60 Jahre Riedbergpasss

Deutschlands höchste Passstraße: Der Riedbergpass wird 60

Riedbergpass: 60 Jahre Passstraße

Auf der Passhöhe bei der Renkertobelbrücke wacht eine Figur des heiligen Christophorus über die Reisenden. Sie wurde 2019 aufgestellt.

Bild: Matthias Becker

Auf der Passhöhe bei der Renkertobelbrücke wacht eine Figur des heiligen Christophorus über die Reisenden. Sie wurde 2019 aufgestellt.

Bild: Matthias Becker

Vor 60 Jahren wurde der Riedbergpass, die höchste Passstraße Deutschlands, zwischen Obermaiselstein und Balderschwang errichtet. Maut sorgte damals für Protest.
24.09.2021 | Stand: 06:08 Uhr

Eine Pionierleistung aus dem Jahr 1961 feiern die Gemeinden Obermaiselstein, Balderschwang und Bolsterlang am ersten Oktober-Wochenende. Vor 60 Jahren wurde nach mehrjähriger, schwieriger Bauphase der Riedbergpass fertiggestellt.

Für die Balderschwanger ist die Gebirgsstraße die einzige direkte Verbindung nach Deutschland. Die 16 Kilometer lange Strecke über 1.400 Höhenmeter gilt als höchster befahrbarer Gebirgspass Deutschlands.

60 Jahre Riedbergpass: Wie sich Balderschwang seither entwickelt hat

„Der Pass ist die Lebensader für unser Tal“, sagt Balderschwangs Bürgermeister Konrad Kienle. Sein Großvater trieb als Rathauschef die Pläne voran. „Erst mit der Passstraße hat die Entwicklung Balderschwangs zur touristischen Gemeinde richtig begonnen.“ Neben der Anbindung des Hochtals waren wichtige Beweggründe für den Pass, die Alpflächen an Besler und Riedbergerhorn zu erschließen, einen Wirtschaftsweg für den Holztransport und die Waren der Landwirte zu schaffen und den Hochwasserschutz zu verbessern.

Geplant wurde der Pass bereits 1858. Damals prüfte das königliche Bauamt eine Strecke durch das Lochbachtal. Doch es kam zu keiner Einigung mit den Alpbesitzern. 1909 wurde ein Fahrweg durch das Schönbergerachtal geplant, der an der Finanzierung scheiterte. Mit einem Bittgesuch richteten sich die Obermaiselsteiner um Bürgermeister Alois Dauser im Jahr 1933 an Adolf Hitler und traten für eine Verkehrsanbindung Balderschwangs ans Reich ein. 1940 kamen Bestrebungen aus Vorarlberg, das Gebiet um Balderschwang einzugliedern.

Aufgebrachte Bürger blockieren Straße

Dazu kam es nicht, denn 1956 begann der Bau des Passes, der nach Fertigstellung ab September 1961 als Mautstraße betrieben wurde. Doch die Gebühren sorgten bald für Unmut. 1971 blockierten aufgebrachte Balderschwanger Bürger eineinhalb Stunden die Straße und legten den Ausflugsverkehr lahm. 1972 übernahm der Landkreis die Straße vom Alpwegverband: Somit gehörten Schranken und Mautgebühren der Vergangenheit an.

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Doch die Übernahme kam den Landkreis teuer zu stehen und gilt in der Oberallgäuer Kreispolitik als „Millionengrab“: Insgesamt 80 Millionen Euro hat der Kreis in den vergangenen 25 Jahren in den Pass investiert. „Wir danken den Landräten für die Unterstützung“, sagt Obermaiselsteins Bürgermeister Frank Fischer. „Die Straße ist für uns touristisch und wirtschaftlich extrem wichtig – hat aber auch für die Alpwirtschaft eine große Bedeutung.“

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