Skiweltmeisterschaft Cortina d'Ampezzo

Ski-WM Cortina d'Ampezzo: Es glänzt silbern im Allgäu

Ski alpin: Weltmeisterschaft

Andreas Sander freut sich über WM-Sil ber in Cortina.

Bild: Michael Kappeler, dpa

Andreas Sander freut sich über WM-Sil ber in Cortina.

Bild: Michael Kappeler, dpa

Freude über Medaillen bei der alpinen WM in Cortina d'Ampezzo. Stimmen zum zweiten Platz von Andreas Sander.
15.02.2021 | Stand: 19:00 Uhr

Fast hätte Andreas Sander mit Katja Seizinger gleichgezogen. Die gebürtige Westfälin, die für den SC Halblech startete und das Ski-Gymnasium in Hohenschwangau besuchte, gewann 1993 bei der Alpinen Ski-Weltmeisterschaft im japanischen Morioka Gold im Super-G. Einen gebürtigen Westfalen oder eine gebürtige Westfälin auf einem alpinen Weltcup-Podium, das hat es seit Seizinger nicht mehr gegeben. Bis Andreas Sander von der SG Ennepetal kam. Im Weltcup stand der 31-Jährige noch nie auf dem Podium, Abfahrtsgold bei der WM in Cortina verpasste er um eine Hundertstel. „Für uns ist das gleichzusetzen mit Gold“, sagte nicht nur Wolfgang Maier, Alpin-Direktor im Deutschen Skiverband (DSV). In Burgberg im Oberallgäu, wo Sander seit 2015 lebt, sehen sie das genauso.

Burgberger Bürgermeister: „Wir haben Andreas innerlich gefeiert wie einen Weltmeister"

„Wir haben ihn innerlich gefeiert wie einen Weltmeister, und das würden wir gern auch noch im großen Stil tun, aber das lässt Corona ja leider nicht zu“, sagte Bürgermeister André Eckardt (46) unserer Zeitung. Wie Eckardt hat auch Julia Sander, Ehefrau von Andreas, das Rennen zuhause mit ihren beiden Buben vor dem Fernseher verfolgt. Sie möchte sich aber zum überraschenden Erfolg ihres Mannes in der Öffentlichkeit nicht äußern. Ihr Bruder Sebastian Eisenlauer, Spitzen-Langläufer aus Sonthofen, sagte: „Ich freu’ mich extrem für Andi. Er hat so hart gearbeitet und sich die Silbermedaille mehr als verdient.“

Skirennfahrerin Kira Weidle holte sich bei der Abfahrt der Damen WM-Silber.
Skirennfahrerin Kira Weidle holte sich bei der Abfahrt der Damen WM-Silber.
Bild: Michael Kappeler, dpa

Drei deutsche Athleten haben bereits eine Medaille geholt

Sander war nach Romed Baumann (Kiefersfelden/Super-G) und Kira Weidle (Starnberg/Abfahrt) der dritte Athlet, der für den DSV in Cortina Silber holte. Der 82-jährige Oberstdorfer Oskar Fischer, viele Jahre lang an verantwortlicher Position im Deutschen und Internationalen Skiverband tätig, weist in diesem Zusammenhang daraufhin, dass es für den DSV schon einmal eine Häufung von „Silberlingen“ gab – und zwar bei der Heim-WM 1978 in Garmisch-Partenkirchen. Damals gewannen die beiden Allgäuerinnen Irene Epple und Pamela Behr Silber in der Abfahrt bzw. im Slalom), Michael Veith (Abfahrt) und Sepp Ferstl (Kombi) wurden ebenfalls Zweite. Dazu kam dann noch die Goldmedaille von Mariele Epple im Riesenslalom. Fischer war damals Alpinchef im DSV, der Pfrontener Klaus Mayr Cheftrainer. Fischer jubilierte über die jüngsten Erfolge in den Dolomiten: „Die Randsportart Alpin schlägt zurück! Die Freude bringt mich fast um. Gott sei Dank habe ich trotz meines fortgeschrittenen Alters einen recht stabilen Kreislauf.“

Auch beim Leiter der Sportfördergruppe ist die Freude groß

Auch Udo Hampel, Leiter der Sportfördergruppe der Bundeswehr in Sonthofen, freut sich: Sowohl Sander als auch Weidle seien bei ihm in der Truppe, Weidle als Stabsunteroffizierin, Sander als Hauptfeldwebel. „An ihrer Leistungsentwicklung konnte man schon sehen, dass da der Knopf irgendwann mal aufgehen kann. Dass es jetzt mit zweimal WM-Silber geklappt hat, ist natürlich umso schöner.“ Und auch das Oberstdorfer Skiinternat darf sich freuen. Weidle und Sander verbrachten dort mehrere Jahre, Weidle machte auch ihr Abitur in Oberstdorf.