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Wie die Niso-Boys in die Kreisliga wirbelten

Fußball SG Niedersonthofen/Martinszell - TSV Altusried/Krugzell

Standesgemäß gab es für die Fußballer der SG Niedersonthofen/Martinszell um (hinten von links) Jan Kunstmann, Daniel Scheerbarth, Fabian Maderholz, Marcel Becker, Lukas Mayr, Florian Zettler, Florian Kiesel, Thomas Siegl, Maximilian Gebhart, Dominik Linder, Elias Ruepp, Stefan Still, Thomas Dapp, Simon Frasch sowie (vorne von links) Tobias Pauler, Manuel Bayrhof, Simon Wölbert, Matthias Bechteler, Kilian Durach, Abteilungsleiter Andreas Gebhart, Kapitän Christoph Kiesel, Spielertrainer Felix Thum, Betreuer Werner Stalder, Bernhard Burger und Ferdinand Leimgruber für den Aufstieg in die Kreisliga Süd eine Meisterschale.

Bild: Dirk Klos

Standesgemäß gab es für die Fußballer der SG Niedersonthofen/Martinszell um (hinten von links) Jan Kunstmann, Daniel Scheerbarth, Fabian Maderholz, Marcel Becker, Lukas Mayr, Florian Zettler, Florian Kiesel, Thomas Siegl, Maximilian Gebhart, Dominik Linder, Elias Ruepp, Stefan Still, Thomas Dapp, Simon Frasch sowie (vorne von links) Tobias Pauler, Manuel Bayrhof, Simon Wölbert, Matthias Bechteler, Kilian Durach, Abteilungsleiter Andreas Gebhart, Kapitän Christoph Kiesel, Spielertrainer Felix Thum, Betreuer Werner Stalder, Bernhard Burger und Ferdinand Leimgruber für den Aufstieg in die Kreisliga Süd eine Meisterschale.

Bild: Dirk Klos

Die SG Niedersonthofen/Martinszell schafft einen historischen Aufstieg. Spielertrainer Felix Thum und Kapitän Christoph Kiesel sprechen über die Gründe des Erfolgs.
07.08.2021 | Stand: 12:07 Uhr

Es hätte eine absolute Rekord-Saison werden können. Aber auch trotz des corona-bedingten Abbruchs der Spielzeit 2019/2021 lesen sich die Zahlen der SG Niedersonthofen/Martinszell beeindruckend. Der Aufsteiger in die Kreisliga Süd gewann 17 der 19 Saisonspiele, bei einem Torverhältnis von 56:16. Oder anders formuliert: Die „Niso-Boys“ sammelten (im Schnitt) 2,7 Punkte pro Spiel, erzielten dabei 2,9 Tore und kassierten lediglich 0,8 Gegentore.

Überragende Statistiken in der Kreisklasse 4

Diese Zahlen belegen die Dominanz der SG in der Kreisklasse 4. Der historische Aufstieg – erstmals seit dem Zusammenschluss 2001 spielt Niedersonthofen/Martinszell in der Kreisliga – ist auch das Ergebnis einer Entwicklung, die durch die Verpflichtung von Spielertrainer Felix Thum im Sommer 2019 einen Extraschub bekam. „Wir wurden in der Saison davor Dritter, hatten aber mit dem Aufstieg nichts zu tun. Mit Felix kam dann ein richtiges Kaliber“, sagt Kapitän Christoph „Giga“ Kiesel.

Der 31-Jährige ist der dienstälteste Spieler der Mannschaft, lief in 244 Spielen für die „Niso-Boys“ auf. „Wir waren schon in der Vorbereitung brutal motiviert“, sagt Kiesel. Das erleichterte Thums Einstieg. Besonders fasziniert war er von seinem Leitwolf. „Giga verkörpert den Verein wie kaum ein anderer. Was er im Mittelfeld abräumt, ist sensationell“, sagt Thum.

Die SG Niedersonthofen/Martinszell (von links Andreas Abend, Lukas Mayr, Felix Thum) war in der Kreisklasse 4 nicht zu stoppen.
Die SG Niedersonthofen/Martinszell (von links Andreas Abend, Lukas Mayr, Felix Thum) war in der Kreisklasse 4 nicht zu stoppen.
Bild: Günter Jansen

Die SG erreichte das Halbfinale des Toto-Pokals und erwischte einen optimalen Start in die Kreisklassen-Saison. „Ich habe gleich gemerkt, dass riesiges Potenzial in der Mannschaft steckt“, sagt Thum, der Bayern- und Landesliga-Erfahrung beim FC Kempten, TSV Kottern und beim 1. FC Sonthofen sammelte. Die SG Niedersonthofen/Martinszell ist seine erste Station als Spielertrainer. „Die Mannschaft hatte einen brutalen Willen und einen großen Zusammenhalt. Das waren die größten Erfolgsfaktoren“, sagt Thum.

SG Niedersonthofen/Martinszell: Defensiv stabil, offensiv brandgefährlich

Mit Sebastian Perner und Rückkehrer Florian Zettler wurde der Kader in der Breite verstärkt. Daneben gab es mit Abwehrchef Lukas Mayr, Sechser Christoph Kiesel und Spielertrainer Felix Thum im Sturm eine stabile Achse. „Der Großteil spielt ja schon seit Jahren zusammen. Wir haben insgesamt ein sehr ausgeglichenes Team“, sagt Kiesel. Die Ausgeglichenheit zeigt sich auch bei den Offensivspielern. Gleich fünf Spieler (Felix Thum, Dominik Linder, Florian Zettler, Maximilian Gebhart und Andreas Abend) kommen auf zweistellige Scorerzahlen.

Erster Punktverlust gegen Aufsteiger TSV Oberstaufen

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Feierbiester und Doppel-Aufsteiger: Wie die Niso-Boys die Kreisliga-Saison rockten

Die defensive Stabilität und die geballte Offensivpower bekamen die Gegner zu spüren. 14 Siege in Folge feierten die „Niso-Boys“, den ersten Punktverlust gab es Ende November 2019 gegen den TSV Oberstaufen (1:1). Dann kam Corona – und auch für den designierten Aufsteiger begann die Zeit des Wartens. Nach dem Re-Start gewann die SG drei von vier Spielen. „Wir dachten: Jetzt kann uns niemand mehr aufhalten“, sagt Kiesel.

Malle-Trip und Meisterfeier fallen aus

Kurz vor dem erneuten Abbruch fiel dann auch die einzige Saisonniederlage gegen die SG Kleinweiler-Wengen nicht mehr groß ins Gewicht. „Dieses Hinfiebern auf das entscheidende Spiel zur Meisterschaft hat leider gefehlt“, sagt Thum. Die Planungen für die Aufstiegsfeierlichkeiten waren schon angelaufen – der angedachte Mallorca-Trip fiel aber wegen Corona ebenso aus wie die große Meisterfeier vor Ort.

So gehen die Niso-Boys das Abenteuer Kreisliga an

Die Feier inklusive Übergabe der Meisterschale wurde Ende Juli nachgeholt. Die Erinnerungen an die überragenden Leistungen in der Kreisklasse bleiben im Gedächtnis, nun aber wollen die „Niso-Boys“ auch in der Kreisliga wirbeln. Dazu wird der Kader erneut verstärkt: Simon Frasch ist neuer Co-Spielertrainer, Manuel Bayrhof und Morris Albrecht kamen vom 1. FC Sonthofen. „Ich freue mich besonders auf das Derby gegen Weitnau. Wir kennen uns ja aus langjährigen gemeinsamen Zeiten in der Kreisklasse“, sagt Kiesel.

Spielertrainer Felix Thum traut dem VfB Durach II und dem FC Wiggensbach einiges zu, insgesamt sei es eine „coole Liga“. „Wenn ich irgendwo dabei bin, will ich vorne mitspielen“, sagt Thum.

Bis die „Niso-Boys“ in der Kreisliga loslegen, müssen sie noch etwas Geduld aufbringen. Am ersten Spieltag ist die SG spielfrei, das erste Spiel steigt in einer Woche am Samstag (14. August) gegen Mitaufsteiger SC Untrasried.