Wie Sie die Echtheit erkennen

Neue Dienstausweise der Polizei: Weiß-blau und fälschungssicher

So sieht der neue Dienstausweis der Polizei aus.

So sieht der neue Dienstausweis der Polizei aus.

Bild: Martina Diemand

So sieht der neue Dienstausweis der Polizei aus.

Bild: Martina Diemand

Bayerns Ordnungshüter bekommen neue Dienstausweise. Auf welche Merkmale Bürger achten sollen.
27.08.2021 | Stand: 17:35 Uhr

Hochmodern, fälschungssicher, im Scheckkartenformat: So bewirbt Bayerns Innenminister Joachim Herrmann den neuen Dienstausweis der Bayerischen Polizei. An die Stelle des 35 Jahre alten, grünen Ausweises tritt künftig ein weiß-blaues Kunststoffkärtchen. Das soll vor allem eines steigern: die Bekanntheit des Ausweises. Gefälschte Exemplare seien zwar kein verbreitetes Problem, erklärt Holger Stabik, Sprecher des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West.

Das liegt aber nicht an fehlender krimineller Energie, sondern am Ausweis selbst – denn der Dienstausweis „ist in der Öffentlichkeit quasi unbekannt“. Falsche Polizisten zeigten deshalb meist Fantasieausweise.

„Wir wollen deshalb, dass künftig mehr Leute wissen, wie der Ausweis überhaupt aussieht. Nur so kann jeder erkennen, ob es sich um ein echtes Dokument handelt.“ Dabei helfen soll das auffällige Aussehen in den bayerischen Farben – und, dass der Neue im Gegensatz zum Vorgänger farblich zur aktuellen Uniform passt.

„Da ist sofort augenfällig, dass das ein offizielles Dokument ist“, sagt Stabik. Denn Polizeibeamte müssen sich auf Verlangen ausweisen – „das gilt aber nur für unmittelbar Betroffene, nicht für Umstehende“, schränkt Stabik ein. (Lesen Sie auch: Junger Polizist über Angriffe: „Ich bin schockiert, was in der Welt abgeht“)

Kippbild zeigt Echtheit des Ausweises

Doch woran erkennt man, ob der Ausweis, den der vor der Haustür stehende Beamte vorzeigt, echt ist? Dabei helfen vor allem zwei der fälschungssicheren Merkmale des Ausweises, sagt der Polizeisprecher. „Das wichtigste für den Bürger ist ein Kippbild unten rechts auf der Vorderseite, das sich je nach Winkel verändert.“ Zusätzlich verweist er auf das Dienstsiegel auf der Vorderseite, dessen Hologramm sich beim Kippen und Drehen des Ausweises gut erkennen lasse.

Der Sprecher des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West, Holger Stabik, zeigt den neuen Dienstausweis
Der Sprecher des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West, Holger Stabik, zeigt den neuen Dienstausweis
Bild: Martina Diemand

Lesen Sie auch
##alternative##
Falschgeld

Falsche Fuffziger in Kaufbeuren aufgetaucht: So schätzt die Polizei die Vorfälle ein

In die Hand nehmen werden Bürger das Dokument voraussichtlich aber nicht. Ob ein Polizist seinen Ausweis aus der Hand gibt, entscheidet er Stabik zufolge selbst. Verpflichtet sei er dazu nicht. „Wenn man sich zum Beispiel bei einer zivilen Kontrolle unsicher ist, kann man die Beamten auch freundlich bitten, den Ausweis kurz zu schwenken, damit man anhand des Kippbilds die Echtheit erkennen kann“, rät der Polizeisprecher. Gerade für Polizisten in Zivil ist der Ausweis wichtig. „Die nehmen sich im Zweifelsfall aber auch gerne drei oder vier Minuten mehr Zeit, sich ordentlich vorzustellen und Zweifel an ihrer Identität zu klären“, sagt Stabik.

Zweifel sachlich und vernünftig äußern

Das unterscheide sie von falschen Polizisten, die meist kein großes Interesse an einem intensiveren Gespräch haben. Zweifel solle man sachlich und vernünftig äußern. „Dann hat kein Kollege ein Problem damit, den Ausweis vorzuzeigen oder einen Anruf bei der 110 zuzulassen, damit Name und Dienststelle abgeglichen werden.“

Eine Dienstnummer gibt es in Bayern dagegen nicht. Polizisten müssen sich auch nicht immer unmittelbar ausweisen. Wenn schnell gehandelt werden muss, zum in gefährlichen Situationen, oder der Kontrollierte fliehen könnte, müssen Beamte den Ausweis erst im Anschluss vorzeigen.

Lesen Sie auch: Wann Polizeieinsätze gefilmt werden dürfen und wann nicht.