Corona-Regeln in Memmingen

Wochenmarkt: kein Verbot für warmes Essen in Memmingen

Wochenmarkt

Auf dem Memminger Wochenmarkt gilt: Maske tragen, Abstand halten und Speisen und Getränke nicht auf dem Gelände verzehren. Die Besucher halten sich weitestgehend daran.

Bild: Anna Kabus (Archiv)

Auf dem Memminger Wochenmarkt gilt: Maske tragen, Abstand halten und Speisen und Getränke nicht auf dem Gelände verzehren. Die Besucher halten sich weitestgehend daran.

Bild: Anna Kabus (Archiv)

Auf dem Markt in Kempten gibt es vorerst keine Kässpatzen und Würstle mehr. In Memmingen sind Stadt und Händler allerdings sehr zufrieden mit den Marktbesuchern.
19.04.2021 | Stand: 16:40 Uhr

Die gute Nachricht vorweg: Nein, ein Verbot von warmen Speisen auf dem Memminger Wochenmarkt wird es in naher Zukunft nicht geben. „Solange die Besucher des Memminger Wochenmarkts und die Standbetreiber sich an die infektionsschutzrechtlichen Vorgaben halten und kein Verzehr auf dem Wochenmarktgelände stattfindet, wird der Verkauf von Fischsemmeln und Imbissgerichten zum Mitnehmen weiterhin möglich sein“, stellt Michael Foit, Leiter des städtischen Ordnungsamts, auf Nachfrage der Memminger Zeitung klar.

30 Kilometer südlich sieht die Lage anders aus: Die Stadt Kempten und die dortigen Marktleute haben die Reißleine auf dem Wochenmarkt gezogen. Zunächst einmal eine Woche lang können Besucher keine Kässpatzen, Würstle und heißen Kaffee mehr an den Marktständen kaufen – weil einige Menschen die warmen Speisen und Getränke immer wieder im Umfeld des Wochenmarkts zusammen verzehrt und getrunken hatten. Ein Sprecher der Kempter Marktleute sprach sogar von Partystimmung auf dem Wochenmarkt.

Wochenmarkt in Memmingen: Großes Lob für die Besucher

Großes Lob für die Memminger Marktbesucher gibt es hingegen von Theresa Wager, die am Stand der gleichnamigen Gärtnerei jeden Dienstag und Samstag Salat, Karotten und Radieschen verkauft. „Die Leute halten sich an die Regeln. Das klappt einwandfrei“, betont sie. Im Herbst, als die Corona-Regeln nach einem relativ ruhigen Sommer wieder verschärft wurden, hätten sich anfangs noch Kunden auf den Stufen des Marktplatz-Brunnens hingehockt, dort zusammen gegessen und miteinander geredet. „So wie sie es eben vor Corona gewohnt waren“, sagt Wager. Das komme aber inzwischen nicht mehr vor.

Welche Regeln auf dem Wochenmarkt gelten, darüber informieren Schilder an den Zugängen zum Marktplatz sowie Aushänge an den einzelnen Ständen und Buden. Die Stadt weist zudem darauf hin, dass allgemeine Regeln wie das Radfahr- und Hundeverbot auf dem Wochenmarktgelände weiterhin gelten. Mitarbeiter des Ordnungs- und Gewerbeamts kontrollierten jeden Dienstag und Samstag zu unterschiedlichen Zeiten, ob die Regeln eingehalten werden. „Derzeit gibt es bezüglich der Einhaltung der infektionsschutzrechtlichen Maßnahmen keine Probleme auf dem Memminger Wochenmarkt. Insbesondere die Maskenpflicht wird gut eingehalten“, sagt Ordnungsamtsleiter Foit. Verkäuferin Theresa Wager erklärt sich das so: „Den Memmingern liegt ihr Wochenmarkt sehr am Herzen und sie haben verstanden, dass es diesen vielleicht gar nicht mehr gibt, wenn sie sich nicht an die Regeln halten.“

Einen Wochenmarkt ohne Imbissbuden gab es in Memmingen bereits von Mitte Dezember bis Anfang März. In dieser Zeit durften keine warmen Speisen auf dem Marktplatz verkauft werden – auch nicht zum Mitnehmen. „Auch zu unserem Bedauern, denn wir hatten dadurch kein Mittagessen“, sagt Wager.

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Von diesem Verbot betroffen war unter anderem Karin Einsiedler, die zusammen mit ihrem Mann Richard im Stand von „Waibels Imbiss“ Currywurst, Wiener und Debrecziner mit Semmel eingepackt zum Mitnehmen verkauft. „Wir durften etwa zehn Wochen in Memmingen nicht verkaufen“, sagt sie. Im Januar baute sie ihren Wagen deshalb einige Male auf dem Kempter Wochenmarkt auf. Ihr Eindruck: Im Vergleich zu Memmingen seien die Corona-Regeln dort weniger streng gehandhabt worden.

Auf dem Memminger Wochenmarkt halten sich die meisten an die Corona-Regeln

Seit etwa eineinhalb Wochen steht Einsiedler nun wieder zweimal pro Woche auf dem Memminger Markt. „Die, die wöchentlich kommen, kennen die Regeln und halten sich daran“, betont sie. In seltenen Fällen müsse sie Kunden von außerhalb darauf hinweisen, dass diese die Speisen nicht auf dem Marktgelände essen dürfen. Im Vergleich zur Zeit vor Corona kauften aber insgesamt weniger Menschen Mittagessen bei ihr ein. „Früher haben wir auch mal bis 13.30 Uhr verkauft. Jetzt ist eigentlich immer um 12 Uhr Schluss“, sagt sie. Ein bisschen Verständnis hat sie dafür: „Eine eingepackte Currywurst schmeckt halt lang nicht so gut, wie wenn man sie frisch isst.“

"Bleibt vernünftig, auch wenn's nervt", appeliert Thomas Schwarz, Leiter der Lokalredaktion Memmingen, an die Menschen. Wieso er damit nicht nur den Wochenmarkt meint, lesen Sie hier.