Kaufbeuren

Ostallgäuer Patienten sollen von Uniklinik profitieren

Klinikum Kaufbeuren

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Bild: Mathias Wild

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Partnerschaft Krankenhäuser wollen mit Augsburg eng zusammenarbeiten. „Keine Absage an Allgäu-Verbund“
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Von mit hku
29.01.2020 | Stand: 18:10 Uhr

„Eine bayernweit einzigartige Partnerschaft“ nennt Ute Sperling, Vorstandsvorsitzende der Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren, den Kooperationsvertrag mit dem Universitätsklinikum Augsburg, der am heutigen Donnerstag unterzeichnet wird. Gespräche dazu liefen seit fast zwei Jahren.

Der größte Vorteil für die Patienten im Ostallgäu ist laut Sperling, dass sie auch bei komplizierten Krankheiten nicht mehr zwingend verlegt werden müssen. Mithilfe der Telemedizin können sie von Augsburg aus in ihrer Heimat versorgt werden. Zudem sollen Experten der Uniklinik regelmäßig nach Kaufbeuren kommen und spezielle Sprechstunden anbieten – so bleiben den Patienten auch weite Wege für Nachuntersuchungen erspart.

Doch nicht nur die Patienten profitieren: Medizinstudenten der Uni Augsburg sollen ab kommendem Jahr praktische Erfahrungen im Kaufbeurer Klinikum sammeln, das auch Lehrkrankenhaus der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München ist. Ein Gewinn für beide Häuser sei auch der Austausch von wissenschaftlichem Know-How. „Wir haben sehr engagierte Ärzte und sind für Augsburg ein wertvoller Sparringspartner“, sagt Sperling. Als Schwerpunkt-Versorger biete ihr Haus schon jetzt Medizin auf universitärem Niveau, etwa in der Viszeralchirurgie oder der Neuroradiologie. Dass Kliniken kooperieren, ist zwar nicht neu, beschränkt sich aber häufig auf Materialbeschaffung oder Abrechnung. Der Vertrag mit den Augsburgern reicht viel weiter – von der Erprobung neuer medizinischer Instrumente über Forschungsbeteiligungen bis hin zur Ausbildung.

Professor Michael Beyer, Vorstandsvorsitzender und Ärztlicher Direktor des Augsburger Universitätsklinikums, sieht in den Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren einen interessanten Partner, weil sie mit ihren drei Häusern große Teile des südwest-schwäbischen Einzugsgebiets abdeckten: „Die universitäre Medizin, insbesondere die Fortschritte in Diagnose- und Therapieverfahren, sollen gezielt der Gesamtbevölkerung zugänglich gemacht werden.“ Eine enge Zusammenarbeit in Forschung, Lehre und Ausbildung sei wichtig. Geplant seien unter anderem ein Bayerisches Zentrum für Krebsforschung (BZKF) und eine Plattform zum wissenschaftlichen Austausch in der Intensivmedizin. Laut Maria Rita Zinnecker, Vorsitzende des Verwaltungsrates und Ostallgäuer Landrätin (CSU), suchen die Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren seit Längerem einen geeigneten Partner. Als endgültige Absage an eine Kooperation mit dem Allgäuer Klinikverbund will Zinnecker den Schritt nicht verstanden wissen. Man werde auch künftig versuchen, mit diesen Partnern weiterzukommen. „Die Tür für Kooperationen innerhalb der Region ist keinesfalls geschlossen“, betont die Landrätin.

Er bedauere die im Ostallgäu getroffene Entscheidung, sagt dagegen Gebhard Kaiser, Aufsichtsratsvorsitzender des Allgäuer Klinikverbundes. Er hatte stets dafür plädiert, dass sich alle Häuser in der Region zusammenschließen. „Das wird jetzt erschwert“, sagt Gebhard Kaiser. Dabei sei es das „Gebot der Stunde, auf allen Ebenen zu kooperieren“. Der Allgäuer Krankenhaus-Verbund war, wie berichtet, durch eine Fusion der Kliniken Kempten-Oberallgäu mit den Unterallgäuer Kreiskrankenhäusern entstanden.

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