Verkehr

Wo der Landkreis Unterallgäu Geld in den Straßenbau steckt

Rund 1,9 Millionen Euro investiert der Landkreis Unterallgäu in den Ausbau der Ortsdurchfahrt Markt Rettenbach und der anschließenden Kreisstraße nach Gottenau. Im Bereich der beiden Supermärkte am Ortsausgang (unser Bild) soll eine Querungshilfe eingebaut werden.

Rund 1,9 Millionen Euro investiert der Landkreis Unterallgäu in den Ausbau der Ortsdurchfahrt Markt Rettenbach und der anschließenden Kreisstraße nach Gottenau. Im Bereich der beiden Supermärkte am Ortsausgang (unser Bild) soll eine Querungshilfe eingebaut werden.

Bild: Franz Kustermann

Rund 1,9 Millionen Euro investiert der Landkreis Unterallgäu in den Ausbau der Ortsdurchfahrt Markt Rettenbach und der anschließenden Kreisstraße nach Gottenau. Im Bereich der beiden Supermärkte am Ortsausgang (unser Bild) soll eine Querungshilfe eingebaut werden.

Bild: Franz Kustermann

Der Bauausschuss verabschiedete eine Prioritätenliste. Zuerst sind Ottobeuren, Markt Rettenbach und Babenhausen dran. Welche Projekte bis 2024 angepackt werden.
25.01.2021 | Stand: 06:00 Uhr

Der Landkreis Unterallgäu investiert heuer und in den kommenden Jahren viel Geld in den Ausbau seiner Kreisstraßen. Einstimmig verabschiedete der Kreis- und Bauausschuss nach einer rund fünfstündigen Sitzung das umfangreiche Investitionsprogramm und die Priorisierung der erforderlichen Maßnahmen. Das Gremium gab für den Zeitraum bis zum Jahr 2024 diesbezüglich eine positive Empfehlung an den Kreistag ab.

Tiefbauamtsleiter Walter Pleiner stellte die Projekte vor, die außer mit Eigenmitteln des Kreises auch mit Mitteln aus dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG), durch Bundesmaßnahmen oder Beteiligungen der betroffenen Gemeinden mitfinanziert werden. Rund 40 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten von drei großen Projekten werden demnach in diesem Jahr durch GVFG-Mittel gefördert. Heuer will der Kreis etwa den Ausbau der Ortsdurchfahrt Kneippstraße Ottobeuren, die MN 18 Babenhausen und die Ortsdurchfahrt Markt Rettenbach-Gottenau realisieren.

  • Die Ortsdurchfahrt Ottobeuren soll auf einer Länge von 900 Metern neu ausgebaut werden. Hier wird ein einseitiger Radfahrstreifen geschaffen, wobei der Gehweg auf der östlichen Seite so gestaltet wird, dass er auch für Radfahrer befahrbar ist. Auch wenn der Basilika-Parkplatz ausgenommen ist, soll hier ein Überweg an der Ampel entstehen. Nach der umgestalteten Ampel am Ortsausgang beginnt ein gemeinsamer Geh- und Radweg zur Sternwarte hin. Die Straßenführung wird leicht verändert zugunsten von Verbesserungen in den Kurvenbereichen.
  • Die Ortsdurchfahrt Markt Rettenbach wird bis zum Beginn der Ortsdurchfahrt Gottenau auf 6,5 Meter Breite neu ausgebaut. Hier wird auf der Ostseite ein 2,5 Meter breiter Geh- und Radweg mit dazwischen liegendem Schutzstreifen neu angelegt. Im Bereich der Supermärkte ist eine Querungshilfe geplant. Laut Pleiner ist auch bei der Ortsdurchfahrt im Ortsinneren von Markt Rettenbach ein Ausbau dringend erforderlich. Die Arbeiten sollen im zeitigen Frühjahr begonnen und bereits im kommenden Herbst abgeschlossen werden. Der dafür gemeinschaftlich von Gemeinde und Kreis organisierte Grunderwerb sei „weitestgehend gediehen, aber noch nicht endgültig abgeschlossen“. Neben der Fahrbahn wird zunächst ein Grünstreifen belassen, bevor in einem weiteren Bauabschnitt der neue Geh-, und Radweg folgt. Die Maßnahme wurde laut dem Tiefbauamtsleiter bereits zur Förderung eingereicht. Die Förderhöhe ist bislang noch nicht bekannt. Während der Bauzeit wird eine Umleitung ausgeschildert; wie genau, ist derzeit noch nicht geklärt.
  • An der Ortsdurchfahrt Babenhausen entsteht ein einseitiger Geh- und Radweg, wobei der Schulparkplatz neu angebunden wird. Dabei wird auf die Durchgängigkeit zum bestehenden Geh- und Wirtschaftsweg geachtet. Der bereits vorhandene Zebrastreifen wird leicht verschoben.
  • Die für das kommende Jahr geplanten Maßnahmen müssen bis Anfang September bei der Regierung von Schwaben für die Förderung gemeldet sein. Das betrifft etwa die 2,4 Kilometer lange Kreisstraße Rammingen-Türkheim (MN 2). Beim 700 Meter langen Illeraufstieg im Hangbereich „Bock“ bei Au zwischen Bad Grönenbach und Legau soll die bereits teilweise vorhandene Hangverbauung (ähnlich der Wolfertschwender Steige) auf die gesamte Länge verlängert und verbessert werden. Die Schutzplanken sollen dem neuesten Sicherheitsstandard entsprechend mit Kappen ausgestattet werden. Außerdem muss die Straßenbreite auf 6,5 Meter angepasst werden. Der Ausbau lasse sich nicht weiter schieben, sagte Tiefbauamtsleiter Walter Pleiner. Auch die Kreisstraße Frickenhausen-Inneberg funktioniere baulich nicht mehr: Die Radien seien teilweise zu gering, Bankette fehlen ganz. Vorläufig werde man jedoch mit den Planungen vor dem Inneberger Berg aufhören: Dieser soll als separates Projekt realisiert werden. Dort wisse man noch nicht, wie sich die Verkehrssituation entwickeln soll.

Ein Überblick: Investitionen in Kreisstraßen im Landkreis Unterallgäu

  • Bereits begonnene Maßnahme: MN 21, Ausbau Ortsdurchfahrt Bad Grönenbach-Rothenstein, Kosten ohne Gehwege 1,6 Millionen Euro.
  • Baubeginn 2021: MN 18, Ausbau Ortsdurchfahrt Ottobeuren-Sebastian Kneipp-Straße, 1,6 Millionen ohne Gehwege. MN 32, Ausbau Ortsdurchfahrt Markt Rettenbach und Kreisstraße bis Gottenau, 1,9 Millionen Euro mit Rad- und Gehweg. MN 8, Ausbau Ortsdurchfahrt Babenhausen, 1,25 Millionen mit Rad- und Gehweg.
  • Baubeginn 2022: MN 21, Ausbau Illeraufstieg bei Au, Länge 700 Meter, Kosten 1,7 Millionen Euro.
  • Baubeginn 2023: MN 18, Ausbau Ortsdurchfahrt Süd Wolfertschwenden, Länge 400 Meter, Kosten 450 000 Euro. MN 33, Ausbau Ortsdurchfahrt Buxheim mit Neubau eines Rad- und Gehweges samt Brücke, Länge 1,3 Kilometer, Kosten 1,5 Millionen Euro. MN 32, Ausbau Kreisstraße zwischen Günz und dem Kreisverkehr MN 31/MN 32, Länge 1,1 Kilometer, Kosten 900 000 Euro.
  • Baubeginn 2024 und später: MN 19, Ausbau Ortsdurchfahrt Bad Grönenbach, Länge 850 Meter, 1,2 Millionen Euro. MN 16, Ausbau Kreisstraße Hawangen-Ungerhausen, Länge 3,2 Kilometer, 1,5 Millionen Euro. MN 24, Ausbau Ortsstraße Bad Grönenbach, Länge 800 Meter, 800 000 Euro. MN 19, Ausbau nördliche Ortsdurchfahrt Woringen, Länge 700 Meter, 800 000 Euro. MN 22, Ausbau Kreisstraße Wolfertschwenden-Ittelsburg, Länge 1,5 Kilometer, 2,2 Millionen Euro.

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