Corona und Regen

Selten gab es im Allgäu eine ruhigere "Freinacht"

Freinacht im Allgäu im Corona-Jahr 2020: Im Vergleich zum Vorjahr verzeichnete die Polizei nur etwas über die Hälfte der Einsätze.

Freinacht im Allgäu im Corona-Jahr 2020: Im Vergleich zum Vorjahr verzeichnete die Polizei nur etwas über die Hälfte der Einsätze.

Freinacht im Allgäu im Corona-Jahr 2020: Im Vergleich zum Vorjahr verzeichnete die Polizei nur etwas über die Hälfte der Einsätze.

Die Polizei im Allgäu hat ein positives Fazit der Freinacht auf den 1. Mai gezogen. Wegen der Corona-Ausgangssperren gab es deutlich weniger Einsätze als 2019.
01.05.2020 | Stand: 16:15 Uhr

Wegen der Corona-Krise war auch die "Freinacht" im Allgäu vom 30. April auf den 1. Mai von starken Einschränkungen geprägt. Bereits im Vorfeld hatte die Polizei klargestellt, dass das eigentliche "Umherziehen um die Häuser" kein triftiger Grund sei, die Wohnung zu verlassen.

Der "weit überwiegende Teil der Bevölkerung" habe sich an die Beschränkungen gehalten, heißt es am Freitag dazu. Im Vergleich zum Vorjahr verzeichneten die Beamten nur etwas über die Hälfte der Einsätze. Musste die Polizei von Oberstdorf bis Neu-Ulm 2019 noch 136 mal wegen Ruhestörungen, Sachbeschädigungen oder ähnlichem ausrücken, waren es heuer nur 76 Einsätze. 

 

Der gravierendste Vorfall ereignete sich in Kempten:

  • In der Innenstadt in Kempten rastete eine 22-Jähriger aus, als er von der Polizei überprüft wurde. Er beschimpfte die Beamten und widersetzte sich einem ausgesprochenen Platzverweis, teilt die Polizei mit. Sie nahm ihn in Gewahrsam. Weil bei dem Mann dabei eine geringe Menge Marihuana gefunden wurde, fuhren die Beamten auch zu seiner Wohnung in Haldenwang, um nach weiteren Betäubungsmitteln zu suchen. Dort eskalierte die Situation vollends: Erst kam es zum Streit mit der Mutter des Beschuldigten, dann griff der Mann zwei Polizisten mit Händen und Füßen tätlich an. Einer der Polizeibeamten wurde dabei leicht verletzt. Trotz massiver Gegenwehr brachten sie ihn schließlich unter Kontrolle und zurück nach Kempten in eine Arrestzelle. Den alkoholisierten Mann erwarten nun eine Reihe von Anzeigen - unter anderem wegen eines Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz, eine Anzeige nach dem Betäubungsmittelgesetz und Anzeigen wegen Beleidigung, Widerstands, Körperverletzung und einem tätlichen Angriff auf Polizeibeamte.

  • In einer Getränkehandlung in Mindelheim hatte sich eine Gruppe von sechs Personen zu einer Party getroffen. Ein Verantwortlicher des Geschäftes feierte mit. Die Männer verstießen laut Polizei nicht nur gegen das Verbot von Versammlungen, sondern auch gegen die Ausgangsbeschränkung und gegen die Pflicht, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Auf Abstand legten sie zudem keinen Wert. Nun erwarten sie Bußgelder in Höhe von 150 bis zu 5.000 Euro.

  • In Memmingen traf eine Streife am Donnerstagabend in der Grünanlage des Alten Friedhofes einen 15- und einen 17-Jährigen an, die sich gegenseitig mit Toilettenpapier einwickeln wollten. Da die beiden Jugendlichen keinen triftigen Grund für das Verlassen ihres Zuhauses vorweisen konnten, wurden die Erziehungsberechtigten informiert. Die Jugendlichen müssen jetzt mit einer Anzeige nach dem Infektionsschutzgesetz rechnen. Später griffen die Beamten zwei 17-Jährige im Ortsteil Amendingen auf, die zuvor zu Dritt unterwegs waren und Alkohol tranken. Auch sie bekommen eine Anzeige nach dem Infektionsschutzgesetz.