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Neue Besuchsverbote, Wahl in Vorarlberg fällt aus

Kempten Arztpraxis

Kempten Arztpraxis

Bild: Ralf Lienert

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Corona Auch Memmingen und das Unterallgäu verbieten den Zutritt zu Kliniken und Heimen. Wahl in Österreich soll innerhalb von neun Monaten nachgeholt werden. Flugziele am Airport gestrichen. Zahl der Infizierten steigt
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Von hku/arz/bu/mig/uw/dan
12.03.2020 | Stand: 19:00 Uhr

Die Ausbreitung des Corona-virus schränkt das öffentliche Leben in der Region immer stärker ein: Für weitere Kliniken und Seniorenheime gibt es jetzt Besuchsverbote. Im benachbarten Vorarlberg wurde die für Sonntag geplante Gemeindewahl abgesagt. Damit bleiben auch im Kleinwalsertal die Wahllokale geschlossen. Am Memminger Flughafen finden vorerst keine Flüge in das vom Virus besonders stark betroffene Italien statt. Die Zahl der Corona-Patienten in der Region steigt weiter.

Ab heute gilt für alle sechs Standorte des Allgäuer Klinikverbundes ein Besuchs- und Betretungsverbot. Dabei handelt es sich um die Häuser in Kempten, Mindelheim, Immenstadt, Ottobeuren, Sonthofen und Oberstdorf. Es gehe darum, Patienten und Klinik-Mitarbeiter zu schützen, heißt es in einer Pressemitteilung. Damit sind nun auch die Unterallgäuer Häuser von dieser Regel betroffen. Die Stadt Memmingen hat am Donnerstag ebenfalls einen Besuchsstopp für das Klinikum angeordnet. Zudem werden in der Stadt die Seniorenheime und Behinderten-Einrichtungen abgeriegelt. Dies gilt auch für das Unterallgäu. Bereits am Mittwoch hatten sich Kempten und das Oberallgäu sowie Kaufbeuren und das Ostallgäu zu diesem Schritt entschlossen. Ausnahmen gibt es nur in dringenden Notfällen.

Die Stadt Memmingen und der Kreis Unterallgäu haben alle Veranstaltungen mit über 500 Teilnehmern untersagt. Dieses Verbot gilt auch für Kempten, Kaufbeuren, das Ober- und das Ostallgäu (wir berichteten). Es ist zunächst auf 19. April befristet. Die Agrarschau in Dietmannsried wurde gestern abgesagt.

In der Region ist die Zahl der Patienten, die vom Corona-virus betroffen sind, inzwischen auf 34 gestiegen. Allein in Kempten und dem Oberallgäu sind am Donnerstag sechs neue Fälle hinzugekommen. Dort ist die Zahl der Betroffenen am höchsten. In Kaufbeuren und dem Ostallgäu sind es neun Infizierte. Ein anderer Corona-Patient liegt isoliert im Memminger Klinikum, ist nach Angaben des Gesundheitsamtes aber nicht lebensbedrohlich erkrankt.

Zwei Millionen Mundschutzmasken und 200 000 Atemschutzmasken hat die Buchloer Firma Franz Mensch nach eigenen Angaben in den vergangenen zehn Tagen ausgeliefert. „Das ist ein Tropfen auf den heißen Stein und deckt den Bedarf unserer Krankenhäuser bei Weitem nicht“, sagen die Geschäftsführer Achim und Axel Theiler. Bereits am 5. Februar habe das Unternehmen den Bundesgesundheitsminister dazu aufgerufen, die Versorgung der Kliniken voranzutreiben. Weitere Briefe und E-Mails an insgesamt zehn Bundesbehörden seien gefolgt. „Keiner hat reagiert“, heißt es in einer Pressemitteilung der Buchloer Firma.

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Die Gemeindewahl in Vorarlberg ist abgesagt. Das trifft auch die Kleinwalsertaler, die am Sonntag ihre Stimme abgegeben hätten. Das verkündete Landeshauptmann Markus Wallner am Donnerstag. „Es ist eine notwendige Vorsichtsmaßnahme zum bestmöglichen Schutz der Bevölkerung und der Wahlkommissionen vor dem Coronavirus.“ Die Wahlen sollen zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden. Gesetzlich müssen sie neun Monate nach dem Ende der „außerordentlichen Verhältnisse“ nachgeholt werden, die zur Absage geführt haben.

Der Ryanair-Flug nach Palermo (Italien) ist bis einschließlich 8. April gestrichen. Im Sommerflugplan, der ab 29. März gilt, waren Ryanair-Flüge in die italienischen Städte Alghero und Brindisi vorgesehen. Sie werden zunächst bis 8. April nicht angeboten. Der Ryanair-Flug nach Tel Aviv findet am Sonntag vorerst zum letzten Mal statt. Wegen der Quarantäne-Bestimmungen für Moskau rechnet man am Allgäu Airport damit, dass es bis 14. April zu Einschränkungen bei den Pobeda-Flügen in die russische Hauptstadt kommt. Für Jordanien gilt eine Einreisesperre, die den Ryanair-Flug nach Amman betreffen dürfte.

Ein „Drive-in-Schalter“ für Verdachtsfälle ist am Donnerstagnachmittag in Sonthofen eröffnet worden. Der Ablauf ist so ähnlich wie beim Autoschalter eines Schnellrestaurants. Menschen unter Coronaverdacht fahren in die Station, lassen einen Abstrich machen und verlassen den Schalter wieder. Vorfahren darf dort aber nur, wer vom Gesundheitsamt dazu aufgefordert wird und eine Codenummer erhält. Nach Behördenangaben sollen 100 Proben am Tag genommen werden. Ein weiterer Autoschalter soll in Kempten entstehen.