Lähmungsgefühl, als sie realisierte, wie Corona die Fragilität der Kunst freilegte. „Ich habe mir die damalige Rede angesehen und gedacht, das könnte ich jetzt alles noch einmal genauso wiedergeben, es hat sich nicht wirklich etwas geändert.“ Mädler beschwört ihre Truppe, sich dennoch nicht an den lähmenden Ohnmachtszustand zu gewöhnen. Man müsse aufpassen, dass man nicht gleichgültig werde.

"Reset Now": Neuer Spielplan will zeitgenössische Themen kritisch hinterfragen

Rückblickend auf die vergangenen Saison sagt die Intendantin: „Doch sobald wir wieder spielen und die Liebe des Publikums spüren konnten, waren wir nach dem Lockdown wieder drin.“ Deswegen müsse man sich jetzt wieder untereinander mit guter Energie anstecken.

Die neue Spielzeit läuft unter dem Motto „Reset Now“. Es wird laut Intendantin eine „nachhaltige Spielzeit“, die moderne und zeitgenössische Themen aufgreifen und kritisch hinterfragen möchte. Gerade im Hinblick auf die aktuelle Klimadebatte und die Pandemie möchte Mädler mit ihrer Truppe das vorherrschende Gefühl von Zeitenwende in der Gesellschaft einfangen. „Zwischen Klimakatastrophe und Corona-Pandemie: Mit welcher Legitimation sind wir eigentlich hier?“

Umweltschutz im Theater

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Dafür bietet sich in ihren Augen auch eine Auseinandersetzung mit dem Publikum an – beispielsweise bei Podiumsdiskussionen. Ob das dann mit den nötigen Hygienemaßnahmen vereinbar werden könne, müsse sich erst noch herausstellen. Aber nicht nur auf dem Spielplan steht Nachhaltigkeit, auch im Landestheater selbst soll das Thema „Umweltschutz“ angegangen werden. „Im Herbst oder Winter wollen wir ein Projekt angehen, bei dem wir uns überlegen, wie wir im Theater umweltschonender sein können“, sagt Mädler.

Neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Landestheater Schwaben

Anschließend stellt die Theaterchefin elf neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nacheinander vor. Das Schauspielensemble wird verstärkt von Elias Baumann und Nadja Bruder. Christa Baumbach übernimmt die Assistenz der Theaterleitung und Stephan Brömme ist neuer Bühnenmeister. Julia Hammerstiel kommt als neue Dramaturgin ans Landestheater. Besonders freut sich Mädler über die zwei Auszubildenden Frederike Hartung und Paul Hergarden in der Veranstaltungstechnik. „Gerade in dieser Zeit und im Bereich Technik ist es schwierig, Nachwuchs zu finden.“ Die zwei Maskenbildnerinnen Marlene Miensopust und Larissa Irle beginnen ebenfalls beim Landestheater. Im Rahmen ihres freiwilligen sozialen Jahres in der Kultur wird Franziska Lemke Teil des LTS.

Das Jugendtheater geht mit verschiedenen Stücken an den Start

Zudem erlebt das ausgelagerte Jugendtheater nun seine erste Spielzeit, und zwar mit Stücken wie „Als die Bohne Achterbahn fuhr“ und „Die beste Kuh der Welt“. Im Jugendtheater wird die neue Dramaturgin und Theaterpädagogin Rebecca Zechiel eine wichtige Rolle spielen. Auch Memmingens Dritter Bürgermeister, Dr. Hans-Martin Steiger, freut sich sehr über das neue Jugendtheater und betont: „Das Landestheater ist ein enorm wichtiges Standbein für die Stadt Memmingen.“

„Ich glaube fest daran, dass das Theater für eine Gesellschaft nicht nur relevant, sondern überlebenswichtig ist“, unterstreicht Mädler zum Abschluss der Saisoneröffnung. Gleichzeitig appelliert sie an alle, aufmerksam, vorsichtig und flexibel zu sein. „Lasst uns tolerant bleiben und nicht die soziale Spaltung, die durch die Pandemie entstanden ist, fortführen.“

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