Fußball-Regionalliga

Wieder ein Geisterspiel für den FC Memmingen

Derzeit nur mit Maske: FCM-Coach Esad Kahric (rechts) und Co-Trainer Candy Decker (links).

Derzeit nur mit Maske: FCM-Coach Esad Kahric (rechts) und Co-Trainer Candy Decker (links).

Bild: Melina Däubler

Derzeit nur mit Maske: FCM-Coach Esad Kahric (rechts) und Co-Trainer Candy Decker (links).

Bild: Melina Däubler

Warum der Fußball-Regionalligist am Samstag Wacker Burghausen empfangen darf, aber keine Zuschauer.
Derzeit nur mit Maske: FCM-Coach Esad Kahric (rechts) und Co-Trainer Candy Decker (links).
Von Andreas Schales
15.10.2020 | Stand: 13:31 Uhr

Der Kartenverkauf war angelaufen, die Stadionzeitung schon gedruckt, Sicherheitspersonal, Getränke und Stadionwürste waren bestellt. Dann kam wieder alles ganz anders: Am Dienstag hatte der FC Memmingen (FCM) vom städtischen Sport- und Ordnungsamt auf Nachfrage noch die Auskunft erhalten, dass die Regionalliga-Begegnung am Samstag (Anpfiff: 14 Uhr) gegen den SV Wacker Burghausen vor maximal 400 Fans stattfinden könne.

Am Donnerstagvormittag kam nun – entgegen der aktuellen Allgemeinverfügung – die Nachricht von einem Zuschauerverbot. Das Spiel selbst darf aber noch als „Geisterspiel“ ausgetragen werden. Auch bei allen anderen Sportveranstaltungen in der Stadt sind am Wochenende keine Besucher zugelassen. Ausgenommen sind lediglich Spiele/Wettbewerbe mit Minderjährigen. Hier dürfen Erziehungsberechtigte, die ihre Kinder zur Veranstaltung bringen, zuschauen.

Immer kritisch

Die Verantwortlichen des FCM haben die Entscheidung zum Zuschauerausschluss zur Kenntnis genommen und konzentrieren sich nun auf die Schadensbegrenzung im organisatorischen Bereich. Ohnehin hatte der FCM es immer kritisch gesehen, dass der Spielbetrieb angesichts der Corona-Lage in diesem Herbst ordnungsgemäß laufen solle, und bei einer Abstimmung des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV) mit einer Minderheit dafür gestimmt, erst im Frühjahr wieder zu beginnen (dieberichtete). „Mittlerweile sehen es wohl auch einige der mehrheitlichen Befürworter etwas anders“, vermutet FCM-Vorsitzender Armin Buchmann.

Sportlich bereitet sich die Mannschaft von Cheftrainer Esad Kahric auf die wichtige Aufgabe vor. Nach der 0:1-Niederlage in Rain herrscht beim Tabellenvorletzten natürlich ein gewisser Zugzwang. In den sechs noch geplanten Regionalliga-Spielen vor der Winterpause geht es viermal gegen Mannschaften aus der unteren Tabellenhälfte. Burghausen ist eine davon.

Umbruch in der Zwangspause

Der ehemalige Zweitligist hat in der Corona-Zwangspause ebenfalls einen Umbruch bewältigen müssen, wenngleich dieser nicht so gravierend wie beim FCM war. Insgesamt zwölf Spieler haben den Verein aus unterschiedlichsten Gründen verlassen. Sechs Zugänge gab es, darunter mit Stefan Wächter den spektakulärsten. Der 23-jährige kehrte vom Drittliga-Aufsteiger SV Türkgücü München an seine frühere Wirkungsstätte zurück. Unter den neuen Leuten befindet sich mit Maximilian Drum auch ein sehr erfahrener, langjähriger Regionalliga-Spieler des TSV Buchbach. Zum Regionalliga-Restart gab es gegen Buchbach ein 1:1. Zuvor war die Mannschaft von Trainer Leonhard Haas, der im Winter vom TSV Wasserburg verpflichtet wurde, bereits dreimal im neu geschaffenen Ligapokal im Einsatz. Gegen Buchbach (4:2) und den SV Schalding-Heining (3:1) wurden Siege eingefahren, gegen Rosenheim gab es eine 2:4-Niederlage. Der SV Wacker Burghausen steht mit 27 Punkten auf Rang elf der Regionalliga-Tabelle, braucht also auch noch Zählbares, um den Abstand zur Gefahrenzone auszubauen.

Es ist noch nicht klar, inwieweit Matthias Moser, David Remiger und Roland Wohnlich schon wieder voll belastbar sind. Kahric steht damit voraussichtlich der gleiche Kader wie in Rain zur Verfügung.

FCM-Fans können zumindest im Internet-Liveticker des Vereins untermitfiebern. Die aktuelle Stadionzeitung ist dort auch online zu lesen. TV-Bilder vom Spiel sind am Sonntagabend ab 20 Uhr in einer Zusammenfassung beizu sehen.