Unterallgäu/Kirchhaslach

Zahl der Einsätze deutlich gestiegen

fs Kreisbrandinspektor Schlögel

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Bild: Fritz.Settele@t-online.de

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Bilanz Feuerwehren aus dem Inspektionsbereich Unterallgäu/Nord werden immer häufiger zu Verkehrsunfällen und technischen Hilfeleistungen gerufen
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Von fs
08.11.2019 | Stand: 16:39 Uhr

Auf ein arbeitsreiches Jahr hat Kreisbrandinspektor (KBI) Jakob Schlögel aus Klosterbeuren bei der Dienstversammlung der Kommandanten in Kirchhaslach zurückgeblickt. Die Feuerwehren im Inspektionsbereich Unterallgäu/Nord, der von Heimertingen bis Könghausen reicht, wurden zu 550 Einsätzen gerufen. Das sind elf Prozent mehr als im Vorjahr. Geschultert haben die Einsätze 45 Ortsfeuerwehren mit rund 1840 Freiwilligen.

Bei der Bilanz stach die Zahl der technischen Hilfeleistungen heraus. Diese erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um rund 50 Prozent auf 336 Einsätze. Die Palette reichte von Verkehrsunfällen über Hochwassereinsätze bis hin zu Personenbergungen. Wegen Computerproblemen entfielen heuer detaillierte Aufschlüsselungen. Jedenfalls übersprangen die technischen Hilfeleistungen deutlich die 50-Prozent-Marke der Vorjahre: Sie nahmen rund 60 Prozent des Gesamteinsatzvolumens ein. Zudem rückten die Floriansjünger zu 67 Brandeinsätzen, 19 ABC-Einsätzen, 20 Sicherheitswachen und 106 „sonstige Tätigkeiten“ aus. Die Zahl der Fehlalarme ging hingegen von 34 auf zwei zurück.

Positiv war auch, dass die Zahl der Dienstleistenden im Inspektionsbereich um mehr als 130 stieg. Auch der Anteil der Frauen ging nach oben, nämlich um 20 auf nunmehr 83. In diesem Zusammenhang galt Schlögels Dank auch den Arbeitgebern, welche die Feuerwehrler problemlos für den Dienst freigestellt hätten.

Ohne Weiterbildungen wäre der hohe Leistungsstand nicht erreichbar oder haltbar, so Schlögel weiter. Rund 60 Floriansjünger absolvierten Lehrgänge an den überörtlichen staatlichen Feuerwehrschulen. Da diese Fortbildungsplätze dem Bedarf bei Weitem nicht gerecht werden könnten, zeigte sich der KBI stolz darüber, dass „wir auf Landkreisebene wieder den gesamten Bedarf decken konnten“.

So waren es im Unterallgäu insgesamt mehr als 430 Teilnehmer, ob bei der Atemschutz-Fortbildung oder der Maschinistenausbildung. Eine wichtige Stelle ist laut Schlögel die Kreiseinsatzzentrale, die im neuen Mindelheimer Feuerwehrhaus beheimatet ist. Letztlich unterzogen sich etwa 120 Feuerwehrlehrer, unterstützt von rund 40 Ergänzungsteilnehmern, erfolgreich den Prüfungen „Die Gruppe im Löscheinsatz“, davon 50 in den vier Goldkategorien. Neben den Übungen auf örtlicher Ebene erhöhen vor allem Haupt- und Gemeinschaftsübungen das Leistungsniveau. Dabei arbeiten stets mehrere Feuerwehren zusammen. So galt es etwa fiktive Brände in der Winterrieder Mehrzweckhalle, in einem Gebäude für Nutzfahrzeuge in Egg oder in einem Aussiedlerhof in Bedernau zu bekämpfen. Über einen simulierten Waldbrandeinsatz in Haselbach habe sogar dasBayerische Fernsehenberichtet.

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Schlögel dankte den Gemeinden, die viel Geld für Anschaffungen in die Hand genommen hätten, zum Beispiel für Tragkraftspritzen, Einsatzfahrzeuge oder gar ein neues Gerätehaus.

Auf die Mitgliederwerbung wurde ein besonderes Augenmerk gelegt. Eine Maßnahme war die Aktionswoche unter dem Motto „Wir sind Ehrenamt! Freiwillige Feuerwehr jederzeit und bayernweit“. Erstmals wurde der Schwäbische Feuerwehrtag unter dem Motto „Reinschauen bei der Feuerwehr“ angeboten. Auch die Geselligkeit wurde im Gebiet Unterallgäu/Nord gepflegt, etwa bei Feuerwehrfesten oder beim Kommandantenausflug.

Aus dem Bericht des Kreisjugendfeuerwehrwarts Andreas Thiel ging hervor, dass im Landkreis 39 Jugendfeuerwehren mit mehr als 500 Jugendlichen, davon rund 110 Mädchen, existieren. Davon entfällt fast ein Drittel auf den Inspektionsbereich Nord.

Der zweite Teil des Abends galt spezifischen Fragen. Kreisbrandmeister Michael Steinle informierte zum Thema Trinkwasserschutz aus Feuerwehrsicht, Fachbereichsleiter Hermann Hesse über „Psychosoziale Notversorgung für Einsatzkräfte“. Kreisbrandrat Alexander Möbus nahm abschließend zu aktuellen Themen wie zur Umstellung auf die digitale Alarmierung Stellung.