Klosterbesitz

Zwei Bücher kehren in Klosterbibliothek in Ottobeuren zurück

OB Kloster

Abt Johannes Schaber freut sich über die Rückkehr zweier Bände in die Klosterbibliothek in Ottobeuren (links ein Frühdruck um 1500).

Bild: Brigitte Unglert-Meyer

Abt Johannes Schaber freut sich über die Rückkehr zweier Bände in die Klosterbibliothek in Ottobeuren (links ein Frühdruck um 1500).

Bild: Brigitte Unglert-Meyer

Der Frühdruck, der um 1500 entstanden ist, und ein Band aus dem Jahr 1795 haben für den Ottobeurer Abt Johannes Schaber ideellen Wert. Wo sie entdeckt wurden.
##alternative##
Von Brigitte Unglert-Meyer
28.09.2021 | Stand: 16:54 Uhr

Zwei Bände aus der altehrwürdigen Bibliothek der Benediktinerabtei Ottobeuren haben auf Umwegen wieder zurückgefunden. Abt Johannes Schaber freut sich, „dass die Kinder wieder da sind.“ Dabei handelt es sich um einen Frühdruck aus der Zeit um 1500 und ein Werk mit einem handschriftlichen Besitzvermerk von 1795, der auf die Ottobeurer Bibliothek hinweist.

Auf dem Speicher der Oma gefunden

Das Buch von 1795 hat die Benediktinerabtei Münsterschwarzach nach Ottobeuren zurückgegeben, der über 500 Jahre alter Frühdruck aus einem Regensburger Privatbesitz wurde angekauft. Eine Frau habe den Speicher der Oma ausgeräumt und dabei das alte Buch mit Holzeinband gefunden, erzählt der Abt. Erst nach fachlicher Beurteilung seien der Wert des Frühdrucks und der handschriftliche Hinweis auf Ottobeuren erkannt geworden: „Ex bibliotheca SS. Martyrum Alexandri & Theodori in Ottenpeuren“ steht dort geschrieben. Ein Kaufangebot, berichtet Abt Johannes, habe er mit Zustimmung der Staatsbibliothek in München angenommen.

Standard-Lehrbuch des Mittelalters

Dieses Buch „Summe sacre theologie Tertia Pars Sancti Thome“ über die theologische Dogmatik des Thomas von Aquin sei ein Standard-Lehrbuch der Theologie im Mittelalter gewesen, weiß Abt Johannes. Da ab 1512 die Initialen gedruckt worden seien, verortet er den Frühdruck im Quart-Format auf 1503. Denn auf den 250 Seiten sind die Buchstaben in roter Farbe noch von Hand koloriert. Ein handschriftlicher Vermerk des Klosters Plankstetten in der Oberpfalz könnte ein Hinweis auf den Verbleib vor Regensburg sein, vermutet der Benediktiner, wohin es ein Ottobeurer Pater vielleicht mitgebracht hat. Auch sei Ottobeuren eng mit der Begründung der Universität Salzburg 1622 verbunden und Ottobeurer Mönche hätten sich intensiv mit Thomas von Aquin befasst, erzählt der Abt.

Privater Stifter

Der handschriftliche Besitzvermerk der Bibliothek der Abtei Ottobeuren aus dem Jahr 1795 ist auch in einem Band von Antonio Luby entdeckt worden, den die Abtei Münsterschwarzach am Main östlich von Würzburg zusammen mit anderen alten Büchern von einem privaten Stifter bekommen hat. Das kleine Buch „Theologiae moralis in systema redactae“ im Oktav-Format enthält drei Bände mit insgesamt fast 1000 Seiten.

„Das hat für uns einen ideellen Wert, schön, dass die Bücher wieder zurückgekommen sind,“ freut sich der Abt.

Lesen Sie auch
##alternative##
Klostermuseum

Bezirk unterstützt Umbau in Ottobeuren