Eishockey

Ein Profi auf Augenhöhe: NHL-Star Dominik Kahun in Kaufbeuren

Eishockey-Profi Dominik Kahun schaute beim Trainingscamp in Kaufbeuren vorbei und hat eine Autogrammstunde gegeben.

Eishockey-Profi Dominik Kahun schaute beim Trainingscamp in Kaufbeuren vorbei und hat eine Autogrammstunde gegeben.

Bild: Mathias Wild

Eishockey-Profi Dominik Kahun schaute beim Trainingscamp in Kaufbeuren vorbei und hat eine Autogrammstunde gegeben.

Bild: Mathias Wild

Beim Nachwuchs-Camp in Kaufbeuren genießt NHL-Star Dominik Kahun den Kontakt zu seinen vielen jungen Fans. Über seine Zukunft allerdings schweigt er.
07.08.2021 | Stand: 06:00 Uhr

Mit den Worten „Jetzt ist alles noch schöner“ zieht ein stolzer Vater mit einem kleinen Nachwuchs-Eishockeyspieler im Schlepptau von dannen. Für rund 50 Kinder, die derzeit in Kaufbeuren beim Camp von Ex-Nationalspieler Alexander Sulzer teilnehmen, ging ein kleiner Traum in Erfüllung. Dominik Kahun, in der vergangenen Saison bei den Edmonton Oilers in der National Hockey League (NHL) unter Vertrag, gab nicht nur Autogramme, sondern präsentierte sich als Vorzeige-Profi zum Anfassen.

Etliche Sieben- bis Zwölfjährige haben nun Fotos, die sie ganz nah neben dem 26 Jahre alten Flügelspieler zeigen. Und Kahun schien den Kontakt zu seinen jungen Fans förmlich zu genießen. „Leider hatte ich zuletzt nicht so viel Kontakt zu Fans. Hoffentlich geht es nun nächste Saison wieder mit Zuschauern weiter“, erklärt der in der Nähe von Marienbad geborene Deutsch-Tscheche nach der Autogrammstunde, bei der er Mützen, Käppies, T-Shirts, Trikots, Torwartmasken und andere Gegenstände signierte.

Kahun mit den Kindern auf dem Eis

Zuvor war Kahun mit den Kindern auf dem Eis, gab Tipps und begutachtete das Können der nächsten Generation. „Da sind viele Kids dabei, die richtig talentiert sind. Das sieht man. Im deutschen Eishockey wird die Arbeit mit dem Nachwuchs immer besser. Hoffentlich werden sie alle einmal Nationalspieler“, sagt der 26-Jährige lachend.

Er selbst ist da freilich das größte Vorbild – und weiß um seine Rolle. „Ich weiß noch, wie sehr ich mich als kleiner Junge immer gefreut habe, wenn mal Profi-Spieler im Training zu Gast waren.“ Entsprechend, so sagt Kahun, nimmt er sich für solche Termine sehr gerne Zeit. Er sei großer Fan solcher Camps, wie sie Kollege Sulzer organisiert. „Die Arbeit mit den Kindern ist unglaublich wichtig“, sagt Kahun. Dass es den NHL-Stürmer nach Kaufbeuren führte, fand er dabei gar nicht ungewöhnlich: Zum einen würde er den Eishockey-Standort Kaufbeuren nicht als klein ansehen, zum anderen kennt er die Stadt ohnehin ganz gut.

NHL-Profi schwärmt von der Kaufbeurer Arena

Früher nämlich, fast ein Jahrzehnt zurück, war er „regelmäßig“, wie er es sagt, an der Wertach zu Gast. Damals spielte Kahun im Nachwuchs der Mannheimer Adler und kam mehrfach ins Allgäu, um in der Schüler-Bundesliga oder aber der Deutschen Nachwuchs-Liga (DNL) gegen den ESVK zu spielen. Jene Matches fanden allerdings noch im inzwischen dem Erdboden gleichgemachten Stadion am Berliner Platz statt. Nun feierte der 26-Jährige, der 2018 von den Chicago Blackhawks für die NHL gedraftet wurde, in der Erdgas-Schwaben-Arena Premiere. „Die ist super und sehr modern gemacht. Da bin ich ehrlich überrascht“, zeigt sich Kahun beeindruckt.

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Dass er ganz entspannt und voll konzentriert auf die Kleinen bei der Sache war, mag auch daran liegen, dass er selbst offenbar schon recht genau weiß, wie es mit ihm weitergeht. Offiziell ist eine NHL-Zukunft sehr ungewiss, die Oilers haben von einer Weiterverpflichtung nach einer Saison mit nur 15 Punkten aus 50 Spielen auf Kahuns Konto abgesehen. Jüngst machten Berichte die Runde, Kahun könnte vor einer Rückkehr in die DEL und zu seinem Ex-Klub München stehen, wo er von 2014 bis 2018 spielte. Aber auch eine andere Station in den USA scheint nicht ganz ausgeschlossen.

Zieht es Kahun nach Deutschland?

„Ich weiß schon mehr, aber das werde ich noch nicht verraten“, sagte Kahun bei der Autogrammstunde in Kaufbeuren. Allzu besorgt schien er dabei nicht – im Gegenteil. Das vergangene Jahr in der NHL habe ihn definitiv weitergebracht, erklärt er. Etwa in puncto Defensivarbeit oder dabei, wie hart man jeden Tag arbeiten müsse. Profi zu sein, das habe in der NHL eben noch einmal ein ganz anderes Niveau. „In der NHL war es für mich offensiv etwas schwieriger. Da war meine Rolle anders als etwa in der Nationalmannschaft. Aber das ist normal.“

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