ÖPNV im Allgäu

Pendler und Schüler fehlen: Allgäuer Busunternehmen sind nicht ausgelastet

Busbahnhof plärrer Kaufbeuren I

Die Busse im Allgäu, wie hier am Kaufbeurer Busbahnhof, füllen sich langsam wieder mit Fahrgästen. Doch noch sei viel Luft nach oben.

Bild: Harald Langer

Die Busse im Allgäu, wie hier am Kaufbeurer Busbahnhof, füllen sich langsam wieder mit Fahrgästen. Doch noch sei viel Luft nach oben.

Bild: Harald Langer

Harte 15 Monate der Corona-Pandemie liegen hinter den Allgäuer Busunternehmen. Warum allmählich Besserung in Sicht ist.
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Von Moritz von Laer
11.06.2021 | Stand: 06:00 Uhr

„Es ist noch lange nicht so, wie es vorher war“, sagt der Kemptener Martin Haslach, Busunternehmer und Geschäftsführer der Mobilitätsgesellschaft für den Nahverkehr im Allgäu (Mona). Nur langsam kehren die Fahrgäste in die Busse der Region zurück.

Die 15 Monate seit Beginn der Pandemie waren für viele der Unternehmer eine große Herausforderung. Schüler waren nur zeitweise auf den Bus angewiesen, Pendler sind aufs Auto umgestiegen oder mussten gar nicht erst fahren, weil sie in Kurzarbeit waren oder ihrer Tätigkeit von Zuhause aus nachgehen konnten. In der Folge waren die Busse oft leer.

Pandemie hat Öffentlichen Nahverkehr im Allgäu zurückgeworfen

„Die Pandemie hat uns weit zurückgeworfen“, sagt Haslach. Auf einem guten Weg habe man sich befunden, die Fahrgastzahlen waren auf einem hohen Niveau. Bei der Mona habe es eine starke Nachfrage für die noch recht neuen Jobtickets gegeben. Und auch immer mehr Studierende hätten den ÖPNV genutzt. Sie können mit ihren Studentenausweisen der Kemptener Hochschule kostenlos Bus fahren.

Doch mit Lockdowns, Homeschooling und -office sei ein Großteil der Kundschaft weggefallen. „Wir dümpeln derzeit bei etwa 60 bis 70 Prozent der üblichen Einnahmen herum, haben aber 100 Prozent Kosten“, sagt Michael Bechteler, Geschäftsführer der Kaufbeurer Verkehrsgesellschaft Kirchweihtal.

Krise hinterlässt auch im Westallgäu Spuren

Auch an den Westallgäuer Busunternehmen, die dem Bodensee-Oberschwaben Verkehrsverbund (Bodo) angehören, ging die Krise nicht spurlos vorüber: „Die Nachfrage bewegt sich auf einem etwa 30 Prozent niedrigeren Niveau als üblich“, sagt Bodo-Geschäftsführer Jürgen Löffler. Doch nun sei eine Besserung der Lage in Sicht: „Dazu trägt der zurückgekehrte Präsenzunterricht an Schulen bei, aber auch die Sommersaison.“ Besonders wegen vieler Urlaubsbuchungen am Bodensee als auch wegen der Gartenschauen in Lindau und Überlingen erwarte der Verbund eine gute Nachfrage, sagt Löffler.

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In den kommenden Monaten gilt es zu beobachten, ob die Fahrgäste wieder zurückkommen – oder sich nun an Alternativen zum Bus gewöhnt haben. „Viele sind noch immer im Homeoffice und bleiben dort vielleicht auch. Oder sie fahren jetzt mit dem E-Bike zur Arbeit“, sagt Martin Haslach.

ÖPNV soll im Allgäu noch attraktiver werden

„Wenn der ÖPNV noch attraktiver wird, beispielsweise durch häufigere Abfahrten, dann kommen nicht nur die Fahrgäste von früher zurück, sondern es werden auch neue gewonnen“, sagt Löffler. Michael Bechteler hofft, dass die Pendler, die in den vergangenen Monaten wieder das Auto genutzt haben, nun gemerkt haben, dass das deutlich teurer ist, als mit dem Bus zu fahren.

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