Pflegenotstand in Bayern

Warum sich Aidan Waldek aus Memmingen für eine Pflege-Ausbildung entschieden hat

Menschen die Pflegeberufe lernen wollen, werden dringend gesucht. Eine bayernweite Kampagne auf Social Media soll die Neugier potentieller Azubis wecken.

Menschen die Pflegeberufe lernen wollen, werden dringend gesucht. Eine bayernweite Kampagne auf Social Media soll die Neugier potentieller Azubis wecken.

Bild: Daniel Karmann, dpa

Menschen die Pflegeberufe lernen wollen, werden dringend gesucht. Eine bayernweite Kampagne auf Social Media soll die Neugier potentieller Azubis wecken.

Bild: Daniel Karmann, dpa

Der 19-Jährige aus Memmingen ist Pflege-Azubi und Teil einer Kampagne, die dem Personalmangel entgegenwirken soll. Was sich aus seiner Sicht ändern muss.
27.09.2022 | Stand: 05:45 Uhr

Solche Menschen werden dringend gebraucht: Aidan Waldek (19) aus Memmingen ist Pflege-Azubi – und damit einer der wenigen jungen Leute, die sich für diesen Beruf entscheiden. Pflegekräfte fehlen in Deutschland an allen Ecken und Enden.

Als Gründe genannt werden unter anderem schlechte Arbeitsbedingungen und niedrige Gehälter. Die Politik versucht seit Jahren, dem Personalmangel entgegen zu wirken. Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) hat nun eine Kampagne ins Leben gerufen, die Menschen für den Pflegeberuf begeistern soll. „Unter dem Motto ‚Neue Pflege – Eine Ausbildung. Mehr Möglichkeiten.‘ zeigt unsere Kampagne, wie herausfordernd, aber auch abwechslungsreich und spannend der Pflegeberuf ist“, sagt Holetschek.

Aidan Waldek ist Azubi im dritten Lehrjahr im Klinikum Memmingen.
Aidan Waldek ist Azubi im dritten Lehrjahr im Klinikum Memmingen.
Bild: Waldek

Pflegekraft: Aidan Waldek ist Teil der bayernweiten Kampagne

Waldek, der sein drittes Lehrjahr am Memminger Klinikum begonnen hat, ist Teil der Kampagne und wirbt in kurzen Videos auf Instagram für seinen Beruf. „Mir ist wichtig, dass für die Pflege Werbung gemacht wird, damit genug Personal auf den Stationen ist und die Patienten eine gute Versorgung bekommen“, sagt Waldek in einem der Clips.

Auch ein interaktives Quiz soll die Neugier potenzieller Azubis wecken. „Wir konzentrieren uns aber nicht nur auf die Jüngeren. Auch Quereinsteiger sind bei der Ausbildung in der generalistischen Pflege willkommen“, sagt Holetschek.

Generalistische Pflegeausbildung vereint drei Berufe

Dieses neue Angebot vereint die bisherigen Ausbildungen der Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpflege. Mit dem neuen Berufsabschluss „Pflegefachfrau“ oder „Pflegefachmann“ können die Absolventen in allen Pflegebereichen arbeiten. Das sei ein Schritt in die richtige Richtung, findet Waldek. „Ich würde nach der Ausbildung gerne in einer Psychiatrie arbeiten.“

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Noch hat Waldek ein Jahr im Memminger Krankenhaus vor sich. Die Entscheidung, dort seine Ausbildung zu absolvieren, bereue er nicht: „Mir gefällt es gut, ich lerne extrem viel und bekomme von den Menschen viel zurück. Mir macht die Pflege Spaß.“ Waldek hat sich nach einem Schulpraktikum im Klinikum für die Ausbildung entschieden: „Da ist mir aufgefallen, wie groß der Pflegenotstand ist. Ich will meinen Teil dazu beitragen, das zu ändern.“

Pflegeberufe: Aidan Waldek fordert flexiblere Arbeitszeiten und höhere Gehälter

Aus Waldeks Sicht braucht es flexiblere Arbeitszeiten und höhere Gehälter. „Der Aufwand, den der Job mit sich bringt, ist enorm. Man hat viele Aufgaben und viel Verantwortung“, sagt Waldek. Deshalb sei die Kampagne so wichtig. „Ich habe viele positive Rückmeldungen bekommen. Leute, die eigentlich nichts mit der Pflege zu tun haben, lernen plötzlich, wie wichtig der Beruf ist.“