Prozess-Beginn am Landgericht Kempten

In 107 Fällen: Drei Oberallgäuer sollen Rinder gequält und ihnen "erhebliche Schmerzen" zugefügt haben

So gut wie diesen Kühen ging es Dutzenden von Rindern auf einem Oberallgäuer Hof nicht. Deren Halter stehen nun vor Gericht.

So gut wie diesen Kühen ging es Dutzenden von Rindern auf einem Oberallgäuer Hof nicht. Deren Halter stehen nun vor Gericht.

Bild: Ralf Lienert (Symbolbild)

So gut wie diesen Kühen ging es Dutzenden von Rindern auf einem Oberallgäuer Hof nicht. Deren Halter stehen nun vor Gericht.

Bild: Ralf Lienert (Symbolbild)

Die Staatsanwaltschaft beschuldigt zwei Männer und eine Frau, in 107 Fällen kranke oder verletzte Kühe nicht richtig versorgt zu haben. Das droht den Dreien.
04.12.2021 | Stand: 11:17 Uhr

Sie sollen Rinder in insgesamt 107 Fällen schlecht beziehungsweise gar nicht behandelt haben: Wegen des Vorstoßes gegen das Tierschutzgesetz stehen ab Dienstag, 7.Dezember, zwei Männer und eine Frau aus dem Oberallgäu vor dem Landgericht Kempten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen vor, verletzte oder kranke Tiere auf ihrem Hof „bewusst pflichtwidrig“ nicht richtig behandelt zu haben und ihnen so unnötig Leid und „dauernde erhebliche Schmerzen“ zugefügt zu haben.

Drei Oberallgäuer sollen Rinder gequält und ihnen "erhebliche Schmerzen" zugefügt haben

Insgesamt 587 Rinder haben die drei Beschuldigten auf ihrem Hof gehalten. 14 Kontrollen machte das Landratsamt Oberallgäu zwischen Anfang Oktober 2019 und Ende März 2020 auf dem Hof, an denen die Beschuldigten auch teilnahmen. Nach jeder Kontrolle wies das Veterinäramt die drei Verantwortlichen auf die schlechten Zustände hin – diese seien ihren Pflichten als Haltter und Betreuer aber nicht nachgekommen.

Die Tiere hätten unverzüglich in separate Krankenbuchten mit trockener und weicher Einstreuung gebracht werden und von einem Tierarzt behandelt werden müssen. Oder – falls eine Behandlung aussichtslos war – hätten sie die Tiere tötet lassen müssen. Das Leid der Rinder sei auch für Laien erkennbar gewesen, schreibt die Staatsanwaltschaft in ihrer Anklageschrift – daher hätten die Beschuldigten dies erst recht erkennen müssen. Sie hätten den schlechten Zustand der Tiere aber „billigend in Kauf“ genommen. Laut Gesetz erwartet sie im Falle einer Verurteilung eine bis zu dreijährige Gefängnisstrafe oder eine Geldstrafe. (Lesen Sie auch: Zwei Jahre Tierskandal in Bad Grönenbach: Das ist inzwischen passiert)

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