Kleinwalsertal/Ofterschwang

"Psychische Ausnahmesituation": Allgäuerin droht mit Pistole und flüchtet

Mit einer täuschend echt aussehenden Schusswaffen-Attrappe hat eine 49-Jährige ihren Bekannten bedroht.

Mit einer täuschend echt aussehenden Schusswaffen-Attrappe hat eine 49-Jährige ihren Bekannten bedroht.

Bild: Federico Gambarini

Mit einer täuschend echt aussehenden Schusswaffen-Attrappe hat eine 49-Jährige ihren Bekannten bedroht.

Bild: Federico Gambarini

Am Wochenende bedrohte eine Frau aus Ofterschwang einen Mann mit einer Pistolen-Attrappe. Danach flüchtete sie vor der Polizei. Die Hintergründe.

08.06.2020 | Stand: 13:39 Uhr

"Die Frau war offensichtlich in einer psychischen Ausnahmesituation", sagt ein Sprecher der Polizei in Kempten nach der Verfolgungsjagd am vergangenen Samstag. Eine 49-Jährige hatte im Kleinwalsertal einen Bekannten mit einer Schusswaffen-Attrappe bedroht und war danach vor der Polizei geflüchtet. Dabei habe sie sogar eine Polizeisperre durchbrochen. "Einen rationalen Grund hat es dafür offenbar nicht gegeben", sagt der Polizeisprecher weiter. 

Großfahndung im Allgäu

Weil zum Tatzeitpunkt noch unklar war, ob es sich bei der Waffe um eine Attrappe oder eine scharfe Schusswaffe handelte, fahndeten Polizisten aus Deutschland und aus Österreich nach der 49-Jährigen. Zahlreiche Beamte der Polizeidienststellen im südlichen Oberallgäu suchten intensiv nach der Frau. Ein Hubschrauber war im Einsatz und der "Operative Ergänzungsdienst" der Kemptener Polizei half bei der Fahndung. Auf dem Weg nach Sonthofen hielten Beamte die Frau an. Sie stoppte den Wagen - aber als die Polizisten die Frau kontrollieren und zum Aussteigen bewegen wollten, fuhr sie ohne Vorankündigung in Richtung der querstehenden Polizeiautos, umfuhr die Sperre und flüchtete erneut. Das berichtete die Polizei am Sonntag. 

Spezialkräfte nahmen die Frau später vor ihrer Wohnung in Ofterschwang fest. Sie leistetet keinen Widerstand. Erst jetzt stellte sich heraus: Die Pistole war vermutlich eine täuschend echt aussehende Attrappe. Solch eine "Spielzeug-Pistole" fand die Polizei nach eigenen Angaben in der Wohnung. Außerdem stellten die Beamten auch zwei "Feuerzeug"-Pistolen sicher. In den Griffen versteckt: Messerklingen zum Herausnehmen. 

Hatte die Frau Medikamente genommen? 

Fuhr die Frau unter dem Einfluss von Medikamenten? Die Ergebnisse der Blutuntersuchung stehen nach Polizeiangaben noch aus. "Das kann mehrere Wochen dauern und wird von einem Gutachter geprüft", sagt eine Sprecher der Polizei. Die Frau aus Ofterschwang wurde in einer Klinik gebracht. Sie steht unter ärztlicher Aufsicht.