Polizei kontrolliert Corona-Regeln

Wandern, Treffen, Kontrollen: Was dürfen Allgäuer Familien am Osterwochenende?

Die Polizei hat bereits angekündigt, an beliebten Ausflugszielen verstärkt zu kontrollieren. Doch was genau gilt eigentlich für Familien? Welche Regeln gelten zum Beispiel auf Spielplätzen?

Die Polizei hat bereits angekündigt, an beliebten Ausflugszielen verstärkt zu kontrollieren. Doch was genau gilt eigentlich für Familien? Welche Regeln gelten zum Beispiel auf Spielplätzen?

Bild: Michael Reichel, dpa (Archiv)

Die Polizei hat bereits angekündigt, an beliebten Ausflugszielen verstärkt zu kontrollieren. Doch was genau gilt eigentlich für Familien? Welche Regeln gelten zum Beispiel auf Spielplätzen?

Bild: Michael Reichel, dpa (Archiv)

Notbremse und Lockdown im Allgäu auch an Ostern. Was dürfen Familien über die Feiertage und wird der Spielplatz-Besuch zur Bußgeld-Falle? Ein Überblick.
03.04.2021 | Stand: 07:41 Uhr

Oma und Opa treffen, die Messe in der Kirche besuchen, das Osterlamm mit Freunden teilen: Die Inzidenz-Zahlen im Allgäu zeigen es - das Osterfest in Pandemiezeiten muss für viele Familien in diesem Jahr anders ablaufen. Es gelten strenge Regeln. Kontaktbeschränkungen sind in Kraft und die Menschen sollen Abstand halten. Aber was genau gilt während der Notbremse im Allgäu am Osterwochenende? Eine Übersicht.

Darf man mit seinen Kindern zum Wandern und Spazieren gehen?

"Ja, absolut", sagt Dominic Geißler von der Pressestelle des Präsidiums Schwaben Süd/West auf Anfrage unserer Redaktion. Aktuell gelten unter Tags keine Ausgangsbeschränkungen. Deshalb müsse auch niemand einen triftigen Grund für einen Ausflug angeben. Geißler appelliert allerdings, möglichst nicht die lokalen Ausflugs-Highlights zu besuchen. Er rät, auf weniger besuchte Gebiete auszuweichen. Auerberg statt Hopfensee also.

Darf man als Familie Oma und Opa zum Beispiel in Landsberg besuchen?

Schon jetzt wird es ein wenig kompliziert. Der Inzidenzwert im Landkreis Landsberg liegt seit drei Tagen zwischen 50 und 100, das heißt: Treffen zwischen zwei Haushalten mit maximal fünf Personen sind erlaubt - Kinder unter 14 nicht mitgezählt. Woher man nun kommt, spiele laut Geißler keine Rolle.

Sprich: Fahren Mutter, Vater und zwei Kinder (unter 14) nach Landsberg zu Oma und Opa, ist das Treffen erlaubt. Würden Oma und Opa ins Allgäu fahren, dürfte nur einer der beiden die Familie besuchen. Ab dem Inzidenzwert von 100 gilt: ein Hauhalt darf sich nur mit einer weiteren Person eines anderen Haushalts treffen.

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Wer darf die Kinder außerhalb von Kita und Schule betreuen?

In den Regeln der Bundesregierung heißt es: "Die wechselseitige, unentgeltliche, nicht geschäftsmäßige Beaufsichtigung von Kindern unter 14 Jahren in festen, familiär oder nachbarschaftlich organisierten Betreuungsgemeinschaften, wenn sie Kinder aus höchstens zwei Hausständen umfasst“.

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Ein praktisches Beispiel liefert Dominic Geißler: Die Nachbarin/der Nachbar darf das Kind eines befreundeten Paares babysitten. Allerdings nur so lange, wie die Kontaktbeschränkungen eingehalten werden. Bedeutet: Mehrere Kindern dürfen zum Beispiel von einem Nachbarn betreut werden - allerdings ohne die zugehörigen Eltern - oder nur mit einem weiteren haushaltsfremden Erwachsenen zusammen.

Werden Familien von der Polizei kontrolliert?

"Wir gehen nicht direkt in Mehrfamilienhäuser von Tür zu Tür und kontrollieren, ob sich jeder an die Corona-Regeln hält", sagt Dominic Geißler. Allerdings würde die Polizei jedem Zeugen-Hinweis über mögliche Verstöße nachgehen, sagt der Polizeisprecher. Falls Streifen im Freien Ansammlungen von Menschen treffen, so Geißler, würden auch diese kontrolliert.

Und auf dem Spielplatz?

Ein Gedankenspiel: Ein Vater geht mit zwei Kindern (unter 14) auf einen Spielplatz. Dort trifft er zufällig auf zwei weitere Väter, die er kennt. Ist das schon ein Verstoß? "Ganz grundsätzlich gelten die Kontaktbeschränkungen nach den Inzidenzwerten", so Dominic Geißler. Würden sich allerdings alle an das Abstandsgebot halten, gäbe es keinen Grund zur Kontrolle, so der Polizeisprecher.

Wie hoch ist das Bußgeld?

"Bußgelder verhängt nicht die Polizei, sondern das zuständige Amt. Die Polizei zeigt die entsprechenden Personen lediglich an", so Dominic Geißler. Die Beamten, so Geißler, würden immer mit Augenmaß vorgehen, und nicht direkt Anzeigen verteilen. Wer sich also einsichtig zeigt und nicht mehrfach gegen die Regeln verstößt, kann im Einzelfall mit einer Ermahnung davonkommen. Das Bußgeld beträgt beim ersten Verstoß mindestens 150 Euro.