Radsport

Radfahrerin Lisa Brennauer rollt Richtung Olympia

Die Duracher Profi-Fahrerin erkämpfte sich heuer bei allen nationalen und internationalen Großereignissen Edelmetall. Jetzt hat die 31-Jährige Tokio im Fokus.

Die Duracher Profi-Fahrerin erkämpfte sich heuer bei allen nationalen und internationalen Großereignissen Edelmetall. Jetzt hat die 31-Jährige Tokio im Fokus.

Bild: Ralf Lienert

Die Duracher Profi-Fahrerin erkämpfte sich heuer bei allen nationalen und internationalen Großereignissen Edelmetall. Jetzt hat die 31-Jährige Tokio im Fokus.

Bild: Ralf Lienert

Die Duracher Profi-Fahrerin erkämpfte sich heuer bei allen nationalen und internationalen Großereignissen Edelmetall. Jetzt hat die 31-Jährige Tokio im Fokus.

21.08.2020 | Stand: 14:08 Uhr

Sie ist vierfache Weltmeisterin – und hat in dieser Saison ihre Medaillensammlung um sechs weitere Plaketten ergänzt. Radrennfahrerin Lisa Brennauer aus Durach ist einfach nur „happy“, denn sie erreichte heuer mehr als sie sich erhofft hatte. Die 31-jährige Straßen- und Bahnspezialistin, die für das Kemptener WNT Rotor Pro Cycling Team fährt, stand bei den diesjährigen Events jedes Mal auf dem Podium. Egal, ob bei deutscher, Europa- oder Weltmeisterschaft, Brennauer glänzte überall. Der nationale Meistertitel vom Sachsenring in Oberlungwitz bedeutet der Profifahrerin dabei am meisten.

„Das war schon etwas ganz Besonderes für mich“, erinnert sich die 31-Jährige an den Moment, als sie im Juli bei der deutschen Straßenmeisterschaft nach 103,2 Kilometern als Erste über die Ziellinie fuhr. Bereits zum vierten Mal holte sich die Duracherin den Titel – und das, obwohl sie niedergeschlagen in den Wettkampf gestartet war. Brennauer war ziemlich enttäuscht, dass sie zuvor in ihrer Spezialdisziplin, dem Zeitfahren nur Dritte geworden war. „Ich wollte mehr, aber der Sieg über die Langdistanz, hat mich getröstet und gezeigt, dass ich auf dem richtigen Weg bin“, erzählt die Profifahrerin.

Das hatte sich bereits beim vorherigen Großereignis im Februar in Polen angedeutet. Bei der Bahn-WM in Pruszków wurde sie bei der Einerverfolgung Zweite und schrammte nur knapp am Weltmeistertitel vorbei. Die Duracherin gehört zu den wenigen Sportlern, die auf der Bahn und auf der Straße fahren. Und dass sie in beiden Disziplinen zur Weltelite gehört, stellte die 31-Jährige dann im September bei der Straßen-Weltmeisterschaft in Yorkshire/Großbritannien erneut unter Beweis.

In der neuen Wettkampfform, der Mixed-Staffel, bei der drei Männer und drei Frauen im Mannschaftsfahren starten, kam sie mit dem deutschen Team aufs Stockerl und zeigte sich überglücklich: „Dieses Event hat einfach nur Spaß gemacht und dass es zu Silber gereicht hat, war der Wahnsinn.“ Das letzte Großereignis 2019 stand dann einen Monat später an und führte Bennauer von der Straße wieder auf die Bahn. Vergangene Woche raste sie bei der Bahn-EM im niederländischen Apeldoorn gleich zweimal auf das Podest. In Einer- und Mannschaftsverfolgung wurde Brennauer jeweils Vize-Europameisterin und sammelte Punkte für die Olympiaqualifikation. Einen Platz im WM-Team hat die 31-Jährige dagegen sicher. Im Februar geht die Weltmeisterschaft in Berlin über die Bühne. Für Brennauer ist das die erste WM in Deutschland. Darauf freue sie sich besonders. „Es ist super, so ein Ereignis im eigenen Land zu erleben.“ Olympia in Tokio ist zwar noch nicht ganz in trockenen Tüchern, die Duracherin gibt sich aber zuversichtlich, denn ihre Einzelleistungen sind vielversprechend. Die endgültige Entscheidung wird aber erst kurz vor den Spielen fallen.

Die nächste Gelegenheit, Punkte für die Olympiaquali zu sammeln, hat Brennauer in den kommenden zwei Wochen. In Minsk (Weißrussland) sowie im schottischen Glasgow steigen zwei Bahn-Weltcups, bei denen Qualipunkte in der Mannschaftsverfolgung winken. Vor allem dem Rennen in Schottland fiebert die Duracherin entgegen, denn danach gönnt sie sich erst mal Ruhe. Brennauer: „Da lege ich eine kleine Trainingspause ein und habe Zeit, einmal richtig durchzuatmen.“ Denn bereits im Dezember startet die Vorbereitung auf die WM- und Olympiasaison. Bis dahin will die 31-Jährige wieder ausgeruht und motiviert sein – denn auch 2020 will sie ihre Medaillensammlung erweitern.