Corona-Krise

Sankt Martin: Umzüge im Allgäu reihenweise abgesagt - Wie Eltern und Kinder das Martinsfest trotzdem feiern können

Die Sankt-Martin-Umzüge im Allgäu fallen wegen der Corona-Krise reihenweise aus. An den Heiligen Martin wird am 11. November dennoch gedacht.

Die Sankt-Martin-Umzüge im Allgäu fallen wegen der Corona-Krise reihenweise aus. An den Heiligen Martin wird am 11. November dennoch gedacht.

Bild: picture alliance / Sebastian Gollnow/dpa

Die Sankt-Martin-Umzüge im Allgäu fallen wegen der Corona-Krise reihenweise aus. An den Heiligen Martin wird am 11. November dennoch gedacht.

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Laterne, Laterne - Normalität liegt in der Ferne! Die Corona-Krise wirbelt auch die Planung für die beliebten Sankt-Martins-Umzüge im Allgäu durcheinander.
26.10.2020 | Stand: 17:44 Uhr

Mit der bunten Laterne gemeinsam mit Familie und allen Kindergarten-Freunden durch dunkle Straßen zur Kirche laufen und dabei Laternen- und Martins-Lieder singen: Für Kinder gehört der Sankt-Martins-Umzug am 11. November zu den schönsten Erlebnissen im Herbst.

Doch in diesem Jahr ist alles anders. Die Umzüge am Sankt Martinstag im Allgäu werden derzeit wegen der Corona-Pandemie reihenweise abgesagt. (Lesen Sie auch: Was macht die Corona-Krise mit unseren Kindern? Allgäuer Experte redet Klartext)

In den Landkreisen Unterallgäu, Ostallgäu und Lindau sowie in der Stadt Memmingen ist die Infektionskennziffer von 50 bereits überschritten. Das bedeutet, dass es dort mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche gibt. In der Stadt Kempten droht dieses Szenario in Kürze ebenfalls einzutreten. Damit gehen verschärfte Regeln einher ("rote" Warnstufe): Feiern und Treffen müssen sowohl im öffentlichen als auch im privaten Raum auf höchstens fünf Personen oder zwei Haushalte begrenzt werden. (Lesen Sie auch: Corona-Ampel: Diese Regeln gelten jetzt im Allgäu)

Zu manchen Umzügen kommen normalerweise hunderte von Teilnehmern

"Vor diesem Hintergrund haben wir notgedrungen alle Sankt-Martins-Umzüge abgesagt", sagt beispielsweise Sigrun Stöffel, Bereichsleiterin der sieben Kindertagesstätten in der Diakonie Kempten, die von knapp 600 Kindern besucht werden. Auch in den Einrichtungen der katholischen Kirche sind die Umzüge abgesagt oder werden es aller Wahrscheinlichkeit nach in den nächsten Tagen. "Unser Umzug im Hofgarten hat normalerweise einige hundert Teilnehmer. Das geht in Corona-Zeiten leider nicht", sagt beispielsweise Carolin Mühlberg, stellvertretende Leiterin im "Haus für Kinder St. Lorenz", in dem 170 Buben und Mädchen betreut werden. Selbst deutlich kleinere Kitas, wie die Werkstatt Wichtel der Lebenshilfe Ostallgäu in Füssen mit zwei Gruppen, sehen vom traditionellen Sankt-Martins-Umzug zum ersten Mal ab. In allen Einrichtungen wird aber in den Gruppen an Sankt Martin erinnert - sei es mit Liedern, Laternenbasteln, Spielen oder durch das Vorlesen seiner Geschichte.

Sankt Martin: Den Mantel mit einem Bettler geteilt

Martin war ein römischer Soldat, der um das Jahr 316 nach Christus geboren wurde. Der Legende nach ritt er an einem kalten Wintertag an einem hungernden und frierenden Bettler vorbei. Aus Mitleid mit dem Mann teilte Martin mit dem Schwert seinen warmen Mantel und schenkte dem Bettler eine Hälfte. In der Nacht erschien Martin der Bettler im Traum und gab sich als Jesus Christus zu erkennen. "Obwohl die Umzüge heuer entfallen müssen, wollen wir diese Geschichte natürlich trotzdem hochhalten", sagt Sigrun Stöffel. Sie sieht in der Absage auch eine Chance, sich im Kleinen auf die wahre Botschaft zu besinnen.

Sankt Martin "to go"

In vielen Kitas und Kindergärten werden derzeit Vorbereitungen getroffen, damit Eltern und Kinder den Sankt-Martinstag zumindest daheim würdig feiern können. Laterne, Liedtexte, Rezepte zum Backen einer Sankt-Martins-Gans oder kleine Überraschungsgaben dürfen die Kinder dann mit nach Hause nehmen. "Sankt Martin to go" wird das in der Kita Werkstatt Wichtel in Füssen schmunzelnd genannt. Ein bisschen Frohsinn kann auch in Corona-Zeiten nicht schaden.

Sternsinger-Aktion zum Sankt-Martins-Tag: "Teile Dein Licht"

Dazu passt die diesjährige Aktion des Kindermissionswerk "Die Sternsinger". Unter dem Motto "Teile Dein Licht" basteln Kinder jeweils in diesem Jahr eine zusätzliche Laterne für jemanden, mit dem sie ihr Licht teilen wollen. Das können Oma, Opa, Nachbarn, Freunde oder eben kranke und einsame Menschen sein. Auch wer sein Licht am Martinstag ans Fenster stellt, teilt es mit anderen.